Alleine mit der Headline habe ich jetzt wahrscheinlich schon einige Geschlechtsgenossinnen auf die Barrikaden gebracht, aber die Beschreibung passt nun mal am besten auf meine Problematik: Ich scheine keine Veranlagung zur Hausfrau zu haben, zumindest so wie ich mir eine gute Hausfrau vorstelle. Oder ist das vielleicht als berufstätige Frau gar nicht möglich?

DAS WOCHENENDE GEHÖRT MIR UND DER COUCH, NICHT DEM WISCHMOB!

In der Küche türmt sich das Geschirr, die Wollmäuse liefern sich unter den Schränken einen Wettstreit und die Balkonmöbel werden inzwischen eingeschneit. Meine Bilanz bezüglich Ordnung und Sauberkeit könnte wirklich besser sein. Das liegt zum Einen an der mangelnden Zeit (Mit zwei Jobs inklusive Selbstständigkeit immer ein Problem) und zum Anderen daran, dass ich schlicht und ergreifend keine Lust habe! Jetzt könnte man fragen: Wer hat schon Lust auf Hausarbeit? Die Antwort: Überraschend viele. Es gibt Frauen (und natürlich auch Männer), die Spaß am Putzen, Staubsaugen und Polieren haben. Ganze Samstage können diese faszinierenden Wesen mit ihrem Putzmittel-Arsenal verbringen. Und was mach ich so an meinen hart verdienten freien Wochenenden? Ich sage nur Netflix & Chill! Die Brillenputztücher sind oft das einzige Putzmittel, das ich am Wochenende in die Hand nehme. Meine häuslichen Fertigkeiten beschränken sich da ganz auf das Kochen und Backen, denn das Ergebnis ist leckeres Essen. Für mich ein wertvolleres Outcome als saubere Fenster – das erledigt der nächste Regenschauer.

frau mit wischmob

©Kladyk/iStock

KANN MAN ALS BERUFSTÄTIGE FRAU ÜBERHAUPT HAUSFRAU SEIN?

Was viele vergessen: Hausfrau ist eigentlich so etwas wie ein Beruf! Natürlich ist man nicht angestellt und hat keinen Vorgesetzten, auch ein Gehalt gibt es im eigentlichen Sinne nicht (das sogenannte Haushaltsgeld fließt schließlich in selbigen). Aber seien wir mal ehrlich: Um eine perfekte Hausfrau zu sein, muss man diesen Job am besten in Vollzeit ausüben. Oft werden Frauen leider belächelt oder als rückständig abgestempelt, wenn sie bei Beruf „Hausfrau“ angeben und irgendwie sind wir Frauen auch selbst schuld. Unterbewusst schwingt da immer eine Herabsetzung mit. „Sie ist ja NUR Hausfrau“. Ehrlicherweise wäre das auch für mich nicht erstrebenswert, aber das heißt nicht, dass ich andere Frauen verurteile. Ich finde es aber wichtig, sich dessen bewusst zu sein: Eine perfekte Hausfrau, gut im Job, eine tolle Partnerin und womöglich auch noch Mutter zu sein – das ist nicht möglich. Wir sind nicht Superwoman! Übrigens finde ich auch nichts Verwerfliches daran, sich eine Putzfrau zu gönnen, wenn man es sich leisten kann. Ich habe das Glück, einen fleißigen und verständnisvollen Ehemann zu haben und wir sind uns einig, dass es bei uns nicht aussehen muss wie in „Schöner Wohnen“. Und ein Typ, der von uns ganz selbstverständlich erwartet, den Haushalt zu schmeißen und das als „Frauensache“ ansieht, kann aus meiner Sicht sowieso entsorgt werden – den Müll kann er ja gleich mitnehmen.

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Was sind die aktuellen Wohntrends? Es gibt viel Inspiration für die eigenen vier Wände. Natürlich darf auch die Pantone Farbe des Jahres nicht fehlen: Living Coral. Du entspannst auch lieber, statt zu putzen? Dann lass dich von den Watchlists aus unserer Redaktion inspirieren!

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