Müde, trockene und gereizte Augen sind keine Seltenheit. Kein Wunder, schließlich starren wir den Großteil unseres Tages auf Computerbildschirme, Smartphones, Fernseher oder Bücher und sind künstlichem Licht bzw. schlechten Lichtverhältnissen ausgesetzt. Sind die Augen erschöpft, hat das Auswirkungen auf unser gesamtes Wohlbefinden – Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Schulter- und Nackenverspannungen können die Folge sein, ganz zu schweigen von einer Beeinträchtigung der Sehkraft. Mit speziellen Yoga-Übungen für die Augen können wir für deren Erholung sorgen und die Augenmuskulatur positiv beeinflussen. 

Sicherlich kennt jeder noch den Spruch: „Wer zu lange auf den Fernseher starrt, bekommt viereckige Augen“. An diesem Spruch ist tatsächlich etwas Wahres dran. Unsere Augen haben nämlich ein natürliches Bedürfnis nach Bewegung, starren wir aber stundenlang nur auf einen Punkt – in der Regel ist es irgendein Bildschirm – wird die Belastung zu einseitig. Das hat zur Folge, dass sich die Muskulatur der Augen verspannt, die Augen werden müde, gereizt und trocken, können unter Umständen nicht mehr richtig fokussieren und auch die Sehkraft kann mit der Zeit nachlassen. Hinzu kommen Kopfschmerzen, Verspannungen und ein allgemeines Gefühl der Erschöpfung.

© iStock.com/gpointstudio

ERHOLUNG FÜR DIE AUGEN

Im Laufe des Tages werden unsere Augen durch Bildschirme und künstliches Licht strapaziert. Deshalb ist es wichtig, dass wir ihnen regelmäßige Erholung gönnen. Es reicht schon alle dreißig Minuten den Blick vom Bildschirm abzuwenden und zum Beispiel für ein paar Minuten aus dem Fenster zu schauen. Auch eine kleine Massage kann hilfreich sein: Dazu schließt man die Augen, greift mit Daumen und Zeigefinger auf die Stellen links und rechts vom Nasenrücken auf dem sonst die kleinen Pads des Brillenstegs sitzen und massiert mit sanftem Druck. Eine besonders effektive Methode, um die Augen zu entspannen ist aber das sogenannte Palming. Dafür setzt man sich entspannt, aber mit aufrechter Wirbelsäule hin, reibt die Handflächen aneinander, um sie zu erwärmen, schließt die Augen und deckt sie mit den warmen Handflächen ab. Nun atmet man tief ein und aus und versucht bewusst „in die Augen zu atmen“ und so die Augen zu entspannen.

© iStock.com/izusek

TRAINING FÜR DIE AUGEN

Wer sich bewegt bleibt fit und gesund – das gilt auch für die Augen. Neben regelmäßiger Erholung müssen wir unseren Augen auch ausreichend Bewegung gönnen und die sechs Augenmuskeln mithilfe von gezielten Übungen trainieren. Tipp: Tragt während der folgenden Übungen keine Sehhilfen, haltet den Kopf stets gerade (nur die Augen werden bewegt) und schließt jede Übung mit der Palming-Methode ab.

BLINZELN
Blinzeln hilft gegen trockene Augen. Blinzelt also zehn Mal hintereinander ganz schnell mit den Augen, schließt diese dann für einige Sekunden, lasst sie ruhen und wiederholt diese Übung vier Mal.

HOCH-RUNTER-HOCH
Setzt Euch aufrecht hin und stellt Euch eine vertikale Linie vor Euch vor. Nun atmet tief ein und lasst den Blick entlang der gedachten Linie nach oben fließen, atmet aus und lasst den Blick nach unten wandern. Wiederholt diese Übung etwa zehn Mal und schließt zum Abschluss die Augen.

RECHTS-LINKS-RECHTS
Nun stellt Euch eine horizontale Linie vor und lasst Euren Blick von links nach rechts wandern und wieder zurück, atmet dabei ebenfalls ruhig und tief ein und aus. Wiederholt die Übung zehn Mal und schließt danach die Augen. Diese Übung kann man zusätzlich intensivieren: Führt den Blick dafür zunächst so weit wie möglich links, dann zur Nasenwurzel und anschließend so weit wie möglich nach rechts.

© iStock.com/CoffeeAndMilk

DIAGONALE
Stellt Euch nun eine diagonale Linie vor. Atmet tief ein und aus und lasst Euren Blick von links oben nach rechts unten wandern und wieder zurück. Wiederholt diese Übung fünf Mal und wechselt dann die Seiten. Lasst den Blick nun von rechts oben nach links unten wandern und wieder zurück. Die Atmung bleibt auch hier gleichmäßig. Zum Abschluss schließt ihr die Augen.

AUGENKREISEN
Bei dieser Übung lässt man den Blick kreisen. Stellt Euch dafür eine Uhr vor und führt den Blick von 12 zu 3, zu 6, dann zu 9 und wieder zu 12 Uhr. Wiederholt diese Übung fünf Mal, schließt kurz die Augen und wechselt dann die Richtung – lasst den Blick also gegen den Uhrzeigersinn wandern. Atmet dabei ruhig und gleichmäßig. Zum Schluss schließt ihr wieder die Augen. Tipp: Diese Übung kann man auch in Form einer Acht durchführen. Dafür stellt man sich eine Acht oder auch eine liegende Acht vor und fährt diese zehn Mal hintereinander mit dem Blick ab.

TIPP: Diese Übungen können auch mit geschlossenen Augen durchgeführt werden.

© iStock.com/LaraBelova

FOKUSIEREN
Streckt Eure Hand aus und fokussiert den Daumennagel. Sucht Euch nun einen Punkt in einiger Entfernung und fokussiert diesen. Wechselt den Fokus nun abwechselnd zwischen Daumennagel und dem Punkt etwa im 1-Sekunden-Takt. Wiederholt diese Übung etwa zehn Mal. Sucht Euch nun einen dritten Punkt im Raum und wechselt den Fokus nun schnell zwischen diesen drei Punkten. Wiederholt auch diese Übung etwa zehn Mal.

TRATAK
Tratak ist eine Übung, die im Ayurveda zur Reinigung der Augen angewandt wird. Dafür zündet man eine Kerze an und stellt sie im Abstand von 1-2 Metern vor sich auf. Nun setzt man sich entspannt hin, atmet ruhig und schaut für eine Minute in die Flamme. Dabei sollte man versuchen nicht zu blinzeln. Dann schließt man die Augen für einen Moment und das Bild der Flamme vor dem inneren Auge so lange wie möglich zu erhalten.

DAS WIRD DICH AUCH INTERESSIEREN

Gerade im Büroalltag lautet die Devise: In Bewegung bleiben! Zum Beispiel mit diesen Mini-Workouts für´s Büro. Mit Hilfe von Faszien-Yoga stärken wir nicht nur die Muskulatur, sondern sorgen auch dafür, dass der Körper beweglich und geschmeidig bleibt. Auch das Gesicht kann trainiert werden und zwar mit speziellen Gesichts-Übungen. Das führt zu straffen und faltenfreien Gesichtszügen – ganz ohne Botox und Co.

WAS MEINST DU DAZU? WIR FREUEN UNS AUF DEINE MEINUNG!