Zusammen mit dem Verlobungsring scheinen erschreckend viele Frauen etwas gratis dazu zu bekommen: Komplexe. Denn scheinbar ist es normal, dass sich fast jede angehende Braut dazu genötigt fühlt, vor dem „großen Tag“ noch abzunehmen. Befeuert durch die Industrie und diverse Brautmagazine wird so die Diät zum festen Begleiter während der Hochzeitsvorbereitungen. Wir finden, das muss sich ändern!

DIE WURZEL ALLEN ÜBELS: ERWARTUNGSDRUCK

„Der schönste Tag des Lebens“ wird die Hochzeit gemeinläufig genannt und während das natürlich eigentlich gut gemeint ist, hat dieser Ausdruck doch auch jede Menge Potential für Erwartungsdruck und ich will sogar soweit gehen, dass er beim strengen, Hinschauen absoluter Schwachsinn ist. Rein rational betrachtet findet die Hochzeit bei den meisten Paaren doch ungefähr im ersten Drittel bis der zweiten Hälfte des Lebens statt. Ist es da nicht etwas vermessen, alles was davor kam und danach noch kommen wird von vornherein auszuklammern? Ja sicher, es ist eben eine romantische Übertreibung und mehr ein geflügeltes Wort, aber genau in solchen liegt unter anderem die Wurzel des Übels.

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©djedzura/iStcok

Denn, gemessen an so einem Superlativ muss die Braut am „schönsten Tag ihres Lebens“ vermeintlich auch am schönsten aussehen – sozusagen im Zenit ihrer Attraktivität stehen. Sobald sich eine Frau also mit Brautmagazinen, Blogs oder auch Wedding Plannern beschäftigt, wird ihr – mal mehr mal weniger subtil, bewusst oder unbewusst – eines immer wieder vor Augen gehalten: Eine schöne Braut ist schlank und es ist ganz normal, sich vor der Hochzeit nochmal richtig zu quälen. Erst neulich hörte ich in dem durchaus unterhaltsamen Film „Bride Wars“ diesen Satz bezüglich des Designer-Kleides: „Man ändert kein Vera Wang, man ändert sich für ein Vera Wang“. Und auch wenn das eine Hollywood-Hyperbel in einer Komödie ist, weit weg von der Realität sind solche Sprüche leider nicht!

ZEIT FÜR EINEN WANDEL: HAPPY IS THE NEW SKINNY

Wir Frauen sind wahrlich schon genug unter Druck, auch wenn es natürlich gute Gründe für Diäten gibt. Wenn man sich einfach unwohl fühlt, ein paar Festtagspfunde loswerden möchte oder gar gesundheitliche Probleme hat, dann ist eine Diät im umgangssprachlichen Sinne einer Gewichtsreduktion natürlich völlig legitim. Man sollte sich aber als Frau immer ehrlich fragen, warum man sich gerade in Verzicht übt und wenn die Motivatoren eher von außen als von innen kommen, ist das meistens kein gutes Zeichen. Wer die Hochzeit als Motivation nimmt, die schon lange nervigen letzten Pfunde abzunehmen, why not? Aber es sollte eben doch bitte eine Option und keine Pflicht sein und eines ist sowieso klar: Wenn ihr einen guten Partner habt, liebt er/sie euch so wie ihr seid und auch jenseits des perfekt inszenierten Hochzeitsfotos. Neben den immer noch in alten Mustern verfangenen Magazinen und einigen uneinsichtigen Teilen der Industrie, gibt es inzwischen zum Glück auch in der Hochzeits-Branche Bewegung. Zahlreiche Magazine bilden zum Beispiel aus Prinzip gar keine Diät-Tipps für Bräute mehr ab und gute Brautausstatter quatschen sowieso keine 38 in eine 36.

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©KrisCole/iStock

Hier ein paar Tipps und Gedankenstützen wie ihr euch vor dem Hochzeitsdiäten-Wahnsinn schützt:

1. Oberstes Credo: Ihr heiratet einander weil ihr euch so liebt wie ihr seid – keiner erwartet eine übertrieben optimierte Version des Anderen.

2. Models in Katalogen und auf Blogs verdienen ihr Geld damit, schlank zu sein. Sie sind kein Maßstab und verkaufen in erster Linie den Traum des Designers, nicht die Realität!

3. Viele Bräute verlieren in den letzten Wochen vor der Hochzeit sowieso Gewicht – aus Stress und Aufregung. Das ist nicht immer so und auch nicht erstrebenswert, aber macht eine Diät zumindest aus diesem Gesichtspunkt meistens sowieso überflüssig.

4. Wir leben in einer Zeit der grenzenlosen Auswahlmöglichkeiten und des Überflusses. Es gibt für jede Braut ein passendes Brautkleid – von XS bis XL. Das Kleid sollte nach dem eigenen Körperbau ausgesucht werden, anstatt den Körper auf ein vermeintlich perfektes Kleid zu trimmen.

5. Glück macht am schönsten! Klingt nach einer Plattitüde, ist aber die Wahrheit. Wenn du glücklich und verliebt bist, wirst du am Hochzeitstag strahlen!

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Ein weiterer Mythos, den man leicht widerlegen kann: Ein Brautkleid muss teuer sein. Wir zeigen euch günstige Modelle, die am großen Tag ebenso begeistern! Du bist nicht die „typische Braut“ mit Faible für Rosa, Prinzessinnen-Traum und Co.? Kein Problem, auch jenseits des Mainstreams gibt es viel zu entdecken. Wir haben Tipps für alternative Bräute gesammelt. Mit Konventionen zu brechen, macht vor allem in der Mode Spaß. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Anzug statt einem Kleid? Funktioniert auf der Hochzeit ebenso wie im Office!

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