cleansing balm
Gesichtsreinigung

Pflege und Reinigung in einem: Cleaning Balms

Es gibt diesen einen Moment, wenn die Temperaturen unter fünf Grad fallen und die Heizungsluft auf Hochtouren läuft: Die Haut spannt, wirkt fahl und scheint jedes bisschen Feuchtigkeit sofort wieder zu verlieren. Genau hier beginnt die große Stunde der Cleansing Balms.

Fett löst Fett am effektivsten

Wir müssen kurz über Chemie sprechen, aber keine Sorge, es bleibt simpel. Das Prinzip „Gleiches löst Gleiches“ ist der Grund, warum ein Cleansing Balm so radikal gut funktioniert. Die meisten Make-up-Produkte, wasserfeste Mascara und auch der überschüssige Talg auf unserer Haut basieren auf Öl und Fett. Ein wasserbasiertes Gel oder ein Mizellenwasser kommt hier oft an seine Grenzen und erfordert Reiben, was die ohnehin schon gestresste Winterhaut zusätzlich reizt.

Ein Balm hingegen ist eine feste Öl-Textur, die beim Kontakt mit der Hautwärme schmilzt. Diese geschmeidige Masse bindet Schmutz, SPF und Foundation wie ein Magnet, ohne den natürlichen Hydrolipidfilm der Haut anzugreifen. Im Gegenteil: Du reinigst nicht nur, du pflegst bereits im ersten Schritt. Das Ergebnis ist eine Haut, die sich nicht wie „quietschsauber“ und ausgetrocknet anfühlt, sondern weich und genährt. Genau das, was wir bei Minusgraden brauchen.

Die Transformation der Textur ist entscheidend

Moderne Balms sind technologisch faszinierend. Im Tiegel sind sie fest, fast wie Kokosfett im Kühlschrank. Sobald du eine haselnussgroße Menge in den Händen erwärmst, wird daraus ein seidiges Öl. Der eigentliche Clou passiert aber erst danach: Wenn du Wasser hinzufügst, emulgiert das Öl zu einer milchigen Flüssigkeit („Milk“), die sich restlos abwaschen lässt.

Viele Anwenderinnen haben Angst vor einem fettigen Film auf der Haut. Das ist bei hochwertigen Formulierungen unbegründet. Emulgatoren sorgen dafür, dass sich das Fett mit dem Wasser verbindet und einfach abfließt. Zurück bleibt nur Geschmeidigkeit. Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt zusätzlich ein weiches Musselin-Tuch oder einen „Face Cloth“, um Produktreste abzunehmen. Das sorgt nebenbei für ein sanftes Peeling, das abgestorbene Hautschüppchen entfernt, ohne zu kratzen.

Double Cleansing als abendliches Ritual

In der Beauty-Community ist das „Double Cleansing“ längst kein Geheimtipp mehr. Der Cleansing Balm bildet hierbei den ersten und wichtigsten Schritt. Er bricht den „Schmutz des Tages“ auf. Danach folgt oft ein zweiter, wasserbasierter Reiniger, um die Poren tiefenrein zu säubern.

Doch gerade im Winter reicht für viele Hauttypen der Balm als alleiniger Akteur völlig aus. Wenn du trockene oder sensible Haut hast, ist weniger oft mehr. Die reichhaltigen Inhaltsstoffe wie Sheabutter, Mandelöl oder Vitamin E wirken beruhigend. Nimm dir abends zwei Minuten Zeit. Massiere den Balm intensiv ein. Das fördert die Durchblutung und entspannt die Gesichtsmuskulatur. Es ist Self-Care im Badezimmer, kein lästiges Pflichtprogramm. Der Duft von ätherischen Ölen wie Eukalyptus oder Rose, den viele Balms enthalten, trägt seinen Teil zur Entspannung bei.

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Qualität erkennt man an den Inhaltsstoffen

Nicht jeder Tiegel hält, was er verspricht. Ein Blick auf die INCI-Liste lohnt sich. Mineralöle (Paraffinum Liquidum) sind günstig, aber sie liegen oft nur auf der Haut auf, ohne echte Pflegevorteile zu bieten. Pflanzliche Öle und Buttern sind dem hauteigenen Sebum ähnlicher und werden besser aufgenommen.

Achte auf Inhaltsstoffe wie Squalan, Traubenkernöl oder Kamillenextrakt. Diese Komponenten stärken die Hautbarriere, die im Winter durch den Wechsel von Kälte und trockener Heizungsluft oft brüchig ist. Antioxidantien schützen zusätzlich vor Umweltstress.

Auch ein Favorit hat Nachteile

Wir wollen ehrlich bleiben: Cleansing Balms sind nicht für jeden Moment perfekt. Der größte Kritikpunkt ist oft das Handling. Da die meisten Produkte im Tiegel kommen, musst du mit den Fingern oder einem Spatel in das Produkt greifen. Das erfordert saubere Hände, um keine Bakterien einzubringen. Tuben sind hier hygienischer, aber aufgrund der festen Konsistenz seltener zu finden.

Ein weiterer Aspekt ist der Preis. Hochwertige pflanzliche Öle kosten mehr als Wasser und Tenside, aus denen ein Waschgel primär besteht. Ein Balm ist also eine Investition, die sich jedoch durch die Ergiebigkeit oft relativiert. Eine kleine Menge reicht für das ganze Gesicht. Wer extrem ölige oder zu Akne neigende Haut hat, sollte zudem vorsichtig sein und sicherstellen, dass das Produkt als „non-comedogenic“ gekennzeichnet ist, um verstopfte Poren zu vermeiden.

Dennoch überwiegen für die meisten die Vorteile: Kein Auslaufen im Kulturbeutel (perfekt für Reisen), keine Wattepads-Müllberge und vor allem dieses unvergleichlich samtige Hautgefühl. Wer einmal den „Melt“ auf der Haut gespürt hat, kehrt selten zum schäumenden Waschgel zurück.

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Titelbild: ©heerim studio on Adobe Stock