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Das musst Du wissen!

Kolloidales Silber: Alternative Wunderwaffe oder glänzende Gefahr?

Als kolloidales Silber bezeichnet man eine Flüssigkeit, die winzigste Silberteilchen enthält, sogenanntes Nanosilber. Um diese Kleinstbestandteile herzustellen wird das Silber zerkleinert, zum Beispiel in Kolloidmühlen oder über chemische Verfahren. Manche Hersteller verkaufen das gelöste Silber auch als „Silberwasser“.

Was ist kolloidales Silber?

Silberpartikel wurden weit bis ins 20. Jahrhundert von Medizinern in der westlichen Welt angewandt, um Infektionskrankheiten zu bekämpfen. Durch die Erfindung des Antibiotikums geriet das kolloidale Silber aber immer mehr in Vergessenheit. Heutzutage wird es jedoch wieder häufiger und auf verschiedene Weise genutzt. Die Silberpartikel stoßen sich aufgrund ihrer elektrischen Ladung gegenseitig ab uns schweben daher in der Flüssigkeit. Die Partikel sind dabei so klein, dass selbst die winzigste Bakterie noch 2000mal grösser als ein Silberpartikel im Kolloidalen Silber ist. Je geringer die Partikelgröße ist, umso höher ist die Wirkung, weil die Partikel dann besser in schädliche Bakterien, Viren oder Pilze einzudringen und diese zu zerstören können.

Das Silber, das übrigens auch in der Kosmetik Anwendung findet, ist sogenanntes Mikro-Silber und deutlich größer als kolloidales Silber (etwa 1000fach größer als Nanoteilchen). Es hat aber eine ähnliche Wirkung, da es den Nährboden von Bakterien und Pilzen zerstört und so deren Vermehrung verhindert.

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Kolloidales Silber als Arzneimittel

Kolloidalem Silber wird eine antibiotische Wirkung zugeschrieben und es wird daher vor allem zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten eingesetzt. Obwohl noch nicht nachgewiesen wurde, wie das Silber genau wirkt, vermuten Experten, dass es die Mikroorganismen bindet und den Körper anregt, sie auszuscheiden. Kolloidales Silber kann als Arzneimittel sowohl innerlich wie auch äußerlich angewendet werden. Man kann es einnehmen, auf die Haut auftragen oder spritzen. Es gibt zum Beispiel Cremes oder Pflaster mit kolloidalem Silber.

Vor allem aufgrund seiner Wirksamkeit gegen Viren gilt das kolloidales Silber als eine willkommene Alternative bei der Behandlung von zum Beispiel Erkältungen. Da alle gängigen Antibiotika nur gegen Bakterien, nicht jedoch gegen Viren helfen, versagen sie hier. Das kolloidale Silber greift im Gegensatz zu herkömmlichen Medikamenten an der Ursache an anstatt Symptome zu unterdrücken. Durch die Bekämpfung von Viren und Bakterien wird das Immunsystem entlastet und auch die Schleimbildung wird reduziert, da sich Schleim nur mit dem Ziel bildet, Viren und Bakterien aus dem Körper zu schaffen.

Äußere Anwendung

Die äußerliche Anwendung von kolloidalem Silber ist flüssig oder als medizinische Silber-Hautcreme möglich.

Für die äußere Anwendung wird kolloidales Silber zum Beispiel bei folgenden Fällen angewendet:

  • Kleinere Schnitte
  • Kratzwunden
  • Verbrennungen
  • Abschürfungen
  • Pickel (Desinfektion)
  • Fußpilz
  • Gürtelrose
  • Herpes
  • Neurodermitis
  • Streptokokken/Staphylokokken-Infektionen der Haut
  • Augen- und Augenlidentzündungen
  • Bindehautentzündung
  • Akne
  • Eitrige Hautinfektionen
  • Insektenstiche

Innere Anwendung

Zur inneren Anwendung benutzt man das kolloidales Silber, wenn die Beschwerden das Immunsystem überlasten und der Körper kurzfristige Unterstützung benötigt. Die innerliche Anwendung sollte jedoch sparsam erfolgen und sollte wirklich nur bei Bedarf vorgenommen werden. So ist kolloidales Silber kein Nahrungsergänzungsmittel ist und sollte nicht täglich eingesetzt werden. Die Einnahme erfolgt am besten mit einem Löffel aus Kunststoff und wirkt am besten auf nüchternen Magen. Vor der Einnahme das Fläschchen gut durchschütteln, damit sich die Partikel verteilen. Das kolloidales Silber sollte kurz im Mund behalten werden, dann können die Partikel bereits über die Mundschleimhaut aufgenommen werden.

Für die innere Anwendung wird kolloidales Silber zum Beispiel bei folgenden Fällen angewendet:

  • Husten / Keuchhusten
  • Lungenentzündung
  • Durchfall
  • Blasenentzündung
  • Prostatabeschwerden
  • Magenschleimhautenzündung

Wichtig: kolloidales Silber darf nicht erhitzt und inhaliert werden.

Kritische Stimmen: Ist kolloidales Silber sicher?

Kolloidales Silber sollte immer nur zur akuten Behandlung von Erkrankungen eingesetzt und nicht täglich eingenommen werden. Laut den Herstellern ist kolloidales Silber völlig unbedenklich, da es nicht in hohen Dosen und über einen langen Zeitraum eingenommen wird. So müsste man täglich 20 Einzeldosen zu sich nehmen, um den als kritisch bezeichneten Grenzwert zu erreichen. Dieser Grenzwert liegt bei knapp über 1 Milligramm pro Tag.

Eine wirklich bedenkliche, jedoch äußerst seltene Nebenwirkung ist die sogenannte Argyrose, eine bleibend graue Hautverfärbung, die durch die Einlagerung von Silberpartikeln im Körper entsteht. Allerdings müsste man mehrere Liter kolloidales Silber am Tag zu sich nehmen, damit eine solche Nebenwirkung auftritt.

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Das sagt die Wissenschaft zu kolloidalem Silber

Laut einigen Forschungsergebnissen lagert sich Nanosilber jedoch besonders im zentralen Nervensystem ab und kann zu folgenden Symptomen führen:

  • Geschmacksstörungen
  • Geruchsempfindlichkeit
  • Krampfanfälle
  • Schwindel
  • Oberbauchschmerzen
  • Nierenschäden

Frauen, die kolloidales Silber während der Schwangerschaft einnehmen, riskieren möglicherweise Fehlbildungen beim Neugeborenen. Ein weiterer Punkt ist außerdem, dass Nanopartikel in Verdacht stehen, die DNA zu schädigen, und die Entstehung bestimmter Tumore zu begünstigen. Aus diesem Grunde müssen Produkte, die Nanopartikel enthalten auch entsprechend gekennzeichnet sein.

Es gibt noch keine klinischen Studien, die einen Nutzen von kolloidalem Silber in Bezug auf Erkrankungen belegen. Vielmehr erfüllen Silberpartikel im Körper keine Funktion und können angeblich insbesondere als Nanosilber als Zellgift wirken und auch biochemische Prozesse im Körper stören. Die Wirkung von Silberpartikeln auf der Haut, zum Beispiel in Verbandsmaterialien für Verbrennungen, Wunden oder Hautinfektionen hingegen ist weitestgehend anerkannt.

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