Egal ob amüsante Highschool-Dramen, spannende Thriller oder raffiniert erzählte Biopics und Dokumentationen, dank den Streaming Services haben wir schier unbegrenzten Zugriff auf unzählige Filme und Serien. Das Problem dabei: Wie soll man sich im Entertainment-Dschungel entscheiden? Hier kommen meine persönlichen Tipps, welche Serien und Filme sehenswert sind.

ÉLITE (NETFLIX)

In dem Netflix-Original aus Spanien dreht sich alles um die Schüler der elitären Privatschule „Las Encinas“ und deren Dramen. Es gibt bereits drei Staffeln und in ihrer Heimat sind die Serie und deren Darsteller inzwischen Megastars. Das Konzept ist nicht neu, aber das „Las Encinas“ Universum ist auf eine erwachsene Art glamourös, sexy und gefährlich. Ein Cast aus ausnahmslos attraktiven, jungen Darstellern birgt oft die Gefahr, dass die Geschichten oberflächlich und die Figuren eindimensional und klischeehaft wirken. Doch wo andere Serien dieses Kalibers an der Oberfläche kratzen und sich in Klischees verlieren, beweisen die Macher von „Élite“ auch bei heiklen Themen Fingerspitzengefühl und Mut.

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Vor allem die die Erzählweise macht die Serie so spannend. Wie bei einem guten Krimi werden die Geschichten von hinten erzählt: Der Auftakt ist ein Verbrechen und als Zuschauer kann man von Folge zu Folge beobachten, wie sich die Geschichte langsam entspinnt – inklusive überraschender Wendungen und Zeitsprünge. Statt platter Teenager-Stories ist es den Autoren gelungen, hoch spannende Konflikte zu kreieren und sie vor der Kulisse einer Privatschule als Mikrokosmos der modernen Gesellschaft abzubilden. Eine reife, europäische Version der üblichen amerikanischen High School-Serien, die mit erzählerischer Qualität, Sex-Appeal und Spannung punktet.

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Für Fans von: „Gossip Girl“, „Riverdale“ und „Pretty Little Liars“

DER UNSICHTBARE GAST (AMAZON PRIME VIDEO)

Diesen Film als spannend zu beschreiben, wäre stark untertrieben. In dem raffinierten spanischen Thriller ist nichts wie es scheint. Im Zentrum steht der erfolgreiche und attraktiven Geschäftsmann Adrián Doria (Mario Casas), der sein perfektes Leben durch eine Affäre aufs Spiel setzt. Als er in einem von Innen abgeschlossenen Hotelzimmer neben der Leiche seiner Geliebten Laura (Bárbara Lennie) gefunden wird, ist der Fall augenscheinlich klar. Nur, dass der vermeintliche Mörder seine Unschuld beteuert. Er beharrt darauf, niedergeschlagen worden zu sein. Der wahre Täter: wie von Zauberhand entkommen. Nur gibt es keinerlei Hinweise auf eine dritte Person. Die Chancen beim Prozess stehen schlecht, denn die Beweise sind erdrückend und dann ist da ja auch noch ein neuer, mysteriöser Zeuge.

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Seine letzte Chance sieht Doria in der Beauftragung der Topanwältin Virginia Goodman (Ana Wagener). Im raffinierten Katz- und Maus Spiel mit allerlei psychologischen Tricks fördert sie die Vorgeschichte zum Mord heraus und die hält noch ein weiteres, düsteres Geheimnis bereit. „Der unsichtbare Gast“ wiegt den Zuschauer immer wieder in Sicherheit, nur um dann mit einer überraschenden Wendung zu verwirren. Ein Netz aus miteinander verwobenen Charakteren im spannenden Labyrinth aus Geheimnissen, Täuschungen, Liebe, Verzweiflung und Brutalität. Ein Film, bei dem man miträtseln kann und der vor allem am Ende Fahrt aufnimmt, um mit einer weiteren Wendung ein geniales Finale zu liefern…

Für Fans von: „Shutter Island“, „Memento“ und „Zwielicht“

BOMBSHELL (AMAZON PRIME VIDEO)

Mit dem Skandal um Harvey Weinstein und der #metoo Bewegung kam die ganze, hässliche Seite der Film- und Medienbranche ans Licht. Der Film „Bombshell“ erzählt eine weitere dieser Geschichten, und beruht auf wahren Begebenheiten aus dem Jahr 2016. Im Zentrum steht Gründer und Leiter des konservativen Nachrichtensenders Fox News Roger Ailes, der mit sexuellen Belästigungen über Jahre eine toxische Arbeitsatmosphäre kreierte. Die Aussage „Wir sind ein visuelles Medium“ ist seine Rechtfertigung dafür, seine Bewerberinnen wie Vieh zu begutachten und „Beweisen Sie mir Ihre Loyalität“ ein Code für die Aufforderung zum Blow Job.

