Beauty Talk mit Nutritional Therapist Uta Boellinger von Ancient+Brave
Heute im Gespräch begrüßen wir Uta Boellinger, Ernährunsgtherapeutin und wissenschaftliche Expertin bei der britischen Kultmarke Ancient + Brave. Die gebürtige Kölnerin hat nach einer Karriere in der Finanzwelt ihren Weg in die Ernährungswissenschaft gefunden. Heute verbindet sie als Lead Nutritionist evidenzbasierte Wissenschaft mit einem modernen Verständnis von Longevity. Für uns blickt sie hinter den Hype um das Trend-Thema Kollagen und erklärt, warum wahre Ausstrahlung immer im Inneren beginnt.
Kollagen ist in aller Munde, aber viele fragen sich: Funktioniert „Essen für die Schönheit“ wirklich? Was passiert im Körper, wenn wir hochwertiges Kollagen einnehmen?
Uta Boellinger: Ja! „Beauty von innen“ macht absolut Sinn. Haut, Haare und Nägel sind biologisch gesehen kein „Luxus“, sondern Gewebe, das ständig erneuert wird und dafür Baustoffe braucht.
Wenn wir hochwertiges Kollagen einnehmen, passiert Folgendes: Kollagen wird im Verdauungstrakt in kleinere Peptide und Aminosäuren zerlegt. Diese Bausteine stehen dem Körper dann zur Verfügung, zum Beispiel für die körpereigene Kollagenbildung und für Strukturen wie Haut, Bindegewebe oder Knorpel.
Wichtig ist: Kollagen ist kein „Zauberpulver“, das 1:1 direkt in die Haut wandert. Es ist eher ein strategischer Proteinbaustein, der den Körper dabei unterstützen kann, die eigene Strukturversorgung zu optimieren, besonders dann, wenn Ernährung, Stresslevel oder bestimmte Lebensphasen mehr Bedarf erzeugen.
Ab wann macht die Supplementierung biologisch Sinn, und wie unterscheidet sich die Wirkung bei einer 30-Jährigen von der bei einer Frau in den Wechseljahren?
Uta Boellinger: Biologisch Sinn machen kann es ab etwa 30, weil die körpereigene Kollagenproduktion ab Mitte 20 mit der Zeit langsam abnimmt. Viele merken aber erst in den späten 30ern, dass Haut „anders reagiert“: weniger prall, trockener, feine Linien.
Der große Unterschied in den Wechseljahren ist: Durch hormonelle Veränderungen, vor allem sinkendes Östrogen, verändern sich Hautdichte, Elastizität und Feuchtigkeitsspeicherung oft deutlich schneller. Das heißt nicht, dass Kollagen „alles löst“, aber es kann eine sinnvolle Basis sein, wenn man von außen und innen ganzheitlich unterstützt: Proteinversorgung, Mikronährstoffe, Schlaf, Stressregulation und UV-Schutz.
Der Markt ist überflutet mit Kollagenprodukten. Worauf müssen wir beim Kauf achten, damit das Kollagen auch wirklich in den tiefen Hautschichten ankommt?
Uta Boellinger: Ich würde es so formulieren: Es geht weniger darum, dass es „in einer bestimmten Schicht ankommt“, sondern darum, ob das Produkt qualitativ so aufgestellt ist, dass der Körper es gut nutzen kann.
Meine wichtigsten Kriterien:
- Hydrolysiertes Kollagen / Kollagenpeptide (bessere Alltagstauglichkeit und gut löslich)
- Transparente Herkunft & Qualität (z. B. Weiderind oder marines Kollagen, klare Angaben)
- Saubere Rezeptur ohne unnötige Füllstoffe
- Sinnvolle Dosierung pro Portion (nicht „Marketing-Mikrodosis“)
- Gute Verträglichkeit und regelmäßige Einnahme möglich
Und ganz ehrlich: Das beste Produkt bringt nichts, wenn man es nur „ab und zu“ nimmt. Konsistenz ist ein riesiger Faktor.
Ancient + Brave setzt auf ganzheitliche Ansätze. Warum ist die Kombination von Kollagen mit Wirkstoffen wie Vitamin C oder MCT-Öl ein Gamechanger für den „Beauty-Glow“?
