Die Meinung zu den Kardashians scheint einhellig: Verblödete Schwestern, die Unnatürlichkeit zelebrieren und ein falsches Schönheitsideal propagieren. Können, Talent oder Intelligenz – Fehlanzeige. Sie sind „berühmt für’s Berühmtsein“ und stehen für Trash. Kennzeichnend ist daher auch ihr Spitzname in ihrer Heimat, den USA: Die Kartrashians. Gleichzeitig vereinen die Schwestern ein Multi-Milliarden Dollar Unternehmen und Millionen von Followern. Tun wir der Familie Kardashian vielleicht Unrecht?

ES IST LEICHT, DIE KARDASHIANS ZU HASSEN

Selbst hier in Deutschland kennen die meisten die Familie Kardashian, allen voran Kim Kardashian. Die wurde zunächst als Sidekick von It-Girl Paris Hilton bekannt. Heute ist sie nicht nur der größere Star, sondern ein Popkultur-Phänomen, dass den Begriff „Break the internet“ prägte, als sie 2014 nackt auf dem Cover des Paper Magazine posierte. Und nie hat dieser Ausdruck besser gepasst, denn im Fokus war auf dem Foto das, was sie neben ihrem Sexfilm nun mal berühmt gemacht hat: Ihr Hinterteil.

 

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Betrachtet man die Familie Kardashian/ Jenner (die beiden Töchter Kendall und Kylie sind von Bruce beziehungsweise inzwischen Caitlyn Jenner) oberflächlich, ist es denkbar einfach, sie zu hassen. Seit über 12 Jahren dokumentieren sie ihr Leben mit der Serie „Keeping up with the Kardashians“ und alleine das ist in der schnelllebigen TV-Welt schon ein Indiz dafür, dass sie das Business verstanden haben. Doch gerade zu Beginn zeigten sie sich in dem Format auch mit unglaublich dämlichen Konversationen und einem bunten Zirkus aus Fotoshootings, Partys und Familienzoff. Inzwischen gleicht die Produktion einer High-End-Produktion, die zwar immer noch Einblicke in das Privatleben der Familie gibt, aber vor allem auch eines ist: Ein geschickter Vertriebskanal.

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VOM BUSINESS-TRIO ZU EINZELUNTERNEHMERINNEN

Jede der Schwestern hat inzwischen eine eigene Karriere: Kendall Jenner ist Topmodel, Kylie Jenner wurde dank ihrer Firma Kylie Cosmetics 2019 zur jüngsten Milliardärin weltweit und auch dir drei älteren Schwestern haben ihre Eisen im Feuer. Khloé ist mit ihrer eigenen TV-Show „Revenge Body“, dem Modelabel Good American und diversen Kosmetik Deals im Geschäft, die älteste Schwester Kourtney hat jüngst ihren Lifestyle Blog „Poosh“ lanciert dann wäre da noch die Frau, mit der alles begonnen hat: Kim Kardashian hat eigene Parfüms, eine Make-up Linie und zuletzt mit SKIMS ihre eigne Shapewear auf den Markt gebracht, die regelmäßig ausverkauft ist.

 

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Damit hat sich das Trio Kim, Kourtney und Khloé Kardashian auch von seinem ursprünglichen Businesskonzept emanzipiert: Sie sind nicht mehr aneinander gebunden, sondern können auch unabhängig und mit ihren eigenen Marken auftreten. Durch die Beziehung mit Kanye West hat Kim außerdem ein zusätzliches Netzwerk in der Mode- und Musikindustrie aktiviert.

Die Kardashians sind insgesamt eine fein geölte Maschinerie, in der nichts dem Zufall überlassen wird. Ihre enorme Reichweite im TV und den sozialen Medien sowie die gegenseitige Unterstützung und Kooperationen unter den Schwestern sorgen für einen vermeintlich nie versiegenden Strom der Aufmerksamkeit – das A&O in Sachen Marketing und Vertrieb. Nicht zu vergessen, der „Momager“ Kris Jenner. Die Matriarchin hat die Fäden der Karrieren ihrer Kinder in der Hand und manövriert ihre Schützlinge seit Jahrzehnten geschickt und erfolgsbringend durch das Showbusiness.

KIM KARDASHIAN HAT DAS ZEUG, UNS ALLE ZU ÜBERRASCHEN

Vor allem Kim Kardashian wird meiner Ansicht nach oft unterschätzt und ist permanenten Vorurteilen ausgesetzt, die sie mit Geschäftsideen wie einem „Selfie Buch“ natürlich auch befeuert. Doch die meisten Menschen kennen die Frau mit dem dicken Po nur aus den Schlagzeilen. Wenn sie etwa eine Leihmutter engagiert heißt es schnell: „Klar, die ist sich ja zu fein für eine erneute Schwangerschaft und will sich den Body nicht ruinieren“. Die Wahrheit ist, dass ihr nach ihrer zweiten Geburt von den Ärzten davon abgeraten wurde, nochmal schwanger zu werden, da dies für sie aufgrund gesundheitlicher Probleme lebensbedrohlich werden könnte.

 

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Beobachtet man sie in Interviews oder auf Konferenzen, gibt sie wohldurchdachte und schlaue Antworten, ist stets höflich und ruhig, selbst bei unverschämten Fragen. Von der Frau, die ihren Hintern röntgen ließ, um dessen Echtheit zu beweisen, ist nicht viel übrig. In Meetings zu Ihren Apps und Produkten zeigt sie sich als reflektierte und professionelle Geschäftsfrau und damit eigentlich das Bild, das wir doch aktuell im Zuge der Female Empowerment Bewegung zelebrieren. Vor Kurzem hat sie außerdem ein Jura-Studium begonnen, engagiert sich seit Jahren für die Befreiung von Menschen, die aufgrund zu harter oder falscher Verurteilungen im Todestrakt sitzen und möchte in Zukunft als Anwältin arbeiten.

Aber auch das werden ihre Hater natürlich belächeln. Doch ich bin mir sicher, dass Kim Kardashian uns alle überraschen kann, wenn wir ihr eine Chance geben. Denn ihren Ursprung haben die Kardashians vielleicht im Trash, doch den haben sie mittlerweile mehrfach vergoldet und das geht selbst in Hollywood nicht ganz ohne Fleiß und Arbeit.

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