Dessous-Design im Sommer 2018: Verändern #metoo und der neue Pop-Feminismus den Look unserer Wäsche? In der Modewelt gilt ein ungeschriebenes Gesetz: Zukunft ist immer auch Vergangenheit. Gesellschaftstrends haben die Mode schon immer beeinflusst. Denken wir zurück an die Fünfzigerjahre, dem Nachkriegs-Jahrzehnt, in dem die Rolle der Frau ganz klar und eng als die der perfekten Hausfrau und Mutter definiert war. Stets perfekt gestylt im Petticoat mit braver Hochsteckfrisur stand die Frau adrett am Herd, um ihrem Gatten nach dessen hartem Arbeitstag eine gesunde vollwertige Mahlzeit und ein Bierchen zu servieren. Schließlich brachte er das Geld nach Hause, dass sie dann mit seiner Erlaubnis für das gemeinsame Leben und einen Friseurbesuch pro Woche ausgeben durfte.

Heute ist eine so klare und konsequente Rollenverteilung kaum noch denkbar oder gar lebbar. Das ist gut und richtig so, denn es schenkt den Individuen mehr Freiheit. Dem Mann und der Frau. Dass Frauen heute Groß-Unternehmen führen, Forschungsarbeiten leiten, DAX-Konzernen Millionenumsätze bringen und ganze Länder und Völker regieren, ist ein enormer Fortschritt. Noch besser ist es, dass sie bei ihrer Arbeit und Karriere nicht auf Mann und Kind verzichten müssen. Es kann beides funktionieren. Die Option, wählen und frei entscheiden zu können, was Frau in ihrem Leben tun möchte – ohne ihren Mann um Erlaubnis fragen zu müssen oder von vornherein chancenlos zu sein – haben wir vielen mutigen rebellischen Frauen zu verdanken, die für ihre Rechte und die ihrer Geschlechtsgenossinnen gekämpft haben. Sie haben demonstriert, sind auf die Straße gegangen, haben langen Atem bewiesen und der Welt gezeigt, was Frauen schaffen können. Den Feministinnen und Aktivistinnen der 6oer und 70er-Jahre haben wir unsere Freiheit als Frau zu verdanken – das gerät leider immer wieder in Vergessenheit.

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Und dabei ist genau dieses Thema aktuell so präsent. Die Rechte der Frau, die Rolle der Frau, die Zukunft der Frau. Aufgebracht durch den Skandal um sexuellen Missbrauch an Schauspielerinnen in Hollywood (Stichwort #metoo) setzen sich Frauen weltweit gegen Männer, die ihre Macht ausnutzen, zur Wehr. Es ist der Anfang eines Wandels der Weiblichkeit und des Selbstverständnisses. Der moderne Pop-Feminismus kommt – Adieu Klischee – ohne Damenbart und Öko-Latschen, sondern im Minikleid auf High Heels daher. Es sind die schönsten Frauen der Welt, die begehrtesten Ladies in Hollywood, kluge Autorinnen, clevere Gründerinnen und auch die Frau von nebenan, die ihre Stimme erheben. Es sind Frauen, die lernen, sich wertzuschätzen und ihr Selbstwertgefühl nicht davon abhängig zu machen, wie viele Männer sie attraktiv finden. Wir lernen, uns selbst zu akzeptieren, mit vermeintlichen Schwächen und dem nicht perfekten Körper. Wir wollen keinem Ideal, keinem Bild mehr entsprechen. Sexyness definiert sich gerade neu. Gängige Schönheitsideale sind in der Kritik und stehen in Frage. Size Zero und Plus Size nähern sich an. Das ist ein Gewinn für unsere Gesellschaft, für uns Frauen und die nachfolgenden Generationen.

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Nun stellt sich die Frage, wie die Modewelt und insbesondere die Wäschebranche diesem Wandel begegnet. Wenn Frau nicht nur Dessous kauft, um dem Mann einen Gefallen zu tun, dann müssen neue Designs und Konzepte her. Wenn Frauen es nicht mehr für nötig halten, sich in eine unbequeme Bauchweghose zu quetschen, dann brauchen wir Wohlfühl-Wäsche, die unsere Figur optimal zur Geltung bringt. Wenn Frauen mit Kurven endlich Freude haben, diese zu zeigen und sich nach schicken Dessous sehnen, dann her damit!

Einige Dessousmarken haben bereits erkannt, dass sie auf die neue Lust nach Tragekomfort und nach Bequemlichkeit bei gleichzeitig toller Optik reagieren müssen. Der große Trend zu Soft-BHs (BHs ohne Bügel) ist ein Beweis dafür. Ob sportives Bustier, schickes Spitzen-Bralette oder knapper Triangel – die Softies sind der BH der Saison und haben den Push-up auf die hinteren Ränge der Beliebtheitsskala verbannt.

Die Antwort auf die Frage, ob #metoo die Wäschebranche verändert hat, lautet: Ja! Das wird sich – wie wir in Paris auf der Dessousmesse im Juli sehen konnten – im Jahr 2019 noch stärker zeigen. Das Motto lautet „Back to Basics“ und überzeugt durch Minimalismus und Understatement bei Formen und Farben.

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