Die Zeiten ändern sich zum Glück und so findet inzwischen auch immer mehr ein öffentlicher Austausch über eines der natürlichsten Dinge der Welt statt: Die Menstruation. Während man lange nur die Wahl zwischen Binden und Tampons hatte, gibt es mit der Menstruationstasse inzwischen eine weitere Option, die sich wachsender Beliebtheit erfreut. Doch wie funktioniert diese eigentlich und was sind die Vor- und Nachteile?

WAS IST DIE MENSTRUATIONSTASSE?

Die Menstruationstasse (auch Menstasse, Menstruationsbecher, Menstruationsglocke oder Menstruationskappe) ist ein kleiner kelchförmige Hygienartikel, der in die Scheide eingeführt wird, um dort das Blut während der Periode aufzufangen. Sie gilt damit als Alternative zu Tampon oder Binde, die das Blut stattdessen aufsaugen. Im Englischen wird die Menstruationstasse übrigens Menstrual Cup oder Moon Cup genannt. Sie wird sowohl in Einheitsgrößen als auch in verschiedenen Größen hergestellt. Anfangs wurden Menstruationstassen ausschließlich online verkauft, doch inzwischen findet man sie auch in der Apotheke oder in der Drogerie. Dank der Verbreitung durch Bloggerinnen und eine allgemein offenere Gesprächskultur im Zusammenhang mit diesem Thema, erfreuen sich Menstruationstassen wachsender Beliebtheit.

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VORTEILE DER MESTRUATIONSTASSE

Die Menstruationstasse wird gefaltet in die Scheide eingeführt, sodass kein Sauerstoff zum Menstruationsblut gelangt und keine unangenehmen Gerüche entstehen. Außerdem wird der Kontakt mit möglichen körperbelastenden Stoffen vermieden. Einige Tampons und Binden stehen nämlich im Verdacht, gebleicht oder anderweitig chemisch behandelt zu werden. Laut Hersteller kann die Menstruationstasse bis zu 12 Stunden und damit sehr lange getragen werden.

Die Verarbeitung aus medizinischem Silikon, thermoplastischem Elastomer oder Latex trocknet die Scheidenflora nicht aus und hinterlässt weniger Rückstände in der Scheide. Es wird sogar vermutet, dass mit der Menstruationstasse weniger Infektionen auftreten als mit Tampons.

Auch aus ökologischen Gründen erfreuen sich Menstruationstassen großer Beliebtheit. Dadurch, dass sie wiederverwendbar sind, wird Müll vermieden und sie sind zudem auf lange Sicht günstiger als Tampons und Binden (Hersteller sprechen von einer Lebensdauer von bis zu 10 Jahren bei Anschaffungskosten zwischen 15 € und 40 €). Menstruationstassen können ein größeres Aufnahmevermögen als Tampons haben und daher zum Beispiel bei stärkeren Blutungen eine willkommene Alternative sein. Als weiterer Vorteil wird von den Verfechtern der Menstruationstasse die Möglichkeit genannt, dass die Frau das Menstruationsblut im Hinblick auf Menge, Zusammensetzung und Farbe beurteilen kann. Dadurch lassen sich Rückschlüsse auf die Gesundheit und den Zyklus ziehen.

NACHTEILE DER MENSTRUATIONSTASSE

Ähnlich wie ein Tampon wird die Menstruationstasse eingeführt, was für manche Frauen unangenehm sein mag oder als unhygienisch empfunden wird. In der Handhabung braucht es am Anfang etwas Übung und der Gebrauch kann vor allem außerhalb der eigenen vier Wände eine Herausforderung sein. Die meisten öffentlichen Toiletten oder auch Gemeinschaftstoiletten im Büro haben nur ein Waschbecken im Vorraum, sodass man dort die Menstruationstasse auswaschen müsste. Das kann sowohl für die Anwenderin als auch die Umgebung unangenehm sein.

Alternativ kann man die Tasse mit Toilettenpapier auswischen oder eine kleine Flasche Wasser mitzuführen, um sie in der Kabine auszuspülen. Außerdem gibt es auch spezielle Feuchttücher auf Wasser- und Alkoholbasis, die extra für die Reinigung der Menstruationstasse konzipiert sind. Alternativ kann man eine Ersatz-Menstruationstasse mitnehmen.

Da das Blut aufgefangen statt aufgesaugt wird, kommt man direkt mit dem Menstruationsblut in Kontakt. Während das hinsichtlich der Gesundheitsvorsorge auch ein Vorteil sein kann (s.o.), ist es für viele Anwenderinnen unangenehm. Der volle Becher muss ausgeleert werden – daran muss man sich definitiv gewöhnen!

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TOXISCHES SCHOCKSYNDROM UND DIE MENSTRUATIONSTASSE

Bezüglich des Toxischen Schocksyndroms (TSS), das durch das zu lange Tragen von Tampons ausgelöst werden kann, ist bisher nur ein Fall im Zusammenhang mit der Menstruationstasse bekannt. Dieser trat aber vermutlich durch eine Verletzung in der Scheide auf, wodurch Bakterien leichter eindringen konnten.

FÜR WEN IST DIE MENSTRUATIONSTASSE GEEIGNET?

Laut den Herstellern ist die Menstruationstasse für Frauen jeden Alters geeignet. Lediglich sehr junge, heranwachsende Frauen und Jungfrauen sollten eher von der Benutzung absehen. Erstens, weil die Menstruationstasse eventuell das Jungfernhäutchen zerstören könnte und zweitens, weil das Einführen für sie eventuell noch befremdlich ist. Dank der verschiedenen Größen kann sowohl mit Rücksicht auf den Körperbau als auch die Stärke der Blutung eine passende Variante ausgewählt werden.

WIE WENDET MAN DIE MENSTRUATIONSTASSE AN?

Man kann die Menstruationstasse schon vor Beginn der Periode einsetzen und zum Beispiel auch nach dem Sex zum Sammeln der Samenflüssigkeit. Sie kann auch beim Sport oder in der Sauna getragen werden.

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Vor der ersten Anwendung und nach jedem Zyklus: Menstruationstasse sterilisieren. Die Tasse in einen Topf mit kochendem Wasser geben und zehn Minuten auskochen. Danach bei regelmäßigen Gebrauch:

1. Vor jedem Einführen und nach dem Herausnehmen Hände waschen

2. Die Tasse mithilfe der favorisierten Falttechnik einführen (es gibt Abbildungen in der Packungsbeilage) und mit dem Finger überprüfen, ob sie sich vollständig entfaltet hat

3. Die Tasse je nach Stärke der Periode nach ca. 8, maximal jedoch 12 Stunden entleeren

4. Zum Entleeren die Tasse am Ende leicht zusammendrücken und am Stiel, Ring oder an der Kugel herausziehen

5. Den Inhalt in die Toilette leeren. Anschließend die Menstruationstasse unter fließendem, lauwarmen Wasser mit einer milden Seife säubern. Kein Desinfektions- oder andere scharfe Reinigungsmittel verwenden!

6. Bei Bedarf wieder einsetzen

7. Nach dem Ende der Periode die Tasse in einem sauberen, atmungsaktiven Behälter bis zum nächsten Zyklus aufbewahren

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