Ob in Beziehungen, Freundschaften oder im Job: Es gibt manchmal Momente, in denen wir vor einer Entscheidung stehen: Bleiben und kämpfen oder einen Cut machen und gehen? Kampfgeist ist schön und gut, aber wir neigen leider oft dazu, über unsere Schmerzgrenze hinauszugehen. Warum wir uns eher selbst behindern, wenn wir den Status Quo zwanghaft erhalten wollen und wie wir vielleicht mehr Mut für die befreiende Veränderung finden.

WHAT DOESN’T KILL YOU, MAKES YOU STRONGER ODER SO ÄHNLICH

Jeder kennt sie, die Durchhalteparolen und flotten Sprüche, die sich vielleicht cool anhören aber doch so schwer umzusetzen sind. „Was dich nicht umbringt, macht dich härter.“, „Augen zu und durch.“ oder etwas positiver formuliert „Wer weiß, wozu es gut ist?“. Das sind die Glaubenssätze und Mantren, die wir uns gerne sagen lassen oder auch stoisch in Rambo-Manier selbst herunterbeten, um uns zu überzeugen, noch etwas länger durchzuhalten. „Beim nächsten Mal nimmt mich mein Chef bestimmt ernst und ich bekomme die Anerkennung für meine harte Arbeit.“, „Beim nächsten Mal ist mein meine Freundin bestimmt zuverlässig“ oder „Irgendwann ändern sich mein Partner.“

Und natürlich macht dieses ständige Neuverhandeln ja auch Sinn, denn was wäre die Alternative? Beim kleinsten Problem aufgeben und weglaufen? Der Knackpunkt ist nur, dass wir oft den Absprung verpassen und von der gut gemeinten Nachsicht und dem viel gelobten Durchhaltevermögen direkt in unser Verderben schlittern oder sogar offenen Auges springen. Ein Burnout oder toxische Beziehungen sind oft das traurige Ende vom Lied. Irgendwann fragen wir uns dann: Wie konnte ich es nur soweit kommen lassen?

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SICH ENTSCHEIDEN ZU GEHEN, BEDEUTET NICHT AUFZUGEBEN

Die Ursache für dieses Problem liegt meiner Meinung nach tiefer begraben, und zwar in dem, was wir mit dem Beenden von Dingen oft assoziieren und sei es nur unterbewusst: Die Kündigung ist kein selbstbestimmter und mutiger Akt, sondern ein Aufgeben. Das Lösen aus einer toxischen Beziehung oder Freundschaft bedeutet, dass wir als Menschen versagt und wahrscheinlich nicht alles gegeben haben. Aufhören bedeutet für uns Aufgeben. Natürlich schwingen je nach Situation auch viele weitere Emotionen mit: Schuldgefühle, Zukunftsängste, Zweifel und Reue.

Das Gemeine an harten, aber richtigen Entscheidungen ist ja auch, dass sie sich als solche oft erst mit Verzögerung offenbaren. Denke mal darüber nach, wie viele Zweifel du bei bestimmten Entscheidungen hattest und wie sie dich über Umwege vielleicht genau an den richtigen Ort/Job/ zur richtigen Person gebracht haben. Andererseits gibt es ehrlicherweise auch Entscheidungen, die rückblickend dann doch ziemlich scheiße waren. Wir sind also irgendwie im ewigen Glücksspiel namens Leben gefangen.

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MANCHMAL KANN NUR EIN RADIKALER SCHNITT BEFREIEN

Doch eines steht fest: Wenn das zwanghafte Erhalten des Status Quo dir mehr Schmerz als Freude bereitet, du ständig deinen Hunger nach neuen Chancen und andere Wünsche unterdrücken musst, nur damit alles seinen gewohnten Gang geht, dann ist es manchmal Zeit für einen radikalen Schlussstrich.

Das Erstaunliche ist ja – so zumindest meine Erfahrung: Oft bringt die Entscheidung, vor der wir uns am meisten gefürchtet haben, die größte Befreiung. Das heißt nicht, dass alles smooth und entspannt geht, denn man spricht ja nicht umsonst von einem Cut, also Schnitt. Etwas hinter sich zu lassen, bringt meistens Schmerz mit sich und der macht uns vielleicht nicht immer stärker, aber auf jeden Fall reifer und weiser.

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Der ewige Kampf mit den Entscheidungen begleitet viele von uns täglich. Wir haben einige Tipps, wie du besser damit umgehen kannst. Du bist immer Everybody’s Darling? Dann ist es vielleicht Zeit, daran etwas zu ändern. Jede große Entscheidung erfordert Mut. Wie können wir unsere eigene Angst vor der Courage überwinden?

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