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Umweltbewusster Lifestyle

Waterless Beauty: Ist das der neue Megatrend?

Nachhaltigkeit ist längst nicht mehr nur ein Thema für Reformhaus-Gänger. Ein umweltbewusster Lifestyle, der mit Achtsamkeit für den Planeten einhergeht, ist eine ziemlich coole Sache, bei der möglichst viele Menschen mitmachen sollten. Super, dass es auch immer mehr Beauty-Brands gibt, die sich darüber Gedanken machen, wie sie mit ihren Produkten nicht nur unsere Haut hübscher, sondern auch die Welt ein bisschen besser machen können. Das soll künftig mit Haut-/Haarpflege gelingen, die ohne Wasser hergestellt wird. Warum das so wichtig ist und wer’s bereits macht: Wir verraten es Euch.

‚Waterless Beauty‘ heißt er, der künftige Megatrend in Sachen Beauty. Denn Wasser ist eine Ressource, die wir alle in Zukunft schonen müssen. Sowohl Umweltexperten, Klimaforscher und Trend-Kenner machen deutlich klar, dass Wasser in einigen Jahren zum Luxusgut wird. Dazu müsst Ihr wissen, dass nur 0,3 Prozent des auf der Erde verfügbaren Wassers trinkbar sind. Es sorglos zu „verschwenden“, wenn es nicht nötig ist, ist nicht besonders klug.

Wassersparen lässt Kosmetikindustrie umdenken

Einer der größten Wasserverbraucher ist die Kosmetikindustrie. Warum? Fast jedes Hautpflegeprodukt besteht zu 70 Prozent aus Wasser. Jetzt stellt Euch mal vor, wie viele dieser Produkte alleine nur in Eurem heimischen Drogeriemarkt stehen, rechnet das hoch auf Deutschland, Europa und die gesamte Welt. Da kommen Millionen an Tiegeln, Pumpspendern, Flaschen und Tuben zusammen. Käme nur ¼ dieser Produkte ohne Wasser aus, wäre das schon ein großer Gewinn für die Umwelt.

Hautpflegeherstellung ohne Wasser – (wie) geht das überhaupt?

Die Frage ist nun: Kann man Kosmetikprodukte ohne Wasser überhaupt herstellen? Ja! Und warum macht’s kaum einer? Das hat verschiedene Gründe: Der wohl wichtigste ist, dass Wasser fast nichts kostet. Außerdem ist es, in Verbindung mit Alkohol, ein simples Lösungsmittel für pflegende Wirkstoffe. Denn: Wasser alleine hat keine Pflegeeigenschaften. Das gilt auch für Alkohol, denn er trocknet die Haut aus und kann sie reizen.

Die Vorteile von Waterless Beauty

Sandra Heidelberg vom veganen Naturkosmetik-Label Sash natural skincare manufacture erklärt, warum sie bei ihren Produkten auf Wasser verzichtet: „Wasser kann schnell Keime, Bakterien und Pilze bilden. Um das zu vermeiden, muss ein Konservierungsstoff und Alkohol her. Beides ist in der Naturkosmetik nicht zulässig“ und ergänzt: „Weiterhin braucht man für die Herstellung von Seren oder Cremes mit Wasser und Ölanteil einen Emulgator, denn Wasser und Öl lassen sich ohne dieses Bindemittel nicht miteinander mischen. Emulgatoren stehen im Verdacht, die Hautbarriere zu schwächen, was langfristig die Austrocknung der Haut begünstigt.“Es macht also nicht nur Sinn für die Umwelt, bei der Hautpflegeproduktion auf Wasser zu verzichten, sondern auch für die Schönheit. Tauscht man das Wasser z. B. mit einem Pflanzenöl oder Squalan aus, erhöht sich die Wirkstoffdichte – wie man im Fachjargon sagt –, das Produkt ist wesentlich ergiebiger und Ihr verbraucht es nicht so schnell.

