Polyglutaminsäure: Das neue Feuchtigkeits-Wunder für maximale Hydratation
Hyaluronsäure ist seit Jahren der unangefochtene Star in unseren Badezimmerschränken, wenn es um Feuchtigkeit geht. Doch nun bekommt der Klassiker ernsthafte Konkurrenz: Polyglutaminsäure.
Während Hyaluronsäure für ihre Fähigkeit bekannt ist, das 1000-fache ihres Eigengewichts an Wasser zu binden, schafft Polyglutaminsäure das Vier- bis Fünffache davon. Dieser Power-Stoff aus der Gruppe der Aminosäuren verspricht nicht nur oberflächliche Frische, sondern ein pralles, fast schon aufgepolstertes Hautbild, das den ganzen Tag anhält.
Ein Schutzschild aus fermentierten Sojabohnen
Polyglutaminsäure, oft als PGA abgekürzt, ist ein wasserlösliches Peptid, das durch die Fermentation von Bakterien gewonnen wird, die unter anderem in Natto vorkommen – einem traditionellen japanischen Gericht aus Sojabohnen. Im Gegensatz zu vielen anderen Säuren in der Kosmetik wirkt sie nicht peelend. Sie ist ein reiner Feuchtigkeitsspender, der aufgrund seiner Molekülstruktur eine besondere Aufgabe übernimmt. Während kurzkettige Hyaluronsäure tief in die Hautschichten eindringt, bildet Polyglutaminsäure einen hauchdünnen, elastischen Film auf der Hautoberfläche.
Dieser Film fungiert als Barriere und verhindert den sogenannten transepidermalen Wasserverlust. Das bedeutet, dass die Feuchtigkeit, die wir der Haut durch Seren und Cremes zuführen, nicht einfach wieder verdunstet. Gleichzeitig hemmt Polyglutaminsäure das Enzym Hyaluronidase. Dieses körpereigene Enzym baut unsere natürliche Hyaluronsäure im Gewebe ab. Durch die Verwendung von PGA schützen wir also indirekt auch unsere eigenen Feuchtigkeitsdepots und halten die Haut länger geschmeidig.
Die richtige Anwendung für den Glow-Effekt
Damit Polyglutaminsäure ihr volles Potenzial entfalten kann, kommt es auf die Schichtung in der Routine an. Da PGA einen Film bildet, sollte das entsprechende Serum immer nach wasserbasierten Produkten wie einem Toner oder einem leichten Hyaluronserum aufgetragen werden, aber vor der abschließenden okklusiven Tagespflege oder dem Gesichtsöl. Ein Tropfen des Wirkstoffs reicht meist aus, um das gesamte Gesicht zu versorgen. Besonders am Morgen ist der Einsatz sinnvoll, da die glättende Wirkung sofort sichtbar ist und feine Trockenheitsfältchen optisch minimiert werden.
Wer Make-up trägt, wird Polyglutaminsäure lieben. Der Wirkstoff wirkt wie ein natürlicher Primer. Foundation und Concealer lassen sich auf der durch PGA geglätteten Oberfläche gleichmäßiger verteilen und setzen sich weniger in Fältchen ab.
Viele Visagisten mischen mittlerweile einen Tropfen PGA-Serum direkt in die Foundation, um ein besonders taufrisches Finish zu erzielen, das den Look über Stunden hinweg frisch hält.
Vorteile und Nachteile von Polyglutaminsäure
Die Vorteile liegen klar auf der Hand:
- Extreme Hydratation: Die enorme Wasserbindungskapazität sorgt für ein pralles Hautgefühl.
- Glättungseffekt: Der feine Film auf der Haut ebnet das Hautrelief optisch sofort.
- Schutz der Eigenhyaluron: Durch die Hemmung abbauender Enzyme bleibt die Spannkraft länger erhalten.
- Verträglichkeit: Da es sich um ein Biopolymer handelt, ist das Irritationspotenzial sehr gering.
Es gibt jedoch auch Punkte, die beachtet werden sollten:
- Keine Tiefenwirkung: Aufgrund der großen Moleküle wirkt PGA primär an der Oberfläche und ersetzt keine Wirkstoffe, die in tieferen Schichten regenerieren.
- Klebrigkeit: Bei zu hoher Dosierung oder minderwertigen Formulierungen kann der Film auf der Haut ein leicht klebriges Gefühl hinterlassen.
- Preis: Hochwertig stabilisierte Polyglutaminsäure ist in der Herstellung oft teurer als herkömmliche Hyaluronsäure.
Die perfekte Kombination für trockene Hauttypen
Hautpflege-Expert:innen raten oft dazu, Polyglutaminsäure nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zu Hyaluronsäure zu sehen. In Kombination bilden sie ein unschlagbares Team für dehydrierte Haut. Während die Hyaluronsäure tiefenwirksam Feuchtigkeit spendet, versiegelt die Polyglutaminsäure diese von oben. Wer zusätzlich Wirkstoffe wie Vitamin C oder Retinol nutzt, profitiert ebenfalls. Da diese Wirkstoffe die Hautbarriere manchmal fordern können, hilft PGA dabei, die Haut zu beruhigen und die Feuchtigkeitsbalance stabil zu halten.
Wichtig beim Kauf eines Produkts ist die Konzentration. Oft werben Marken mit dem Inhaltsstoff, verwenden ihn aber nur in winzigen Mengen. Achte darauf, dass „Sodium Polyglutamate“ oder „Polyglutamic Acid“ in der Inhaltsstoffliste weiter oben steht. Besonders Seren, die speziell auf PGA ausgerichtet sind, liefern die besten Ergebnisse für den gewünschten „Plumping-Effekt“.
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