Manchmal muss einfach eine neue Haarfarbe her und wer auf der Such nach einer natürlichen Alternative zu chemischen Produkten ist, landet schnell bei Henna. Losgelöst von Trends ist die pflanzliche Coloration nach wie vor beliebt. Wer erklären euch, was Henna genau ist, wie ihr es benutzt und was ihr dabei beachten müsst. 

WAS IST HENNA?

Neben Henna Tattoos (Mehndis), die ursprünglich aus Nordwestindien, dem heutigen Pakistan stammen und zu kosmetischen wie rituellen Zwecken schon seit dem Altertum bekannt sind, wird Henna auch als Haarfarbe benutzt. Es wird aus dem Strauch Lawsonia Inermis gewonnen, der zu einem kleinen Baum von ein bis zwei Metern heranwächst. Das Hennapulver wird aus den Blättern gewonnen, die geerntet, im Schatten getrocknet und anschließend gemahlen werden. Das Trocknen im Schatten ist besonders wichtig, da durch zu starke Sonne der rote Farbstoff der Blätter zerstört wird. Das daraus entstandene Pulver wird zu der Hennapaste gemischt.

henna tattooFÜR WEN IST HENNA GEEIGNET?

Henna ist für jeden Haartyp sowie für Männer und Frauen geeignet. Da es zu 100% natürlich ist, empfiehlt es sich auch für Menschen mit besonders empfindlicher Kopfhaut und für Allergiker. Jedoch sollte wie bei herkömmlichen Produkten ein erster Verträglichkeitstest gemacht werden. Bei grauen Haaren muss man etwas aufpassen: Färbt man graue Haare mit reinem Henna, erhält man rote Haare und kann so einen Strähnchen-Effekt erzielen. Bei höherem Grauanteil der Haare ist das Ergebnis jedoch nicht mehr so schön. Wichtig: Die letzte Haarfarbe oder -Tönung sollte mindestens sechs Wochen zurückliegen, damit Henna eine intensive Farbe ergibt. Falls ihr bisher Haarpflege mit Silikonen benutzt habt, solltet ihr ebenfalls einige Wochen warten. Da die Silikone eine Schicht um das Haar legen, nehmen die Haare die Hennafarbe nicht so gut an.

Henna PulverWAS SIND VORTEILE UND NACHTEILE VON HENNAFARBE?

Zuerst muss man sagen, dass die Qualität und Verträglichkeit der chemischen Farben sich in den letzten Jahren stark verändert hat und selbst für Menschen mit empfindlicher Kopfhaut sich leicht ein passendes Produkt findet. Henna ist allerdings eine gute Alternative wenn man eine komplett natürliche Variante ausprobieren möchte oder seinem Haar durch eine zu häufige und starke Belastung mit Chemikalien eine Auszeit gönnen will. Natürlich benutzen auch viele Henna aus Überzeugung, da es sich – zumindest bei reinem Henna – um ein wirklich vollständig natürliches Produkt handelt. Zudem pflegt es das Haar und Haarbruch, Spliss, trockenes und stumpfes Haar können bekämpft werden. Mit der regelmäßigen Anwendung und ein paar richtigen Pflegetipps können Probleme mit der Haarpracht sogar ganz verschwinden. Wichtig: Henna reagiert nicht mit Kunststoffen oder Porzellan. Kleine Farbspritzer im Bad sind also ganz leicht wieder zu entfernen, im Gegensatz zu den meisten chemischen Haarfarben.

Ein Nachteil besteht in dem vergleichsweise höheren Zeitaufwand, der für die Anwendung nötig ist. Auch in Sachen Farbauswahl- und -intensität ist man gegenüber den chemischen Varianten natürlich eingeschränkt. Das reine natürliche Henna ist übrigens immer Rot. Es gibt zwar inzwischen auch Hennafarben in braun, schwarz oder sogar blond. Diese sind dann aber eben kein reines Henna, können aber als Pflanzenfarbe dennoch zu 100% natürlich sein. Hier am besten auf die Inhaltsstoffe achten.

VORSICHT VOR ETIKETTENSCHWINDEL

Henna wird in vielen Haarfarben mit synthetischen Bestandteilen gemischt, zum Beispiel um den Rotton aufzuhellen oder abzudunkeln. Vor allem Hennafarben, die im Internet oder in so genannten Asia Shops verkauft werden, sollen gesundheitsschädliche Bestandteile, wie beispielsweise P-Phenylendiamin (PPD) enthalten. Echtes reines Hennapulver bekommt ihr zum Beispiel in türkischen Supermärkten oder bei Naturkosmetik-Händlern im Internet.

WIE FINDE ICH DEN RICHTIGEN FARBTON?

Entscheidend für das Farbergebnis ist die natürliche Haarfarbe. Blonde und dunkelblonde Haare erhalten ein Orange beziehungsweise Karottenrot. Braune Haare werden rot bis dunkelrot, während schwarze Haare einen rötlichen Schimmer erhalten, den man nur bei bestimmtem Lichteinfall sieht. Durch wiederholtes Färben könnt ihr den Farbton vertiefen.

haarfarbe hennaWIE WENDE ICH HENNA AN?

Die Vorbereitung und der Farbauftrag sind relativ unkompliziert:

1. Hennapulver mit kochendem Wasser anrühren und es eine Weile in warmer Umgebung stehen lassen. Die Wartezeit verstärkt die Wirkung. Da die angerührte Paste relativ schnell bröckeln kann, kann man etwas Xanthan (ein im Einzelhandel erhältliches Verdickungs- und Geliermittel) über die Paste streuen. Dadurch geliert die Masse.

2. Für den Farbauftrag müsst wie bei normalen Colorationen unbedingt Handschuhe tragen. Dann die Masse mit einem Pinsel oder den Fingern vom Haaransatz beginnend auftragen

3. Nun heißt es warten: Die Einwirkungszeit sollte mindestens zwei Stunden betragen, am besten jedoch mehrere Stunden.

4. Die Haare mit einer Duschhaube oder Frischhaltefolie abdecken, das intensiviert den Effekt und die Paste trocknet nicht aus. Für eine noch bessere Wärmewirkung könnt ihr auch eine Mütze oder ein Handtuch darüber tragen.

5. Nach der Einwirkzeit die Farbe ohne Shampoo mit warmem Wasser auswaschen. Danach am besten einen silikonfreien Conditioner benutzen.

6. Im Anschluss könnt ihr die Haare nochmal mit kaltem Wasser ausspülen. Shampoo sollte frühestens am nächsten Tag benutzt werden.

7. Vorsicht beim Abtrocknen: Die feuchten Haare können immer noch Restfarbe an das Handtuch abgeben.

WIE LANGE HÄLT DIE FARBE?

Henna hält in der Regel drei bis vier Wochen. Aber Vorsicht: Die Farbe wäscht sich zwar raus und verblasst mit der Zeit, aber da es sich um eine semipermanente Haarfarbe handelt, bleibt ein Ansatz zurück. Für die Haarpflege könnt ihr spezielle Farbschutzshampoos und Conditioner benutzen. Auch hier gibt es bereits eine große Auswahl an Produkten speziell für mit Henna gefärbtes Haar. Außerdem gibt es auch tolle Pflegeprodukte mit Henna, die ohne Farbwirkung das Haar allgemein pflegen, egal ob coloriert oder nicht.

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