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Pflege nach der Pille: Tipps für Haut und Haar

Wer die Pille absetzen möchte, sollte wissen, wie sich Haut und Haare durch die fehlenden künstlichen Hormone verändern können, und welche Pflege dann die richtige ist. Wir klären auf!

Wer trotz Sex keine Kinder haben möchte, muss sich um die Verhütung Gedanken machen. Die wohl einfachste und gängigste Methode, um nicht ungewollt schwanger zu werden, ist die Einnahme der Anti-Baby-Pille. Millionen Frauen in Deutschland verhüten mit künstlich zugeführten Hormonen. Klar, die Einnahme der Pille bietet Vorteile. Viele Frauen haben weniger Regelschmerzen, eine schöne Haut und freuen sich über einen größeren Busen. Aber die Pille hat auch Nachteile. Brustschmerzen, Übelkeit, Stimmungsschwankungen, Migräne und ein erhöhtes Thrombose-/Schlaganfallrisiko (was sehr selten passiert) lassen viele Frauen an ihrer bisherigen Verhütungsmethode zweifeln.

frau traurig im bett liegend

©iStockphoto | Marjan_Apostolovic

Wer sich aufgrund der Nebenwirkungen oder einem Kinderwunsch entscheidet, die Pille abzusetzen, sollte sich vorher von seiner Frauenärztin beraten lassen. Das Absetzen der Pille sorgt für Hormonchaos und sollte eine langfristige Entscheidung sein, außerdem braucht Ihr (wenn Ihr nicht schwanger werden möchtet) eine alternative sichere Verhütungsmethode, über die Eure Gynäkologin Euch Auskunft geben kann. Also: Keine spontanen impulsiven Entscheidungen, sondern durchdachtes und geplantes Handeln!

Pflege nach der Pille

Ist die Pille abgesetzt, verändert sich Euer Körper – bei manchen nur wenig, bei anderen stärker. Bei einigen wird sich der Zyklus nach drei bis sechs Monaten wieder einpendeln, andere brauchen bis zu zwei Jahre, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Im Durchschnitt könnt Ihr ein halbes Jahr einkalkulieren, bis Ihr wieder eine regelmäßige Menstruation habt und sich auch die anderen Begleiterscheinungen nach Absetzen der Pille wieder normalisiert haben. Wer mit der Einnahme der Pille aufhört, sollte wissen, dass Haut und Haar sich zum Nachteil verändern können. Die Haut kann fettig werden und unrein, Pickel entstehen und können nach dem Entfernen Pickelmale hinterlassen. Das Haar kann ausfallen, die Kopfhaut wird fettig und das Haar schlapp. Diese unschönen Begleiterscheinungen verschwinden, wenn sich der Zyklus reguliert hat.

frau vorm spiegel

©iStockphoto | PeopleImages

Ich weiß aus eigener Erfahrung: Die ersten Monate mit Haarausfall und Pickeln sind hart. Ihr werdet Euch weniger attraktiv fühlen, wenn Ihr in den Spiegel schaut. Ihr macht Euch Sorgen um Euer Haar, Ihr kauft in der Drogerie Produkte, die Ihr als Teenie gegen Akne verwendet habt. Kurzum: Ihr braucht ein gesundes Selbstwertgefühl, Durchhaltevermögen und Optimismus, um mit dem inneren Hormonchaos und dessen äußerlichen Erscheinungen klarzukommen. Vielleicht habt Ihr aber auch Glück und seid nur wenige Wochen mit Pickeln & Co „gestraft“. Wie und wie lang der Körper auf den Hormonentzug reagiert, ist höchst individuell. Wir haben einige Beautytipps für Euch, wie Ihr den „Worst case“ übersteht!

Hilfe bei haarigen Angelegenheiten

RAUS AUS DEM FETTNÄPFCHEN 
Fettige Kopfhaut gleich fettiger Haaransatz. Während der Hormonumstellung arbeiten die Talgdrüsen auf Hochtouren. Das bedeutet: Das Haar wird schnell fettig, es können kleine Pickelchen auf der Kopfhaut entstehen. Jetzt ist Kopfhautpflege angesagt. Seren, Tonics oder Kopfhautpeelings mit Wirkstoffen wie Meersalz, Minze, Tonerde und Brennnessel entfetten und wirken gegen Unreinheiten. Shampoos, die speziell für fettiges Haar komponiert sind, sorgen für einen weniger fettigen Ansatz.

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Auf Conditioner solltet Ihr verzichten, er macht das Haar schlapp. Besser ist eine leichte Leave in-Pflege, die das Haar nicht beschwert. Wer einen fettigen Ansatz und trockene Längen hat, wäscht zuerst den Ansatz mit entfettendem Shampoo und dann nur die Längen mit einem reichhaltigen Pflegeprodukt. Plant ein, dass Ihr in der „Fett-Phase“ alle zwei Tage das Haar waschen müsst. Diese Zeit könnt Ihr verlängern, wenn Ihr beim Stylen ein Trockenshampoo oder einen Haarpuder benutzt. Tragt es nur am Ansatz auf. Es entzieht Fett und gibt Volumen.

