Luxusmode verbindet man immer noch nicht als erstes mit Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein, dabei haben gerade die großen Labels enormen Einfluss. Gucci stellt mit „Off The Grid“ seine erste Kollektion aus der Circular Linie vor, die Mode- und Umweltbewusstsein vereinen soll.

NACHHALTIGKEIT IM LUXUSSEGMENT WAR LANGE EIN WIDERSPRUCH

„Gucci Off The Grid ist für den umweltbewussten Lebensstil entworfen, der die Verwendung von recycelten, regenerierten, ökologischen und nachhaltig bezogenen Materialien in den Fokus rückt.“, schreibt die Marke selbst über ihre Kollektion und dürfte damit so einige Fashion Victims überraschen. Denn während Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein längst bei vielen Marken eine wichtige Rolle spielen, war das Luxussegment gefühlt lange noch eine unabhängige Enklave.

 

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Green Fashion wollte vermeintlich nicht zum Jet Set und den Rich Kids passen. Champagner schlürfende Neureiche wollen in ihrem Chalet in der Schweiz oder Aspen nichts von umweltfreundlichen Materialien und Ökologie wissen. Schick muss es sein – und teuer. Der Fokus der Labels liegt auf Optik und bei vielen Konsumenten schlicht auf der Funktion als Statussymbol. Umso positiver ist es, dass Gucci mit der „Off The Grid“ Kollektion ein Zeichen setzt.

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DIE VISION EINES MODERNEN ABENTEURERS – NACHHALTIGKEIT MEETS LUXUS

„Von der Bildfläche verschwunden“, „abgeschaltet vom Netz“ oder „abgekoppelt vom Versorgungsnetz leben“ so lauten die Übersetzungen des Kollektionsnamens „Off The Grid“ und es ist klar, welches Bild Gucci damit zeichnen will: Eine Version des modernen Abenteurers, der sich befreit vom urbanen Stress und verantwortungsvoll aber gleichermaßen stylish konsumiert. Die Kollektion soll für die Stadt und das Land gleichermaßen geeignet sind und das belegen auch die Kampagnenfotos, die die Accessoires umgeben von Häuserschluchten und Pflanzen zeigen. Es sollen hier keine kernigen Naturburschen angesprochen werden, das wäre auch zu weit entfernt vom grellen und luxuriösen Image der Marke. Stattdessen ist die Handschrift des Labels in den Reisetaschen, Rucksäcken, Sneakern, kleinen Accessoires und Ready-To-Wear-Modellen noch erkennbar.

 

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Das ikonische Doppel G-Logo findet sich bei den Modellen zwischen 290 € und 1690 € nun auf regeneriertem Nylon namens ECONYL®. Dieses wird aus Fischernetzen, Teppichen und anderen wiederverwertbaren Produkten gewonnen und mit lösungsmittelfreiem, recyceltem Polyester aus PET-Flaschen sowie Stoffresten aus Guccis eigenen Herstellungsprozessen kombiniert. Die Kollektion folgt damit dem Prinzip einer Kreislaufproduktion als Gegenentwurf zur Fast Fashion und Wegwerfmentalität. Mode als Teil eines Kreislaufs, bei dem Materialien wieder zurück in die Produktion gelangen, statt auf dem Müll zu landen. Passend dazu kreierte die Marke zum eigenen 100. Geburtstag das Projekt „Gucci Equilibrium“, mit dem sie Umweltschutz, Inklusion und Respekt fördern will.

 

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FAZIT

Es lässt sich trefflich darüber streiten, wie ein Luxuskonzern und Umweltbewusstsein zusammenpassen. Für viele bleibt es ein unauflösbarer Widerspruch, der nicht zum sonstigen Image der Marke passt. Dabei verpasst man aber eine Chance: Zu erkennen, dass ein so großes Label wie Gucci mit der Zuwendung zu einer Kreislaufproduktion (und sei aus auch vorerst mit einer Kollektion) den Anstoß für einen echten Wandel in der Branche geben kann.

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Louis Vuitton Fans können in Japan seit Kurzem ein Café der Marke besuchen. Ein Trend, dem auch andere Luxusmarken bereits gefolgt sind. Tiffany Mimosas sind das perfekte Upgrade für deine nächste Grillparty – ein echter Eyecatcher in der typischen Farbe des Labels. Corona hat die Modeindustrie schon jetzt nachhaltig verändert, denn immer mehr ziehen Ernsthaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein im Modezirkus ein.

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