Wir zahlen unsere Miete, haben einen Job, beschäftigen uns mit Versicherungen und anderen „verantwortungsvollen Aufgaben“ und fühlen uns trotzdem manchmal wie ein Kind, das im Supermarkt vergessen wurde. Aber was macht einen denn nun erwachsen und wollen wir das überhaupt sein?

MIT 30 IST MAN DOCH ERWACHSEN ODER?

„Allgemein geht man davon aus, dass der Erwachsene jene notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse erworben hat, die ihn befähigen, die für sein Leben und Fortkommen notwendigen Entscheidungen selbständig und eigenverantwortlich zu treffen.“, sagt Wikipedia zum Begriff des Erwachsenseins. So viel zur Theorie. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich bin jetzt 32 und verheiratet, habe ein Dach über dem Kopf und regelmäßiges Einkommen. Man könnte also sagen, dass ich per Definition erwachsen bin. Rückblickend weiß ich sogar noch, dass als Kind und Jugendliche für mich tatsächlich die 30 ein sicheres Alter war. Da war ich fest überzeugt: „Mit 30 ist man erwachsen!“. Ich habe meinen 30. Geburtstag in Mexiko verbracht, als Abschluss einer zweimonatigen Weltreise – Schokotorte im Bauch, Cocktail in der Hand, Sonne im Gesicht. Perfekt! Ich kann allerdings nicht sagen, dass ich mich seitdem erwachsener fühle als zuvor. Natürlich ist es auch völliger Quatsch, etwas so Komplexes an einer Zahl festzumachen, denn vor dem Erwachsensein kommt nun mal das Erwachsenwerden.

freundinnen im café

©Tamara Dragovic/iStock

ERWACHSENSEIN HAT KEINEN LAUNCH-TERMIN

Ich werde euch jetzt die entwicklungspsychologischen Details ersparen. Wir alle wissen ungefähr, dass nach der Kindheit (unbeschwert, aber auch abhängig von Mama und Papa) kommt die Adoleszenz (Hörner abstoßen, sexuelle Entdeckungen und einige dumme Entscheidungen). Ein wichtiger Abschnitt ist wahrscheinlich für jeden der Auszug aus dem Elternhaus: Die Organisation eines eigenen Haushalts steht an. Bei mir war das in einer Studenten-WG, was die Sache nicht unbedingt einfacher machte, denn wir hatten ja alle keine Ahnung. Man muss Amtsgänge machen, bekommt Post von der GEZ und lernt, dass Abschläge nicht nur im Golf vorkommen, sondern auch in der Nebenkostenabrechnung. Irgendwann merkt man dann, dass die meisten Sachen eigentlich gar nicht so kompliziert sind und findet seinen Rhythmus. Es hilft natürlich, dass die Eltern einem noch als „Backup“ zur Seite stehen und Freunde, die das gleiche durchleben. Irgendwann kommt dann der erste Job und die Prioritäten und der Lebensrhythmus verschieben sich. Nicht, dass man als Berufstätiger nicht mehr feiern geht – nur eben nicht unbedingt mittwochs bis 5 Uhr morgens. Stattdessen eher zur Afterwork oder eben am Wochenende. Wenn möglich am Freitag, denn der Körper braucht bitte zwei Tage Regeneration!

NACH DER EIGENEN UHR LEBEN IST DER SCHLÜSSEL ZUM GLÜCK

Letztlich ist der Begriff Erwachsensein für mich auch etwas sehr Subjektives. Natürlich gibt es biologische Fakten, aber auf die Persönlichkeit bezogen steht Erwachsensein eben auch für Reife und Verantwortungsbewusstsein. Ich habe schon 40 -jährige gesehen, die jeden Abend in der Techno-Bude versumpft sind, weil sie dachten das gehört zum „Agentur-Lifestyle“ und 18-Jährige, die so reif waren, dass ich ihr biologisches Alter gar nicht glauben konnte. Viele verbinden mit Erwachsensein auch einen gewissen Freiheitsverlust: Kontrolle ersetzt Hedonismus, Sicherheit ersetzt Unabhängigkeit. Wahrscheinlich wehrt man sich deswegen auch immer ein bisschen dagegen. Fakt ist: Niemand hat sein Leben immer unter Kontrolle, auch wenn es nach außen so wirkt. Während ich gefühlt im Chaos versinke, findet meine Freundin mein Durchhaltevermögen bewundernswert. Es ist wie immer eine Sache der Perspektive und eines ist sicher: Wir müssen zwar in vielen Bereichen erwachsen sein, sollten uns aber immer auch ein Stück jugendlichen Leichtsinns bewahren – denn sonst wird’s doch irgendwie langweilig!

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Für Mode mit coolen Comic-Prints ist man nie zu alt. Wie praktisch, dass der Trend mit Disney und Co. immer noch aktuell ist. Das Spiel mit den Geschlechtern macht auch in der Mode Spaß. Der Boyfried-Style eröffnet viele Styling-Möglichkeiten. Irgendwann beschäftigt sich wohl jede Frau mit der „K-Frage“ – die Frage nach Kindern. Was auf dem Fuße folgt, sind leider oft Diskussionen, Erwartungshaltungen und Druck.

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