Pflanzen haben ihr verstaubtes Wartezimmer-Image längst abgelegt und sind zum angesagtesten Interior-Trend geworden. Warum? Weil sie jedes Zuhause gemütlicher und schöner machen, eine entspannende Wirkung haben und obendrein auch noch die Luftqualität verbessern. Allerdings brauchen die meisten Pflanzen viel Aufmerksamkeit und Pflege. Es gibt aber auch andere, die exotisch und pflegeleicht zugleich sind.

Sich die Natur ins Haus zu holen, ist gerade in Städten zu einem großen Wohntrend geworden. Ob alte Holztische, selfmade-Regale aus Obstkisten, Kräuterkästen in der Küche oder eben Zimmerpflanzen, die die Wohnung in einen urbanen Dschungel mit einer besonders wohligen Atmosphäre verwandeln. Klingt soweit ganz gut, wäre da nicht die Tatsache, dass der schöne Dschungel auch ganz schnell zu einer vertrockneten Steppe werden kann. Für alle, die keinen sogenannten „grünen Daumen“ haben, stellen wir jetzt sieben Zimmerpflanzen vor, die herrlich pflegeleicht sind und obendrein auch toll aussehen.

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BOGENHANF (SANSEVIERIA)
Der Bogenhanf (Sansevieria) wirkt aufgrund seiner langen, geraden Blätter sehr elegant und passt perfekt zu einem minimalistischen Interieur. Das tiefe Grün der Blätter, mit ihrem goldgelben Blattrand und den oftmals interessanten Musterungen macht die Pflanze zu einem tollen Eyecatcher. Doch der Bogenhanf sieht nicht nur hübsch aus, sondern gehört auch zu den einfachsten Zimmerpflanzen. In seinen langen, festen Blättern kann er Wasser speichern und muss deshalb nur selten gegossen werden. Außerdem kann die Pflanze sowohl an sonnigen Plätzen als auch in dunklen Zimmerecken gedeihen. Mehr Licht führt aber oftmals zu schöneren Farben und Mustern der Blätter sowie zu einem schnelleren Wachstum. Good to know: Der Bogenhanf wandelt während der Nacht Kohlendioxid in Sauerstoff um – das macht ihn zur perfekten Pflanze für´s Schlafzimmer.

© iStock.com/imnoom | Auszug aus „Wohnen in Grün – Dekorieren und stylen mit Pflanzen“ aus dem Callwey Verlag

SUKKULENTEN
Sukkulenten sind seit geraumer Zeit DIE Trend-Pflanzen schlechthin. Warum? Es gibt sie in den unterschiedlichsten Formen und Farben, von grafisch wirkenden Echeverien in hellem Grün, Violett, Rosa oder Rot bis hin zu groß wachsenden, kakteenartigen Gewächsen. Ob einfach auf der Fensterbank platziert, auf Beistelltischen oder Wandregalen, in kleinen Töpfen, nostalgischen Vasen oder einfachen Gläsern angeordnet, einzeln oder in Gruppen in Szene gesetzt – Sukkulenten wirken besonders dekorativ. Das Beste an den Pflänzchen ist, dass sie in ihren dicken, fleischigen Blättern Wasser über Wochen speichern können. Außerdem benötigen sie nicht zwingend Dünger. Das macht sie zur idealen Pflanze für alle, die keinen grünen Daumen haben oder oft unterwegs sind, und ihre Pflanzen nicht täglich pflegen und gießen können. Good to know: Sukkulenten verändern mit der Zeit ihre Form und Farbe – sie strecken sich bei zu wenig Licht. Wer also länger die hübsche, dekorative Form und intensive Farbe bewahren möchte, sollte die Pflänzchen einem Maximum an indirektem(!) Licht aussetzen.

© iStock.com/ mustafahacalaki| Auszug aus „Wohnen in Grün – Dekorieren und stylen mit Pflanzen“ aus dem Callwey Verlag

ALOE VERA
Unter den Heilpflanzen gilt Aloe Vera als unbestrittene Königin und wird schon seit der Antike nicht nur für heilende Zwecke, sondern auch für strahlende Haut und glänzendes Haar eingesetzt. Doch darüber hinaus ist die Aloe Vera auch eine wunderbare Zimmerpflanze, die sich für alle eignet, die besonders unkomplizierte und nachsichtige Pflanzen bevorzugen. Aloe Vera gehört streng genommen ebenfalls zu den Sukkulenten – sie kann in ihren dicken Blättern Wasser speichern und kommt vor allem im Winter bestens ohne regelmäßiges Gießen aus. Unter bestimmten Bedingungen kann die Pflanze sogar blühen. Doch auch ohne Blüten macht sie sich solo oder in Kombination mit anderen Zimmerpflanzen in jedem Interieur gut. Good to know: Die Aloe Vera kann sich von selbst vermehren. Sobald die kleinen Ableger etwas gewachsen sind, können sie vorsichtig von der Mutterpflanze getrennt werden und in einem eigenen Topf heranwachsen. Wichtig ist, dass sie während des Wachstums reichlich gegossen werden und das Substrat stets feucht gehalten wird.

