Wenn es um Beauty-Routinen geht, haben wir uns schon mit allerlei Cremes, Tiegeln und Massagen beschäftigt. Aber habt ihr euch schon mal gefragt, welchen Einfluss das Abtrocknen auf die Haut haben kann? Wir nehmen unter die Lupe, was man dabei falsch machen kann und ob wir uns wirklich lieber trockenfächern sollten. Ist Face Fanning der neuste Beauty-Trend oder Nonsens?

DAS FALSCHE ABTROCKNEN: VERBORGENE GEFAHR BEI DER GESICHTSPFLEGE?

Während wir bezüglich allerlei Inhaltsstoffe und Techniken inzwischen durchaus sensibilisiert sind, haben wir uns bei der Gesichtspflege tatsächlich noch nie eingehend mit dem beschäftigt, was wir so beiläufig tun: Nach der Beauty-Routine greifen wir schnell zum Handtuch und trocknen unser Gesicht ab. Simpel und kein Problem, oder? Eventuell doch! Je nachdem, wie man dabei vorgeht, kann das durchaus die Haut strapazieren. Jeder, der schon mal eine Gesichtsbehandlung gemacht hat, weiß, dass eine Kosmetikerin das Gesicht immer ganz sanft und langsam trockentupft. Das soll natürlich den Wellness-Effekt unterstreichen, hat aber noch einen anderen Zweck: Das sanfte Trocknen schont die Haut. Entscheidend ist hier der Druck, der möglichst geringgehalten werden muss.

trockenfoehnen

©Nastia11/iStock

IST FACE FANNING DIE LÖSUNG?

Wenn man die Haut also mit so wenig Druck wie möglich trocknen sollte, kommt man relativ schnell zu einem auf den ersten Blick absurden Gedanken: Der Superlativ der soften Pflege wäre ja, dass man gar keinen Druck benutzt, also das Gesicht am besten gar nicht berührt. Wie das funktionieren soll? Mit einem Fächer als elegante Methode oder dem Fön wenn es schneller gehen soll. Der Vorteil gegenüber dem schnöden Trocknen mit dem Handtuch: Auf diesem sammeln sich relativ schnell Bakterien. Natürlich sind nicht alle Bakterien gefährlich, im Gegenteil: Der Großteil fristet sein Dasein über Generationen hinweg auf dem Handtuch, ohne dass unser Antlitz davon berührt wird – im sprichwörtlichen und tatsächlichen Sinne. Aber das feuchte Umfeld ist perfekt für solche Arten, die zum Beispiel auch Aknebakterien beim Entstehen und Vermehren helfen können. Make-up Reste, Schmutz und Fette machen den „hygienischen Sündenpfuhl“ perfekt. Nochmal zur Klarheit: Dazu muss man kein Schmutzfink sein, sondern das passiert einfach im Alltag. Zurück zur Eingangsthese: Sollen wir uns das Gesicht stattdessen trockenfächern? Der Gedanke wirkt auch auf den zweiten Blick absurd und auch etwas dekadent. Aber es gibt andere Möglichkeiten für Hygiene bei der Gesichtsreinigung.

WIE TROCKNET MAN DEN NUN RICHTIG AB?

1. Diszipliniert nur ein Handtuch für das Gesicht verwenden, um den Bakterienübertrag (zum Beispiel von Händen) gering zu halten. In der Praxis erfordert das natürlich Routine und ist bereits in einem Mehr-Personen Haushalt eine gewisse Herausforderung.

2. Papierhandtücher benutzen: Kennen wir aus öffentlichen Toiletten und sind bei einer zweimaligen Benutzung am Tag auch mülltechnisch zu vertreten. Hier ist allerdings nur das Bakterien-Risiko geringer, die Sache mit dem Druck bleibt.

3. Die einfachste Variante: Lufttrocknen lassen. Ist aber in der Praxis (ähnlich wie bei den Haaren) nicht immer möglich. Zum Beispiel wenn man sich direkt schminken muss oder einfach nicht mit einem feuchten Gesicht herumlaufen möchte.

Fazit: Hygiene bei der Gesichtsreinigung ist wichtig, aber man muss sich auch nicht in Dekadenz verlieren und in eine Bakterien-Phobie à la Monk verfallen. Wenn man darauf achtet, saubere Handtücher oder Reinigungstücher zu benutzen und seine Haut nicht mit dem Druck eines Presslufthammers bearbeitet, sollte das ausreichen. Tipp: Vielleicht einmalig bei einer Kosmetikerin beraten lassen und zeigen, wie man die Haut schonend reinigt, da jede Haut anders ist.

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