Topinambur ist bis jetzt nicht wirklich bei vielen im Alltag integriert. Dabei steht die Knolle ihren berühmteren Kollegen wie Kartoffel, Karotte, Sellerie und Co. in nichts nach, ganz im Gegenteil! Wir stellen euch die Benefits des Wurzelgemüses vor und erklären euch, warum Topinambur auch „Die Kartoffel der Diabetiker“ genannt wird!

WAS IST TOPINAMBUR?

Topinambur gehört wie die Ringelblume oder die Kamille zur Familie der Korbblütler und ist ein typisches Wintergemüse. Die Knolle ist auch als Erdapfel, Erdbirne, Jerusalem-Artischocke oder Indianerknolle bekannt. Topinambur wurde von den indigenen Völkern in Mittel- und Nordamerika bereits in der vorkolumbischen Zeit als Lebensmittel und Heilmittel konsumiert – in Europa wurde sie erst im Jahr 1610 bekannt. Benannt wurde Topinambur übrigens nach dem brasilianischen Indianerstamm Tupinambá, der zufällig gerade in Frankreich zu Gast war, als man die Knolle dort testete. Da die Knolle in Europa auf viel Begeisterung stieß, wurde sie dort auch angebaut und galt bis ins 19. Jahrhundert als ein wichtiges Nahrungs- und Futtermittel. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Topinambur jedoch mehr und mehr von der Kartoffel verdrängt. Geschmacklich erinnern sie an Kastanien oder Pastinaken oder auch Artischocken und Spargel. Von der Konsistenz ähnelt Topimabur Kohlrabi.

topinambur kartoffel

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POWER-KNOLLE MIT SUPERFOOD-QUALITÄTEN!

Aktuell erfährt die Topinambur ein echtes Revival, denn sie ist nicht nur sehr schmackhaft, sondern enthält auch viele gesunde Inhaltsstoffe: Eiweiß, Kalium, Calcium, Phosphor und die Vitamine A, B und C sind zum Beispiel in der Power-Knolle enthalten, die hauptsächlich in Bioläden, auf Gemüsemärkten aber auch in Supermärkten erhältlich ist. Es gibt viele verschiedene Topinambur-Sorten und die Farbe der Schalen reicht von rötlich, lila, braun bis weisslich und gelb. Topinambur hält ca. 30 Kalorien pro 100 g und wirkt durch ihren hohen Gehalt an Inulin (s.u.) sehr sättigend.

TOPINAMBUR: HÄLT MAGEN, DARM UND KNOCHEN GESUND

Topinambur enthält zwei spezielle lösliche Ballaststoffe, die medizinisch von großem Wert sind: Inulin und Oligofructose (FOS). Beide Stoffe sind sogenannte Präbiotika, was bedeutet, dass sie den nützlichen Darmbakterien als Nahrung dienen, deren Anzahl vervielfachen und auf diese Weise eine gesunde Darmflora fördern. So werden zum Beispiel die Vermehrung krankmachender Bakterien und Viren gehemmt, das Immunsystem gestärkt und effektiv vor Magen-Darm-Erkrankungen geschützt. In der traditionellen Heilkunde wird Topinambur schon lange bei diesbezüglichen Beschwerden eingesetzt wird. Durch Inulin und FOS wird außerdem die Calciumaufnahme erhöht und dessen Verwertung positiv beeinflusst.

TOPINAMBUR: DIE „KARTOFFEL DER DIABETIKER“

Ihren Beinamen als „Kartoffel der Diabetiker“ hat die Topinambur daher, weil sie im Gegensatz zu Kartoffeln keine Stärke enthält, sondern Inulin. In 100 Gramm der Knolle stecken rund 16 Gramm des Balaststoffes, der für Diabetiker gut verträglich ist. Inulin hat einen Brennwert von nur ca. 1 kcal/g und ist somit der ideale, kalorienarme Zuckeraustauschstoff. Durch seine positive Wirkung auf eine gesunde Darmflora schützt Inulin wiederum vor Diabetes Typ 1 und Typ 2. Topinambur beeinflusst den Blutzuckerspiegel kaum und der regelmäßige Verzehr soll die Cholesterin- und Blutfettwerte senken und beim Abnehmen unterstützen, wodurch das Risiko für Diabetes-Typ-2 zusätzlich reduziert wird.

topinambur kochen

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WIE BEREITET MAN TOPINAMBUR ZU?

Die Topinambur bietet vielfältige Zubereitungsmöglichkeiten und kann roh, ungeschält, geschält, gebraten, gedünstet, gratiniert oder frittiert werden. Auch in Brot, Obstsalat, Kompott und Desserts kann man die Topinambur verarbeiten. Da die Schale sehr dünn ist, ist das Schälen etwas schwer. Leichter geht es, wenn die Knollen kurz blanchiert werden. Auch püriert schmecken Topinambur toll und entfalten dann ein leicht süßliches Aroma. Roh kann man Topinambur auch zu einem Salat verarbeiten oder einfach als Rohkost-Snack naschen. Als Gewürze passen Muskatnuss, Petersilie, Thymian, Majoran, Chili, Minze und Curcuma hervorragend zu Topinambur. Die Knollen sind nicht so gut lagerfähig wie Kartoffeln, da sie schneller Wasser verlieren und schrumpfen. Sie können frisch aber problemlos für etwa zwei Wochen im Kühlschrank oder im Keller gelagert werden.

Rezept für Topinambur Chips
1 große Topinambur, 
Salz, 
Pfeffer, 
Olivenöl
Topinambur ungeschält in feine Scheiben schneiden, mit etwas Olivenöl beträufeln, salzen und pfeffern, und für ca. 20 Minuten bei 200 Grad in den Ofen geben bis sie gar sind.

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Der Ingwer gehört im Gegensatz zu Topinambur nicht mehr zu den Geheimtipps. Aber wusstest du, welche vielfältigen Effekte die scharfe Knolle hat? Eine echte Superknolle ist auch die Yamswurzel, die als Tausendsassa in der Küche überzeugt. Die Erdmandeln sind vor allem für Gluten-Allergiker eine tolle Alternative, punkten aber auch in der leckeren Erdmandel-Milch, einem spanischen Traditionsgetränk!

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