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Die real existierenden Moderatorinnen Megyn Kelly (Charlize Theron), Gretchen Carlson (Nicole Kidman) wehren sich schließlich gegen den sexistischen Widerling. Kayla Pospisil (Margot Robbie) ist die dritte im Bunde, die als fiktiver Charakter kreiert wurde, um stellvertretend die Geschichte von weiteren 20 realen Personen zu erzählen. Bombshell heißt übrigens nicht nur so viel wie Sensationsneuigkeit, sondern auch Sexbombe. Ein raffiniertes Wortspiel für einen Film, dem es gelingt, das Thema sexuelle Belästigung mit der nötigen Ernsthaftigkeit, kraftvoll und gleichzeitig unterhaltsam zu erzählen.

Das liegt an der hohen Qualität der Produktion, der Erzählweise und den genialen, weiblichen Hauptdarstellerinnen sowie deren Looks. Völlig zu Recht wurde das Maskenbildner-Team dieses Jahr mit dem Oscar in der Kategorie „Bestes Make-up und beste Frisuren“ ausgezeichnet. Allein die Verwandlung von Charlize Theron in Megyn Kelly anhand von Gesichtsprothesen und Make-up ist unfassbar. Ein genialer Film, der auch die Charakterschwächen der Opfer beleuchtet und auch vier Jahre nach dem Skandal so aktuell ist wie nie.

Für Fans von: „The Wolf of Wallstreet“, „Molly’s Game“ und „On the Basis of Sex“

THE HANDMAID’S TALE – REPORT DER MAGD (MAGENTA TV, STAFFEL 1 AUF TELE5)

Diese Serie ist nichts für schwache Nerven. Die eindringlich erzählte Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Margaret Atwood und spielt in der Dystopie von Gilead, einer totalitären und militarisierten Gesellschaft in einem ehemaligen Teil der USA. Katastrophen, Umweltzerstörung und Geschlechtskrankheiten haben zuvor größtenteils zu Unfruchtbarkeit geführt. Das Ergebnis ist ein brutales Klassensystem, dessen große Verlierer die Frauen sind. Sie haben keine Rechte, dürfen weder arbeiten noch lesen oder Eigentum haben. Einige dürfen als Frauen der herrschenden Männer ihr Leben fristen, andere als Marthas, eine Art Haushälterin. Die wenigen Frauen jedoch, die noch gebärfähig waren, wurden ihren Familien entrissen und leben als Magd (erkennbar an den roten Capes und weißen Kappen) in den Haushalten.

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Durch ihre regelmäßigen Vergewaltigungen, die in der sogenannten „Zeremonie“ stattfinden, sollen die USA wieder bevölkert werden. Protagonistin Desfred (Elisabeth Moss), benannt nach ihrem „Besitzer“ Fred Waterford (Joseph Fiennes), erzählt aus der Ich-Perspektive von der brutalen und bedrückenden Welt der Mägde. Von irrsinnigen Strafen, absurden Ritualen und der zum Alltag gewordenen Unterjochung unter dem Denkmantel der Religion. Mit dem Ziel vor Augen, ihre Tochter wiederzufinden, übersteht sie jede noch so undenkbare Grausamkeit und beweist dabei eine unmenschliche Stärke und Willenskraft, aber auch strategisches Geschick und die Fähigkeit zur Manipulation.

Das eindringliche Spiel von Elisabeth Moss packt einen von der ersten Sekunde an, untermauert von der hochwertigen Produktion mit starken Bildern und einem genialen Soundtrack. Gerade als Frau sind viele Szenen in „The Handmaid’s Tale“ bedrückend und zutiefst erschütternd. Gleichzeitig ist man durch die spannende Handlung gefesselt. Die Ausdauer, Willenskraft und der unerschütterliche Mut der Hauptdarstellerin, gegen das scheinbar Ausweglose zu kämpfen, sind der Zündstoff für diese zu Recht mehrfach preisgekrönte Serie.

Für Fans von: „The Sinner“, „Black Mirror“ und „The Man in the High Castle“

Die verschiedenen Streaming-Dienste kosten zwischen 7,95 und 7,99 € im Monat, teilweise zuzüglich Gebühren für einzelne Filme.

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Nicht nur beim Streaming sind wird mit einer riesigen Auswahl konfrontiert. Das kann manchmal mehr Fluch als Segen sein. In der Serie „Killing Eve“ taucht ein mysteriöses Parfüm auf. Wir haben uns auf die Suche nach dem Duft gemacht und eine Überraschung erlebt. Gwyneth Paltrow hat mit ihrem Lifestyle-Blog „Goop“ ein Imperium geschaffen, mit der Serie „The Goop Lab“ baut sie es aus. Ihr Team testet dabei unter anderem Magic Mushrooms.

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