DURCH DICK UND DÜNN
Wer nach dem Absetzen der Pille unter Haarausfall leidet, braucht besonders starke Nerven. Es ist wirklich ein sehr unangenehmes Gefühl, wenn man sein Haar verliert. Aber macht Euch keine Panik: Ihr bekommt keine Glatze! Der Haarausfall ist „diffus“. Das bedeutet: Es entstehen keine kahlen Stellen oder ein kreisrunder Haarausfall. Andere werden wahrscheinlich nicht mal bemerken, dass es sich auf Eurem Kopf etwas „lichtet“. Also: Alles wird gut!

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Damit Ihr dieser haarigen Situation nicht hilflos ausgeliefert seid, könnt Ihr mit Volumen-Pflege dem verbleibenden Haar mehr Struktur und Schwung verleihen. Es gibt inzwischen Produkte mit Wirkstoffen, die das Haar bereits in der Wurzel stärken und verdicken – z. B. von Aveda, Paul Mitchell oder Kevin Murphy. Shampoos gegen Haarausfall nützen Euch leider nichts, wenn der Haarausfall aufgrund von Hormonumstellung geschieht und nicht wegen eines Mineralstoffmangels. Konzentriert Euch darauf, Euer Haar zu schonen.

Dos and Don’ts: Haare täglich SANFT bürsten, Spitzen gegen Spliss pflegen, Haar nach dem Waschen vorsichtig trocken tupfen, nicht rubbeln. Vermeiden solltet Ihr einen zu festen Zopf, das kann zu Haarbruch führen. Föhnt das Haar nicht zu heiß, dann wird es spröde und brüchig. Übrigens: Wellen und Locken lassen weniger Haar nach mehr aussehen.

Helfer für die Haut

WEG MIT DEM FETT 
Pickel entstehen dann, wenn Poren verstopft sind und sich Bakterien festsetzen. Die kleinen Entzündungen haben es besonders leicht, wenn die Talgdrüsen aktiv sind. Fettige Haut neigt zu Pickelchen und Mitessern. Was tun, wenn’s sprießt? Bloß nicht drücken und quetschen, wenn die Pickel noch nicht „reif“ dafür sind. Bedeutet: Wenn sie noch kein gelbliches Hütchen haben. Sind die Pickel eitrig, nicht mit den Fingern dran gehen, sondern mit sterilen „Pickelquetschern“ entfernen.

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Einfacher geht’s wenn Ihr vorher ein Dampfbad für das Gesicht nehmt. Das öffnet die Poren. Habt Ihr den Pickel gekillt, solltet Ihr eine entzündungshemmende Salbe oder ein austrocknendes Gel auftragen, das den Pickel schnell abheilen lässt. Sollte ein Pickelmal (sieht aus wie ein bräunlicher Fleck) bleiben, könnt Ihr ihn mit Narbensalbe oder Zinksalbe behandeln. Meist verschwindet die Erinnerung an den Pickel innerhalb einiger Tage. Sollte das nicht so sein, hilft eine Kosmetikerin mit einer speziellen Gesichtsbehandlung gegen Akne-Überbleibsel.

POREN ÖFFNEN
Um die Entstehung von Pickeln und Mitessern zu vermeiden, solltet Ihr die Haut entfetten. Das funktioniert mit Reinigungsfluids gegen fettige Haut und Mischhaut. Sie entfernen überschüssiges Hautfett, Schmutzpartikel und Make-up-Reste. Tonics mit Hamamelis, Grüntee, Weißtee, Süßholz, Minze und Ringelblume sind ideal, denn sie haben auch eine hemmende Wirkung auf die Talgdrüsen. Waschgele mit Meersalz eigenen sich nicht nur für das Gesicht, sondern auch für Dekolleté und Rückenpartie.

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Ist die Haut gut gereinigt, könnt Ihr mit Tages-/Nachtpflege arbeiten, die der Haut Feuchtigkeit spendet, aber sie nicht zusätzlich mit Fett versorgt. Ob Creme, Serum oder Gesichtsöl (ja, das gibt’s auch für fettige Haut) bleibt Euch überlassen. Wir raten bei akuten Schüben zu einer mattierenden Tagespflege, einer beruhigenden Nachtpflege und 2-3 Mal pro Woche einem Intensivtreatment mit einer Gesichtsmaske oder einem Öl. Wer nicht nur von außen seiner Haut gegen Unreinheiten helfen möchte, sollte auf fettiges Essen (Fast Food, Sahnesaucen, Schokokuchen, Pizza, Pommes & Co) verzichten. Softdrinks und Süßkram sind leider auch wahre Pickel-Booster. Besser: Obst, Gemüse, Wasser, Saftschorlen, Fisch und helles Fleisch.

MOGELPACKUNG MAKE-UP 
Um die Unreinheiten optisch verschwinden zu lassen, braucht Ihr einen gut deckenden Concealer und eine Foundation, die auf die Ansprüche fettiger Haut abgestimmt ist. Um der T-Zone den Glanz zu nehmen, bieten sich mattierende Puder an. Achtet darauf, dass Ihr die Haut nicht „zukleistert“, denn dann kann sie nicht atmen und es können noch mehr Unreinheiten entstehen. Und immer daran denken: Vor dem Schlafen abschminken!

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