Die Nachfrage nach natürlicher Kosmetik steigt weiterhin und mit ihr auch der bewusste Umgang mit Inhaltsstoffen. Beim Blick auf die Zutatenliste mancher Beauty-Produkte kommt man schnell ins Grübeln: Mit teilweise über 50 Inhaltsstoffen in nur einem Produkt ist es kein Wunder, dass sich empfindliche und sensible Haut zum Trend entwickelt. Clevere Beauty Brands haben sich diesem Problem angenommen und den Begriff „Clean Beauty“ ins Leben gerufen.

Cleane Marken kritisieren häufig, dass die Beauty Branche praktisch keinen Regeln unterliegt. Durch smartes Marketing ist es kein Problem, kritische Inhaltsstoffe zu verschleiern oder zu beschönigen. Mit anderen Worten, das, was auf der Vorderseite angepriesen wird, muss in keinster Weise mit dem übereinstimmen, was in der Ingredients-Liste zu finden ist.

DAS PRINZIP „CLEAN BEAUTY“

Ganz nach dem Motto „Weniger ist mehr“ sind cleane Produkte auf das Wesentliche reduziert und bestehen in der Regel aus nur wenigen, gut ausgewählten Inhaltsstoffen. Einfach gesagt handelt es sich bei „Clean Beauty“ um Produkte, die auf oft kritisierte Inhaltsstoffe verzichten. Diese Stoffe stehen beispielsweise in Verdacht, Hautirritationen und Allergien auszulösen oder sogar gesundheitsschädigend zu sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass „Clean Beauty“ die Antwort auf jedes Hautproblem ist. Clean heißt nur „Frei von“ und nicht „Besser als“. Wer aber auf bestimmte Inhaltsstoffe verzichten möchte oder einfach vorsichtig ist, kann sich an cleaner Hautpflege orientieren.

frau mit creme im gesicht

©CoffeeAndMilk/iStock

AUF WELCHE INHALTSSTOFFE VERZICHTET CLEANE BEAUTY?

Cleane Produkte sind in der Regel frei von den am häufigsten kritisierten Inhaltsstoffen. Dazu gehören beispielsweise

Butylhydroxytoluol (BHA) und BHT – Butylhydroxytoluol ist ein farb- und geruchloser kristalliner Feststoff, der in Kosmetik als günstiges Antioxidationsmittel eingesetzt wird. BHT wirkt stark sensibilisierend und steht im Verdacht, Hautirritationen hervorzurufen. Die EU-Kommision Scientific Committee on Consumer Safety stuft den Stoff deswegen als sehr bedenklich ein.

Chemische Lichtschutzfilter – Chemische Filter dringen in die äußere Schicht der Oberhaut ein und wandeln die UV-Strahlen in Wärme um. Dabei entstehen aber auch chemische Reaktionsprodukte, deren Wirkung noch nicht vollends erforscht ist und deren Unbedenklichkeit noch nicht bewiesen werden konnte. Dazu gehören: Benzophenon, Diphenylmethanon, Diphenylketon, 119-61-9, Benzoylbenzol, Phenylketon, Oxybenzon, 2-Hydroxy-4-Methoxybenzophenon, 131-57-7, Benzophenon-3, (2-Hydroxy-4-Methoxyphenyl) und Octinoxat.

Ethanolamine – Dieser Stoff reguliert und stabilisiert den pH-Wert in kosmetischen Produkten. Gleichzeitig findet man ihn auch in Fotoentwicklern sowie in Blondierungen und permanent Colorationen.  Ethanolamine können mit Chemikalien wie Nitrosaminen verunreinigt sein, die wiederum im Verdacht stehen, Krebs zu verursachen.

Hydrochinon – Hydrochinon ist ein aufhellender Stoff, der bei Pigmentstörungen und Altersflecken oder zur Haaraufhellung verwendet wird. Allerdings gehören Hautreizungen bis hin zu Dermatitis, Exzemen, Hypertrichosis und allergische Reaktionen der Haut zu seinen Nebenwirkungen. In Tierversuchen konnte eine krebserzeugende Wirkung nachgewiesen werden.

PEGs –Polyethylenglykole wirken als Emulgator. Das bedeutet, dass sie Wasser mit Öl verbinden und damit die Konsistenz von Kosmetika verbessern. Der Ausgangsstoff für Polyethylenglykole ist Ethylenoxid, besser bekannt als Grundstoff für Frostschutzmittel (Ethylenglycol) und ein bekanntest Karzinogen.

Parabene – Parabene sind Chemikalien, die als Konservierungsstoff in kosmetischen Produkten eingesetzt werden. Sie stehen allerdings in Verdacht, den menschlichen Hormonhaushalt zu beeinflussen, da sie dem weiblichen Sexualhormons Östrogen sehr ähnlich sind. Außerdem sollen sie sich im Körper anlagern und in fast jedem Menschen nachzuweisen sein. Langzeitstudien an Menschen gibt es dazu aber noch nicht.

Phthalate – Bestimmte Phthalate wie Dibutylphthalat, auch bekannt als DBP oder DEHP und DEP zählen zu den hormonell wirksamen Chemikalen. Sie werden mit ADHS, Krebs, verfrühter Pubertät oder Fruchtbarkeitsstörungen in Verbindung gebracht. Oft erkennt man Phthalate nicht sofort auf der Zutatenliste, dabei verstecken sie sich auch unter dem Begriff „Duft“ oder „Fragrance“.

Silikone – Viele Haut- und Haarpflege-Produkte enthalten heutzutage synthetische Silikone. In der Hautpflege dienen sie als ölige Komponente und ersetzen z.B. pflanzliche Öle. Silikone erkennt man in den Inhaltsstoffen an den Endungen -cone oder -xane wie Dimethicone, Methicone, Polysiloxane und Cyclomethicone. Eine gesundheitsschädliche Wirkung konnte ihnen nicht nachgesagt werden, allerdings stehen sie unter Verdacht, sich abzulagern und die Gesichtshaut zu überpflegen.

Toluol – Das Lösungsmittel ist eine farblose Flüssigkeit, die überwiegend in Haarfärbemitteln, Nagellack und Nagellackentferner verwendet wird. Es wird vermutet, dass Toluol giftig für das Immunsystem ist und bei häufigem Kontakt zu Kopfschmerzen, übelkeit, Schwindel und Hautreizungen führen kann.

Nützlich: Natürlich gibt es noch viele weitere Inhaltsstoffe, die als bedenklich eingestuft werden. Unter codecheck.info oder über cosmile.app findet man detaillierte Informationen zu den Inhaltsstoffen von Kosmetika.

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