In Dermatologen-Kreisen schwört man auf Urea als Wundermittel bei trockener, rissiger und juckender Haut. Was hinter dem Begriff steckt und wer von Pflegeprodukten mit Urea profitiert, verraten wir jetzt. 

Urea ist die lateinische Bezeichnung für Harnstoff, das Endprodukt des Stoffwechsels, welches im Harnstoffzyklus produziert und über den Urin ausgeschieden wird, aber auch im Schweiß und über den Verhornungsprozess kann Urea freigesetzt werden. Als Bestandteil des hauteigenen Feuchthaltesystems ist der Wirkstoff deshalb besonders gut verträglich. Urea bindet Wasser und lockert verhornte Hautstellen – so kann beispielsweise der natürliche Talg der Haut besser abfließen, was besonders fettiger und unreiner Haut zu Gute kommt. In höherer Konzentration wirkt der Urea sogar antibakteriell und juckreizstillend. Zudem verbessert der Wirkstoff die Aufnahmefähigkeit der Haut und unterstützt ihre natürliche Barrierefunktion. Früher wurde Urea aus Pferde-Urin gewonnen, doch keine Sorge, bereits seit dem 19. Jahrhundert wird der Wirkstoff synthetisch hergestellt, sodass entsprechende Pflegeprodukte garantiert frei von Urin sind.

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© iStock.com/Zinkevych

WIE WIRKT UREA AUF DIE HAUT?

Die Haut stellt normalerweise selbst eine Feuchtigkeitsbarriere her, fehlt es ihr jedoch an natürlichen Befeuchtern, ist sie nicht in der Lage diese Barriere aufrechtzuerhalten, wird trocken und unter Umständen sogar rissig und juckt. Der Mangel an Feuchtigkeit kann mit Pflegeprodukten mit Urea ausgeglichen werden – und zwar nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft. Der Wirkstoff hilft den Hautzellen nämlich dabei, sich untereinander zu verbinden. So wird der natürliche Befeuchtungsvorgang wieder aktiviert und die Haut von innen heraus mit Feuchtigkeit versorgt. Zudem wird dadurch auch die natürliche Schutzfunktion und Elastizität der Haut optimiert. Übrigens funktioniert Urea auch wie ein sanftes Peeling, da es den Erneuerungsprozess der obersten Hautschicht anregt.

Wer dauerhaft unter trockener, spröder oder juckender Haut leidet, sollte Urea-Produkte regelmäßig, ein mal pro Tag, verwenden, da die Haut sonst die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu binden, wieder verliert. Wer gerade im Winter zu trockener Haut neigt, kann die Pflegeprodukte natürlich auch nach Bedarf saisonal anwenden. Produkte mit Urea können übrigens an sämtlichen Körperstellen verwendet werden. Mit einem Urea-Anteil von bis zu fünf Prozent sind sie dabei optimal, um den Feuchtigkeitshaushalt der Haut wieder zu aktivieren. Wer unter einer hartnäckigen Hautkrankheit wie Psoriasis oder Ekzemen leidet, kann zu Produkten mit einer höheren Urea-Konzentration greifen. Es ist jedoch wichtig, vor der Anwendung von Urea stets einen Hautarzt zu konsultieren – bei einer Überdosierung kann es nämlich unter Umständen zu Irritationen kommen.

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Dass Säuren wie Salicylsäure oder Milchsäure einen positiven Effekt auf unreine Haut haben, ist mittlerweile bekannt. Der neueste Verbündete gegen einen unruhigen Teint ist Azelainsäure. Die Haut reagiert zickig bei Temperaturwechseln, juckt und spannt bei neuer Kosmetika und wird trocken und rau, wenn Ihr Stress habt? Dann habt Ihr vielleicht „neuro-sensible Haut“ und braucht spezielle Pflege. Auf den Verpackungen sämtlicher Kosmetikprodukte sind oft eine Vielzahl von verschiedenen Symbolen, Nummern und Textangaben zu finden, die allesamt für wichtige Informationen und Hinweise stehen. Wir erklären, was die verschiedenen Symbole bedeuten.

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