Es gibt Momente, da bekommt man doch starke Zweifel an der Menschheit. So zum Beispiel bei einem skurrilen „Trend“, der angeblich gerade seine Kreise zieht: Beim Sneating hat die Frau nur ein einziges Ziel: Statt auf die Liebe des Lebens spekuliert sie nur auf ein Gratis-Essen!

WAS IST SNEATING?

Sneating setzt sich aus den Wörtern sneaking und eating zusammen, also Englisch für schleichen und essen. Und genau darum geht es auch: Man möchte sich ein kostenloses Essen erschleichen. Einfach gesagt: Frau trifft sich auf ein Date in einem Restaurant und fädelt strategisch ein, dass ER am Ende bezahlt. Beim Sneating geht es also nicht um die Suche nach dem perfekten Partner, sondern nur um das Ausspähen eines „Opfers“, das die nächste Einladung ins Restaurant übernimmt. Das Makabre daran: Das Ganze geschieht im Rahmen eines Dates, sprich einer romantischen Verabredung, die eigentlich das Ziel hat, einen potentiellen Partner zu finden oder zumindest einen netten Abend zu verleben.

DAS DATING-VERHALTEN HAT SICH GEWANDELT

Ich selbst als Verheiratete in einer Langzeitbeziehung kann zwar nicht von Erfahrungen aus erster Hand berichten, aber mit Tinder und Co. und dem allgemeinen schnelleren Lebenswandel ist eben auch das Dating irgendwie beliebiger geworden. Unverbindlichkeit statt Exklusivität, Oberflächlichkeit statt Nähe. Natürlich gibt es Ausnahmen (zum Glück, sonst würde ich für die Menschheit schwarzsehen), aber fragwürdige Trends wie Sneating zeichnen doch ein sehr düsteres Bild unserer Gesellschaft. Leider schüren solche Verhaltensweisen auch das Misstrauen der Männer gegenüber Frauen allgemein und irgendwie verbauen uns die dreisten Geschlechtsgenossinnen so allen den Weg.

Relaxation with a glass of wine

©fotostorm/iStock

KALKÜL ALS METHODE: SNEATING LEBT VON BERECHNUNG

Sneating beruht vor allem auf Geschlechterklischees und Berechnung, denn ehrlicherweise muss man sagen, dass diesen Trend vor allem Frauen betreiben, weil die Konstellation bei einem Date ja doch meistens den Männern die Rolle des Zahlenden zuschreibt. Zumindest ist es noch nicht selbstverständlich geworden, dass gesplittet wird oder gar die Frau bezahlt. Ich persönlich war nie dafür, Männer anzuflirten, um zum Beispiel Drinks spendiert zu bekommen. Ich bin dazu einfach zu ehrlich und habe auch keine Lust, irgendeine Erwartungshaltung zu erfüllen. Sicherlich schadet es dem ein oder anderen Exemplar weniger, wenn sein Portemonnaie etwas bluten muss. Aber ich zahle meinen Cocktail lieber selbst und habe meine Ruhe. Dasselbe gilt auch fürs Sneating. So toll kann doch kein Essen sein, dass ich mir dafür eventuell ein Date mit einem Mann antue, der mich gar nicht interessiert! Die Beweggründe für Sneating können wohl kaum Hungerleiden sein. Stattdessen stecken dahinter einfach kaltes Kalkül, Gier und eine Abgebrühtheit, die für mich asozial ist und mich anekelt. Mal abgesehen davon, dass es gegenüber dem Mann natürlich unfair ist, was macht das aus der Frau? Muss man sich wirklich „kulinarisch prostituieren“, um ein tolles Essen zu bekommen? Natürlich kann sich nicht jeder leisten, 5-Gänge Menüs in den neuesten It-Restaurants zu verspeisen, aber ganz ehrlich: Ein Dinner mit Freundinnen beim Fast Food Restaurant oder Thailänder würde ich einem Luxus-Dinner durch Sneating immer vorziehen. Ich bin aber ziemlich zuversichtlich, dass sich dieser perfide Trend zumindest unter emanzipierten und intelligenten Frauen mit moralischen Grundwerten nicht durchsetzen wird.

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Ebenso skurril wie verabscheuenswürdig ist die Dating-Methode „Mosting“, bei dem das Opfer zunächst mit Liebe überschüttet und dann ignoriert wird. Als Single ins neue Jahr zu starten mag auf den ersten Blick an Silvester doof sein, bietet aber jede Menge Chancen und Freiheiten. Hattest du schon mal das Gefühl, du hättest deinen Erfolg nicht verdient? Vielleicht leidest du unter dem Imposter Phänomen.

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