Wir müssen reden, liebe Ladies. Und es wird jetzt privat und persönlich. Denn wir brechen ein Tabu. In Zeiten des neuen Feminismus, wo über Brüste und Menstruation beim Caffè Latte gesmalltakt wird, wagen wir uns jenseits des Venushügels… 

Wir sprechen heute über den Intimbereich und über die Vagina. So, jetzt ist es raus. Und, steigt Euch gerade die Schamesröte ins Gesicht? Wir üben uns auch in Coolness, denn so ganz frei von der Leber weg (huch, das sind aber heute echt viele Körperteile) geht uns das Thema auch nicht. Aber gerade diese Themen, wo wir scheu, schüchtern und zurückhaltend sind, sollten angesprochen werden. Aktuell tun genau das viele Feministinnen und Bloggerinnen: Sie schreiben über Menstruationsbeschwerden, bloggen über Intimrasur und geheime Haarpracht, sie posten auf Instagram Bilder, die einer Vagina ähnlich sehen – wie z. B. die allseits präsente Callablüte. Es scheint offener zuzugehen bei den jungen Frauen. Und das ist gut so. Wenn Magazine über Sexstellungen und Tipps für einen schnellen Orgasmus schreiben können, dann bitte auch über die Körperteile, die Frau dazu braucht. Man kann über den Intimbereich berichten: ganz neutral, ganz sachlich, ganz faktisch. Wir üben das gerade. Und man kann den wohl persönlichsten Bereich des Körpers an Schönheitsidealen messen. Im Netz fragen sich wieder zig Frauen „Ist mein Venushügel zu fett?“, Was muss ich tun, damit meine Vagina Männern gefällt?“ und „Muss ich mein Schamhaar rasieren oder nicht?“. Diese Fragen werden wir Euch nicht beantworten können, denn es liegt uns fern, dass Ihr Euch noch wegen der Vulva verrückt macht. Sorry, aber Dellen an den Oberschenkeln, zu große oder zu kleine Brüste und schwabblige Körperregionen sind für die meisten von uns schon Grund genug zum Frust. Mehr muss nicht sein. Übrigens: Jede Vulva (als Vulva bezeichnet man die äußeren Geschlechtsorgane) und jede Vagina sieht anders aus – gut gepflegt fühlt Ihr Euch untenrum gleich wohler und attraktiver. Wie das gelingt: Wir klären auf. Willkommen zur Biostunde bei Beautypunk.

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MILIEU-STUDIE 
Die Vagina hat ein saures Milieu – das bedeutet, der pH-Wert liegt bei 4 bis 4,5 Prozent. In diesem Bereich sollte er auch bleiben, damit der natürliche Säureschutzmantel der Schleimhäute erhalten bleibt. Gerät der pH-Wert aus dem Gleichgewicht, kann das zu Reizungen, Brennen oder Juckreiz führen. Auch der Geruch kann sich negativ verändern, schlimmstenfalls nisten sich Bakterien ein oder es entsteht ein Pilz. Um das zu vermeiden, solltet Ihr keine parfümierten Duschgele verwenden. Sie haben meist einen alkalischen pH-Wert zwischen 9 und 11. Nichts für die Pflege der Vulva! Bitte auch aufpassen bei Badezusätzen mit ätherischen Ölen und Seifen: Sie können die Schleimhäute reizen. Nach dem Bad immer den Intimbereich mit klarem Wasser waschen. Wichtig: Innen wird die Vagina nicht gereinigt – das erledigt sie nämlich von ganz alleine!

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WENIGER IST MEHR 
Wie Ihr nun wisst, ist die Flora des Intimbereichs sehr empfindlich. Darum solltet Ihr den Intimbereich auch nicht zu häufig waschen. Einmal am Tag reicht völlig aus. Benutzt zum Waschen des Intimbereichs einen Wegwerf-Waschlappen oder wechselt Euren Waschlappen nach jeder Wäsche. Wascht die Waschlappen bei 60 Grad, sodass Bakterienbildung keine Chance hat. Verzichtet auf Intimsprays und Deos – sie reizen die Schleimhäute. Wenn Ihr meint, Ihr würdet nicht gut riechen, sprecht mit Eurer Frauenärztin darüber – sie kann testen, ob Euer pH-Wert stimmt oder eine Infektion vorliegt. Keine Bange: Intimgeruch ist meist kein Zeichen für mangelnde Hygiene, sondern kann eine Infektion bedeutet, die sich Frau leider sehr schnell bei noch so arger Vorsicht auf öffentlichen Toiletten oder in Schwimmbädern einfangen kann.