© iStock.com/200mm | Auszug aus „Wohnen in Grün – Dekorieren und stylen mit Pflanzen“ aus dem Callwey Verlag

GUMMIBAUM (FICUS ELASTICA)
Ein besonders schönes Merkmal des Gummibaums, oder Ficus Elastica, sind seine großen, dunkelgrün glänzenden Blätter, die jedem Raum sofort einen intensiven Farbtupfer verleihen. In seinem natürlichen Habitat wächst der Gummibaum bis auf 30 Meter heran, aber auch als Zimmerpflanze kann er es immerhin auf 2-3 Meter Höhe schaffen – und ist damit ein wahrer Blickfänger. Wer den Baum eher kleiner halten will, kann die Spitzen einfach abschneiden. Der Gummibaum wirkt besonders schön in Räumen mit einem gewissen Boho-Charme und kann hier wunderbar mit anderen Pflanzen, wie zum Beispiel dem Bogenhanf, kombiniert werden. Aber auch in einer minimalistischen, skandinavischen Einrichtung macht sich der Ficus elastica gut – dann allerdings als Einzelgänger. Good to know: Der Gummibaum ist ein wahrer Luftfilter, denn er entfernt besonders effektiv Formaldehyd aus der Luft.

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DREIMASTERBLUME (TRADESCANTIA)
Einige Arten der Dreimasterblume (Tradescantia), umgangssprachlich auch als Gottesauge bekannt. Aufgrund ihrer zahlreichen, auffälligen Farben und Muster – die Blätter changieren von dunklen Grüntönen über Purpur bis hin zu einem satten Violett – ist sie eine beliebte Zimmerpflanze und ergänzt das grüne Farbspektrum anderer Pflanzen perfekt. Anfangs wächst die Dreimasterblume in die Höhe, doch nach einiger Zeit fallen die Triebe zu allen Seiten ab, weshalb sich die Pflanze toll Wandregale oder angesagte Blumenampeln eignet – perfekt für den Dschungel-Look. Die Dreimasterblume gehört außerdem zu den anspruchlosesten Zimmerpflanzen, denn außer viel Licht verlangt sie sonst nicht viel. Auch Leute, die gerne mal das Gießen vergessen oder viel unterwegs sind, können lange Freude an der farbenfrohen Pflanze haben. Good to know: Die Dreimasterblume trägt Blüten. Diese sind zierlich, dreizählig und meist pink oder weiß.

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FENSTERBLATT (MONSTERA DELICIOSA)
Die Monstera deliciosa, besser bekannt als Fensterblatt, ist eine immergrüne, ausdauernde Kletterpflanze und hat ihren Ursprung in Mexiko und Zentralamerika. Bereits seit den 60er Jahre gehört sie zu den beliebtesten Zimmerpflanzen – und das völlig zu Recht: Dank  ihren kräftig grünen, großen Blättern schafft die Monstera deliciosa nicht nur sofortiges Dschungel-Feeling, sondern eignet sich darüber hinaus auch für die verschiedensten Interior-Styles: Von monochromen, nordischen Stylings über modernde Designs bis hin zu bunten Boho-Interiors. Besonders gut zur Geltung kommt die Monstera deliciosa in großen Räumen bzw. mit einer Klettermöglichkeit. Außerdem ist sie recht pflegeleicht und lässt sich wunderbar vermehren. Sie mag es zwar hell, jedoch ohne direktes Sonnenlicht. Regelmäßiges Gießen ist wichtig, aber nicht zu häufiges. Good to know: Unter natürlichen Bedingungen kann die Monstera deliciosa sogar essbare Früchte tragen. In einigen Ländern gelten die Früchte sogar als teure Delikatesse.

© iStock.com/KatarzynaBialasiewicz | Auszug aus „Wohnen in Grün – Dekorieren und stylen mit Pflanzen“ aus dem Callwey Verlag

YUCCAPALME 
Um auch in den eigenen vier Wänden tropische Urlaubsstimmung aufkommen zu lassen, sind Palmen ideal. Leider benötigen die meisten Palmen reichlich Wasser, was sie nicht unbedingt umgänglich für Leute macht, die eher „gießfaul“ sind. Wer trotzdem unbedingt eine Palme haben möchte, sollte zur Yuccapalme greifen. Diese ist zwar keine Palme im eigentlichen Sinne, sondern gehört zu den Spargelgewächsen, doch optisch macht sie einiges her. Außerdem ist die Yuccapalme besonders pflegeleicht – sie muss nur alle ein paar Wochen gegossen werden und freut sich über reichlich Sonnenlicht. Good to know: Der Pflanze wird eine entspannende und meditative Wirkung zugesprochen.

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