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©Mara Duchetti on iStock

Die kleinen Marken geben vor, wie es geht

Waterless Beauty ist aktuell noch ein Trend, den besonders kleine innovative Labels vorantreiben. Aber wir dürfen hoffen, dass auch die Kosmetikriesen sich davon inspirieren lassen. Schließlich gab’s das Phänomen in der Vergangenheit bereits – beispielsweise bei festen Beautyprodukten wie Haarseifen und Gesichtsseifen: Kleine Brands fingen damit vor circa drei Jahren an und nun findet Ihr sie auch im Sortiment von z. B. Sante, Garnier, Nivea, NatureBox, Schauma und Guhl. Aber schauen wir uns doch mal die Vorreiter des Waterless Beauty-Trends an – wir haben da ein paar tolle Labels parat:

Sash natural skincare manufacture

Die vegane Newcomer-Marke aus Berlin verzichtet gänzlich auf Wasser und Alkohol. Gründerin Sandra Heidelberg ist medizinische Kosmetikerin und stellt Hautpflege und Schminke in kleinen Chargen per Hand im eigenen Labor her. Mein Favorit: die „Organic Seren“ als Serum-in-Öl mit wertvollen Pflanzenölen aus dem Amazonasgebiet.

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Shamanic

Die Naturkosmetik von Shamanic basiert auf kaltgepressten Pflanzenölen aus dem Amazonasgebiet. Die Nüsse, Früchte und Harze werden dafür von indigenen Völkern nach schamanischen Kriterien in Wildsammlungen per Hand geerntet, sorgsam kaltgepresst, ungefiltert und unraffiniert in reinster Form nach Europa gebracht. In der Starnberger Manufaktur komponieren die Macher von Shamanic daraus hochwirksame Naturkosmetik wie Lippenmaske, Gesichts-/Körperöle sowie farbstarke dekorative Kosmetika ohne jegliche künstliche Zusätze. Mein Favorit: das „Care & Shine Lip Cream Oil“ mit reichlich Pflanzenbuttern und -ölen.

 

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Oliveda

70 Prozent eines Hautpflegeprodukts bilden Wasser. Bei Oliveda ist das anders: Über ein aufwendiges biotechnologisches Verfahren ersetzt die Marke den Wasseranteil durch das Zellelixier und den Hydroxytyrosol-Komplex des Olivenbaums. Der Extrakt des Olivenblatts ist ein wertvolles Antioxidant, das sich mit weiteren Pflanzenölen bestens kombinieren lässt. Der zweite Inhaltsstoff, den Ihr auf der INCI-Liste der Oliveda-Produkte findet, ist zwar Wasser – aber eben in deutlich geringerer Menge als üblich. Das macht sich bei der Pflegewirkung von der ergiebigen Gesichts-/Körperpflege von Oliveda bemerkbar. Die parfümierten Produkte sind für jeden Hauttyp in jedem Alter geeignet. Zusätzlich zur Pflege gibt’s auch Tees und Nahrungsergänzungsmittel. Mein Favorit: das „F06 Cell Active Serum“ mit Honig, Aloe Vera-Saft und Bisabolol.

Voyanics

Das moderne Berliner Clean Beauty-Label von Aromatherapeutin und Gesundheitscoach Daniela Mellis bietet eine feine Range an liebevoll kuratierten Pflanzenölen für Gesicht und Körper. Die veganen wertvollen Mono-Öle enthalten nur einen Wirkstoff – wie z. B. das aktuell angesagte Moringa-Öl, das entzündungshemmende Babassu-Öl, das glättende Baobab-Öl oder das beruhigende Tamanu-Öl. Die Öle sind frei von Duftstoffen und eine ideale Grundlage für Gua Sha-Stein-Massagen. Wie diese richtig gelingen, können Interessierte bei Daniela Mellis in einem Online-Workshop lernen.

 

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Titelbild: ©TanyaRow on iStock