Jeder Mensch besteht aus einem einzigartigen Gen-Mix. Da ist es eigentlich nur naheliegend, dass sich unsere Gene auch auf die Aufnahme von Nährstoffen auswirken oder? Mit diesem Zusammenhang beschäftigt sich die Nutrigenetik. Wir stellen euch den Ansatz vor, bei dem Ernährungspläne aufgrund von Gentests erstellt werden.

DER ERNÄHRUNGSPLAN DER ZUKUNFT?

Sich beim Fitnessstudio einen persönlichen Ernährungsplan erstellen zu lassen, ist inzwischen nichts Besonderes mehr. Dort wo die Ernährungscoaches normalerweise bei Daten wie Gewicht, allgemeiner Körperfitness und Gewohnheiten aufgehört haben, setzt eine neue Forschungsdisziplin an: Die Nutrigenetik. Was sich höchst wissenschaftlich anhört, verspricht einen enormen praktischen Nutzen. Denn das Ziel ist, durch genetische Stoffwechselanalysen maßgeschneiderte Ernährungspläne zu entwickeln. Im Kampf gegen die Crash-Diäten und den Joho-Effekt zielt die Nutrigenetik auf langfristige Erfolge durch eine individualisierte Ernährung nach Gent-Typ.

WAS IST DIE NUTRIGENETIK GENAU?

Die Ernährung nach Gen-Typ zirkuliert bereits seit einiger Zeit in der Blogosphäre und unter den Ernährungscoaches. Nutrigenetik nennt sich das zugehörige, noch sehr junge Forschungsfeld, das die Zusammenhänge zwischen dem Genotyp und der Verarbeitung von Nahrung erforscht. Die wissenschaftliche Grundlage ist, dass unsere Gene in hohem Maße unser Gewicht bedingen. Sie sind sowohl für die Energieaufnahme, als auch für den Energieverbrauch eines Menschen mitverantwortlich. So ist es auch nicht mehr so verwunderlich, dass ähnliche Körpertypen in einer Familie öfter vorkommen, denn Studien zeigen: Die Erblichkeit des Body Mass Index (BMI) liegt bei 50 bis 80 Prozent. Die vermeintliche Ausrede „Das liegt in der Familie“ ist also gar nicht so abwegig. Durch die Erforschung der genetischen Ursachen für das Übergewicht kann man dieses aber gezielt angreifen und durch eine personalisierte Ernährung sozusagen den eigenen „Gen-Code“ umschreiben.

Essen und KochenPERSONALISIERTE ERNÄHRUNG – WELCHER META-TYP BIST DU?

Die Grundlage ist die Annahme, dass jeder Mensch einem bestimmten Stoffwechseltyp zugehört. Durch eine ernährungsbezogene genetische Untersuchung kann dieser bestimmt werden. Für die Analyse selbst muss man lediglich einen Wangenabstrich abgeben, der dann im Labor untersucht wird. Es gibt verschiedene Anbieter, die mit dann zum Beispiel mit Fitnessstudios, Apotheken oder Ernährungscoaches kooperieren. Einer davon ist die genetische Stoffwechselanalyse MetaCheck von CoGAP (= Center of Genetic Analysis and Prognosis.)

Bei der Analyse werden sieben spezifische Stoffwechsel-Gene betrachtet, die für die Verarbeitung der Nährstoffe und für den Kalorienverbrauch verantwortlich sind. Also Gene, deren Einfluss auf die Verwertung von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen wissenschaftlich belegt sind.

kochen nutrigenetikInsgesamt gibt es vier individuelle Stoffwechselveranlagungen, die sogenannten Meta-Typen:

1.) Meta-Typ Alpha: Kann im Vergleich zur Gesamtbevölkerung Eiweiße besser verstoffwechseln, das heißt er verbrennt sie tendenziell schneller als Fette und Kohlenhydrate.

2.) 

Meta-Typ Beta: Kann Fette und Proteine besser umsetzen, Kohlenhydrate hingegen schlechter.

3.) Meta-Typ Gamma: Kann Kohlenhydrate gut verwerten, dafür Fette und Eiweiße nicht so gut.

4.) Meta-Typ Delta: Kann Kohlenhydrate und Fette gut umsetzen, hat aber mit der Verarbeitung von Proteinen Probleme.

Aufbauend auf den Analyseergebnissen kann der Berater individuelles Ernährungs- und Fitnessprogramm zusammenstellen. Die Analyse und der personalisierte Ernährungsplan kosten je nach Anbieter zwischen 150 € und 300 €.

DATENSCHUTZ IST GEWÄHRLEISTET

Die Probe mit dem Wangenabstrich wird nur mit einem Barcode gekennzeichnet und anonym zur Analyse ins Labor geschickt. So kann sie keiner echten Person zugeordnet werden, was den Schutz der Daten gewährleistet. Ernährungstipps zur Vorbeugung von Krankheiten oder Informationen, mit denen Rückschlüsse auf Verwandtschaften gezogen werden könnten, bleiben bei der Analyse systematisch außen vor.

abnehmen nutrigenetikERFOLG DER METHODE

Ergebnisse aus einer Vergleichsstudie der Sporthochschule Köln, die die Stoffwechselanalyse in der Ernährungs- und Gesundheitsberatung untersucht hat, scheinen die Effizienz zu belegen. So konnten die 83 Studienteilnehmer der MetaCheck-Gruppe ihren BMI nach sechs bis neun Monaten um durchschnittlich 2,33 Punkte verringern, während bei den 24 Probanden der Kontrollgruppe (alternatives, allgemein gehaltenes Abnehmprogramm) nur eine Verbesserung um rund 0,43 Punkte vorlag. Die Nutrigenetik ist allerdings noch in den Kinderschuhen, sodass langfristige Ergebnisse und aufwendigere Studien mit höherer Teilnehmerzahl ausstehen.

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