Es kostet viel Zeit, einen Blog oder auch nur einen perfekt designten Instagram Feed zu kreieren und nicht alle Influencer sind geldgierige Werbemaschinen. Doch wenn authentischer Content und Anzeigen inklusive Rabattcode-Schlachten nicht mehr im gesunden Verhältnis stehen, wird es nervig!

BEZAHLTE POSTS JA, ABER DIE BALANCE MUSS STIMMEN

Die Blogosphäre ist schon ein lustiges Gebilde, das auf vielen Ebenen scheinheilig ist. Alle wollen immer „real“, authentisch und ehrlich zu ihrer „Community“ sein. Doch wenn Blogger die Möglichkeit haben, ihre Leistungen zu monetarisieren, ist es oft vorbei mit der Glaubwürdigkeit. Natürlich hat jeder Interesse an einem sicheren Einkommen. Daher möchte ich an der Stelle nicht mit erhobenem Zeigefinger pauschal über Influencer schimpfen, die sich für ihre Posts bezahlen lassen. Denn: Vorausgesetzt die treue Follower-Schar ist echt, stecken darin viele Arbeitsstunden.

hand hält handy

Photo by Maddi Bazzocco on Unsplash

Wer schon mal versucht hat, ein perfektes Flatlay für Instagram zu schießen oder einen Blogbeitrag samt Fotos erstellt hat, weiß das. Fragt euch mal ehrlich: Hättet ihr die Chance, für einen einzigen Post im besten Fall mehrere Hundert oder gar Tausend Euro zu bekommen, würdet ihr immer Nein sagen? Noch abstruser wird diese Forderung bei hauptberuflichen Influencern, deren einziges Einkommen bezahlte Posts sind. Jetzt kommt das große „Aber“: Die wichtigsten Faktoren sind Balance und Authentizität und damit die Glaubwürdigkeit – sonst werden auch erfolgreiche Blogger schnell zur Karikatur.

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WENN NUR GELD DIE MOTIVATION FÜR DEN INHALT IST, WIRD’S BELIEBIG STATT AUTHENTISCH

Wenn vor jedem zweiten Post „Anzeige“ steht und auf den Fotos platt für diverse Produkte geworben wird, rückt Beliebigkeit an die Stelle der Glaubwürdigkeit. Im Ernst: Wer trinkt jeden Tag Detox-Tee, macht Sport (in nur einer Klamottenmarke) und liebt ALLE Produkte eines Beauty-Labels? Mir ist bewusst, dass die sozialen Medien und vor allem Instagram größtenteils eine Scheinwelt sind. Auch wir Normalos präsentieren dort meistens unsere optimierten Momentaufnahmen. Daher will ich diese Mechanismen auch nicht in Frage stellen, wohl aber, dass man diese überstrapaziert.

schreibtisch mit laptop

Photo by Ella Jardim on Unsplash

Die Frequenz und auch Machart der Posts sind entscheidend. Das fängt bei der Inszenierung der Produkte an und hört bei inflationär angebotenen Rabattcodes auf. Richtig schlimm wird es, wenn Influencer sich zu wenig mit den Produkten auseinandersetzen und im Worst Case für etwas werben, das ihren andernorts herausposaunten Überzeugungen widerspricht (Klima-, Tier- oder Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit sind hier Paradebeispiele für Fettnäpfchen).

SELBST ETWAS ZU SAGEN HABEN STATT NUR ZU VERKAUFEN

Ich fühle mich wahrscheinlich auch deswegen so getriggert von dem Phänomen der „Rabattcode-Queens“, weil sie ziemlich unkreativ sagen: Meine Mission ist verkaufen. Für mich funktionieren echte Kaufanreize anders, nämlich eher subtil, indem mir jemand etwas aufrichtig empfiehlt oder auch mal davon abrät. Natürlich gibt es auch viele Influencer, die das beherzigen und die haben meistens alle etwas gemeinsam: Sie haben etwas zu sagen. Etwas, das aus ihrem Inneren kommt und nicht aus der Marketingabteilung eines Unternehmens, mit dem sie zusammenarbeiten.

Wenn ich eine lustige Story über ein Festival-Wochenende lese, führt mich das persönlich tausendmal mehr zum Kauf einer Festival Edition, als ein platter Produkt-Post mit einem dank Facetune bis zur Unkenntlichkeit designten Barbie-Gesicht. Marketing-Pros nennen das Customer Journey und Storytelling. Wenn eine Bloggerin auf den Plastik-Hollywood-Look inklusive Lipfiller und Botox steht, ist das ok – solange sie sich ihrer Signale bewusst ist und vor allem den jüngeren Followern die Risiken erklärt und, dass Optik nicht alles ist. Und da wären wir wieder beim Thema Authentizität. In diesem Sinne: Content is King, Realness is Queen!

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Gerade an sogenannten Instagram Hot-Spots treibt der Narzissmus manchmal merkwürdige Blüten: Vom Posing-Wahn für das perfekte Bild. Die Kardashians gehören zu den umstrittensten und gleichzeitig erfolgreichsten Influencern. Tun wir ihnen mit ihrer Verurteilung vielleicht unrecht? Feminismus wird leider oft als Trend ausgeschlachtet, nicht nur von Bloggern, sondern auch von Modelabels.

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