Die Berliner Fashion Week für Frühjahr/Sommer 2020 ist schon wieder Geschichte. Dramatisch ausgedrückt: Was bleibt, ist die Erinnerung. An ein paar durchaus spektakuläre Shows und Kollektionen!

Da wäre vor allem die Eröffnung der MBFW im E-Werk mit dem österreichischen Nachwuchsdesigner Christoph Rumpf, der in diesem Jahr den weltweit wichtigsten Modepreis beim Festival im französischen Hyères mit einer reinen Menswear-Kollektion gewinnen konnte. In Berlin hat er die mit einigen Womenswear-Styles ergänzt und ist damit selber quasi ein bisschen “back to roots“ gegangen. Auch wenn er erst 25 ist. Seine majestätischen Silhouetten wirkten auch im E-Werk ziemlich beeindruckend. Inspiration und Materialien für seine Mode findet er übrigens fast ausschließlich auf Flohmärkten!

models auf laufsteg

©BrauerPhotos / M.Nass fuer Mercedes-Benz

WOLFGANG JOOP X VAN LAACK

Alles andere als Flohmarkt war die Präsentation der wahrlich grandiosen Debut-Kollektion von Wolfgang Joop für Van Laack im KaDeWe. Ebenso moderne wie stilsichere Karo-Interpretationen lässt Joop für das Mönchengladbacher Hemden- und Blusen-Label auf zeitgemäße Schnitte und Silhouetten treffen. Die ausgewählte Fashion Crowd in dem legendären Berliner Luxuskaufhaus war ziemlich begeistert und Joop musste natürlich für mehr als nur ein Selfie herhalten.

fashion show mit wolfgang joop

©PR

MARC CAIN – „COLOUR IN MOTION“

Marc Cain präsentierte seine Frühjahr/Sommerkollektion 2020 im Rahmen der Berlin Fashion Week mit einer opulenten Show im Velodrom. Die Inszenierung mit dem Titel  „Colour in Motion“ zeigte ein Spiel aus Licht und Farben, das in der gesamten Location auf 15 Meter langen Fadenvorhängen projiziert wurde. Mit einem weltweit einmaligen „Visual Piano“ erzeugte der internationale Lichtkünstler Kurt Laurenz Theinert grafische Muster in Echtzeit, die den kompletten Raum einnahmen und die Gäste in eine abstrakte Welt aus Lichtlinien entführen sollten.

models auf laufsteg

©Marc Cain

Über den 56 Meter langen Zebrastreifen-Catwalk liefen insgesamt 42 Models, darunter u.a. Caroline Winberg, Kris Gottschalk oder Kenya Kinski-Jones, die Tochter von Nastassja Kinski und Quincy Jones.

Die Show im Velodrom mit einer Innenraum-Größe von rund 3.000 Quadratmetern war die bisher größte Fashion-Show der Bodelshausener in Berlin.

HUGO X LIAM PAYNE

Zu einem spektakulären Konzert mit Sänger Liam Payne hatte HUGO ins Wriezener Karree neben dem Berghain geladen. Nicht ohne Eigennutz natürlich: Hintergrund war der Launch der Capsule Collection mit dem ehemaligen One-Direction-Sänger. Die „See now, buy now“-Kollektion konnte man noch am selben Abend über Instagram shoppen. An den Entwürfen im Wechselspiel von Evening- und Casualwar war Liam maßgeblich beteiligt. Ein Chevron-Motiv spielt auf eines seiner Tattoos an.

MICHAEL MICHALSKY – „BROTHERS & SISTERS“

Die Closing Show der MBFW bestritt diesmal kein Geringerer als Michael Michalsky mit seiner Kollektion „Brothers & Sisters“. Dabei wurde es durchaus politisch. “Das Motto meiner Kollektion stellt einen Ruf nach mehr Gemeinschaft dar. Entgegen allem Patriotismus, aller Eigenliebe, aller Spiegelschau sollten wir wieder etwas mehr an das WIR als an das ICH denken. Die Mode dient dabei als Form, das Ganze als Statement auszudrücken“, erklärte der Berliner Designer am Rande seines gefeierten Defilees.

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©ATELIER MICHALSKY

Eröffnet wurde die 33 Looks umfassende Show von Toni Dreher-Adenuga (GNTM 2018) in einem monochromen Outfit in Lilac: Sie präsentierte einen enganliegenden Jumpsuit, gestrickt aus einem Kaschmir-Seiden-Garn in Kombination mit einem Blouson-Jacket mit überzeichneten Schultern und transparenten Ärmeln. Bei den Materialien wurde generell mit einer Matt-Glanz-Wechselwirkung gespielt. Layerings sorgen dabei für Dynamik. Mit den Key Colours der Kollektion, Lilac und Apricot in Kontrast zu einem satten Schwarz, blieb Michalsky seiner betont modernen wie lässigen Berliner Designhandschrift gekonnt treu.

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