Auszeit im Grünen

Shinrin Yoku: Warum Waldbaden jetzt gut für die Gesundheit ist

Dass die Natur uns gut tut, ist schon lange bekannt und mittlerweile auch wissenschaftlich belegt. Der Kontakt zur Natur hat positive Auswirkungen auf unser körperliches, geistiges und emotionales Wohlbefinden. Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen der Hektik des Alltags entkommen wollen. In Japan wird die Nähe zur Natur als fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge angesehen – das sogenannte Waldbaden, Shinrin Yoku, ist dort besonders beliebt und verspricht mehr Achtsamkeit und weniger Stress.  

Heilsames Waldbaden – Auszeit im Grünen

Shinrin Yoku stammt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie „Baden in der Waldluft“. Diese naturbezogene Praxis ist darauf ausgerichtet, Stress zu reduzieren, die Gesundheit zu fördern und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Dabei badet man natürlich nicht im eigentlichen Sinne, vielmehr geht es darum in die Natur des Waldes mit seinen Bäumen, Sträuchern, Gerüchen und Geräuschen „einzutauchen“. Der Ursprung des Shinrin Yoku liegt im Akasawa Natural Recreational Forest, einem der drei schönsten Wälder Japans, der sich auf der Hauptinsel Honshū befindet. In den 70er Jahre wies das japanische Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei diesen Wald, der einen riesigen Baumbestand mit über 300 Jahre alten Zypressen hat, als ersten natürlichen Erholungswald aus. Seitdem praktizieren dort jedes Jahr etwa 100.000 Menschen das sogenannte Waldbaden.

wasserfall wald

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Warum ist Waldbaden so gesund?

Die Waldluft wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Der Grund dafür sind bioaktive Stoffe, die von Bäumen und Pflanzen freigesetzt werden, um ihr Immunsystem hochzufahren und sich so zum Beispiel vor Schädlingen zu schützen. Auch der menschliche Körper reagiert auf diese Stoffe – schon eine Stunde Waldbaden kann das Immunsystem stärken, den Blutdruck senken, den Puls regulieren und Stresshormone abbauen. Doch nicht nur die Luft, sondern auch die Farben, Düfte und Geräusche eines Waldes haben einen Einfluss auf das Wohlbefinden. Die Atmosphäre im Wald wirkt beruhigend und aktiviert den Nerv im Gehirn, der für Regeneration und Entspannung verantwortlich ist.

Wie wird Waldbaden praktiziert?

Auch in Deutschland wird das Waldbaden mittlerweile von Therapeuten, Entspannungspädagogen, Heilpraktikern und Co. angeboten, die den Teilnehmern verschiedene Übungen und Meditationen zeigen, um den Wald bewusst erleben zu können. Es genügt oftmals aber einfach schon langsam durch den Wald zu schlendern, ein- und wieder auszuatmen, Gerüche und Geräusche wahrzunehmen, das Licht zwischen den Baumkronen und den weichen Untergrund auf dem man steht bewusst zu spüren. Man kann auch längere Zeit an dem einen oder anderen Ort verweilen. Eins werden mit der Atmosphäre des Waldes, Sinneseindrücke sammeln, dem Alltag entfliehen, entspannen – das ist das Ziel. Waldbaden kann man alleine, zu zweit oder auch in einer Gruppe.

waldbaden praktizieren

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