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SCHAMHAAR: JA ODER NEIN?
Die einen sagen so, die anderen so. Wir sagen: Mach’s nach Lust und Laune. Schamhaar ist wieder „in“, denn der Beautytrend geht „back to bush“. Allerdings sagten 74 Prozent der Frauen bei einer Studie von dem Rasierherstellen Wilkinson, dass eine blanke Scham für besseren Sex sorge. Vielleicht liegt diese Vermutung aber nur daran, dass sich die Frauen mit unbewachsenem Venushügel wohler und attraktiver fühlen und die Zweisamkeit so mehr genießen konnten?! Wenn Ihr auf Kahlschlag steht, dann könnt Ihr mittels Enthaarungscreme, Rasierer (bitte eine scharfe und saubere Klinge verwenden), Waxing oder Epilation Euer Schamhaar entfernen. Passt dabei auf, dass Ihr Euch nicht schneidet – besonders im Bereich der Lymphknoten! Wer nicht ganz nackig sein möchte, kann sein Schamhaar dank speziellen Rasierern mit Trimmer-Aufsätzen in Form bringen: Landebahn, Herzchen, Blitz, Pfeil, Hashtag – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Nach der Rasur empfehlen wir einen After Shave-Balsam gegen Rasurbrand, Rötungen und Pickelchen. Tragt nach der Rasur immer einen Baumwollslip, der nicht auf der empfindlichen Haut scheuert. Wenn’s juckt, cremt mit einer parfumfreien Lotion.

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PFLEGE WÄHREND DER PERIODE 
Ihr müsst während der Menstruation nicht in Reinheitswahn verfallen. Es reicht, den Intimbereich einmal täglich mit lauwarmem Wasser zu waschen. Binden und Tampons sollten alle 8h gewechselt werden; ist die Blutung stark, auch öfter. Wer empfindlich bei Duftstoffen reagiert, sollte Binden ohne flüssigen Gelkern oder duftneutralisierende Chemie tragen.

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WAS TUN, WENN´S BRENNT? 
Nach einem ausgedehnten Liebeswochenende brennt es zwischen den Beinen? Kann schon mal passieren. Kein Grund zur Sorge. Manche Frauen werden nach mehrmaligem Sex wund. Das kann verdammt unangenehm sein. Was ist zu tun? Ein Sitzband mit Kamille desinfiziert und beruhigt, Pflege mit einer speziellen Feuchtcreme wie z. B. Vagisan lässt die Schleimhaut abschwellen und lindert die Reizungen. Verzichtet ansonsten auf sämtliche Pflegeprodukte und wascht Euch nur mit lauwarmem Wasser. Sollte die Reizung nach 4-5 Tagen nicht abklingen, ruft Eure Gynäkologin an und schildert das Problem. Sie wird gute Tipps haben.

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RAN AN DIE WÄSCHE 
Es ist kein Geheimnis, dass Wäsche aus Kunstfasern nicht so hygienisch ist wie Baumwollwäsche. Warum? Weil man in Kunstfasern schneller schwitzt und sich die Hitze staut. Das ist ein guter Nährboden für Bakterien und/oder Pilze. Wer gerne Tangas trägt, kann sich besonders schnell infizieren. Da helfen nur das tägliche Wechseln der Unterwäsche und deren gründliches Waschen. Oftmals bleiben bei synthetischen Stoffen leider auch nach der Wäsche bei 30 Grad (bei höherer Temperatur läuft die Wäsche ein) Bakterien und/oder Pilze hängen. Die Zugabe von speziellem Hygienewaschmittel, z. B. von Sagrotan, könnte das verhindern. Wer auf Nummer sicher gehen mag, trägt Baumwoll-Unterwäsche, die man heiß waschen kann.

WICHTIGER HINWEIS
Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er ersetzt keinen Arztbesuch.

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