Uta Boellinger: Ancient + Brave denkt immer in Systemen und das ist auch der Punkt: Kollagen allein ist gut, aber Kombinationen können den Effekt im Alltag unterstützen.
Vitamin C ist wichtig, weil es im Körper eine Rolle bei der körpereigenen Kollagenbildung spielt. Es ist wie ein „Co-Faktor“, damit der Körper diese Prozesse optimal durchführen kann.
MCT-Öl kann eine praktische Ergänzung sein, weil Fette helfen können, eine Routine „stabiler“ zu machen: mehr Sättigung, weniger Snack-Cravings und es passt gut in Kaffee oder Smoothies. Außerdem lieben viele das „Glow“-Gefühl, wenn sie insgesamt konstanter essen und besser versorgt sind.
Der „Glow“ entsteht am Ende fast immer durch das Zusammenspiel aus Nährstoffen, Schlaf, Stressbalance und regelmäßigen Routinen.
Kann veganes Kollagen die gleiche strukturelle Wirkung auf das Bindegewebe haben wie klassisches marines oder bovines Kollagen?
Uta Boellinger: Das ist eine super wichtige Frage und ich beantworte sie bewusst differenziert:
Kollagen ist ein tierisches Strukturprotein. Klassisches Kollagen (marin oder vom Weiderind) liefert direkt Kollagenpeptide.
Vegane Produkte können kein echtes Kollagen liefern, aber sie können die körpereigene Kollagenbildung indirekt unterstützen zum Beispiel über bestimmte Aminosäuren, Vitamin C und andere Cofaktoren.
Heißt: Wenn jemand vegan lebt, kann ein „kollagen-supportender“ Ansatz sinnvoll sein aber strukturell ist es nicht 1:1 dasselbe wie Kollagenpeptide.
Wie lange muss man Kollagen konsequent einnehmen, bis erste sichtbare Veränderungen an Haut, Haaren und Nägeln realistisch sind?
Uta Boellinger: Realistisch und fair gesagt: 4 bis 8 Wochen sind ein guter Zeitraum, um erste Veränderungen wahrzunehmen, oft zuerst bei Hautgefühl/Feuchtigkeit oder bei Nägeln.
Für deutlichere Effekte sind eher 8 bis 12 Wochen sinnvoll, weil Hauterneuerung Zeit braucht. Haare brauchen oft am längsten, da sprechen wir eher von mehreren Monaten, weil Haarwachstum langsam ist.
Mein Tipp: Nicht nur „auf den Spiegel warten“, sondern auch auf Signale achten wie:
- weniger trockene Haut
- stabilere Nägel
- insgesamt „gleichmäßigeres“ Hautbild
Neben der Supplementierung – was sind Ihre drei wichtigsten Tipps, um den natürlichen Kollagenabbau im Alltag zu bremsen?
Uta Boellinger: Meine Top 3 sind simpel, aber extrem wirksam:
Antioxidantienreiche Ernährung
Viel Obst und Gemüse, besonders Beeren oder grünes Blattgemüse.
Protein + Mikronährstoffe konstant halten
Kollagenbildung braucht Bausteine: ausreichend Protein, Vitamin C, Zink, Kupfer, am besten über eine ausgewogene Ernährung plus sinnvolle Ergänzung.
Stress & Schlaf nicht unterschätzen
Chronischer Stress und schlechter Schlaf wirken sich auf die Regeneration aus. Die sieht man oft direkt im Gesicht. Ich sage immer: Schlaf ist das „natürlichste Beauty-Supplement“.
Wie integrieren Sie selbst Ihr Kollagen am liebsten in Ihren Tag? Haben Sie ein „Geheimrezept“ für den perfekten Beauty-Drink?
Uta Boellinger: Ich bin da sehr pragmatisch: Ich baue Kollagen so ein, dass es wirklich jeden Tag funktioniert.
Meine Favoriten:
- morgens im Kaffee oder Matcha
- oder als cremiger Shake mit ungesüßter Milchalternative, etwas Zimt, Beeren, optional MCT
Das fühlt sich wie eine kleine Wellness-Routine an und ist super leicht umzusetzen.
Wir bedanken uns bei Uta Boellinger für das interessante Interview. Mehr Informationen findet ihr unter https://ancientandbrave.de und @cannelle_nutrition.





