Anglizismen gehören längst zu unserem Alltag. Durch die zunehmende Bedeutung der sozialen Medien sowie der Popkultur finden sich immer mehr englischsprachige Abkürzungen in unserem Sprachgebrauch wieder. Nach YOLO kamen FOMO, BAE und BFF: Wir reisen durch das Urban Dictionary und übersetzen die Akronyme.

NICHT GENUG GELD FÜR DIE PARTY? YOLO!

Jeder kennt noch ROFL (rolling on the floor laughing) oder LOL (laughing out loud) aus diversen Chats. Erinnert ihr euch noch an den berühmten „Ohoh“- Sound von ICQ? Er kündigte eine neue Nachricht an, die nicht selten mit den eben genannten Abkürzungen dekoriert war. Auch ASAP (as soon as possible), OMG (oh my good) und WTF (what the f**k) sind schnell in unseren allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen, egal ob wir nun einen Hang zu Anglizismen haben oder nicht. Was die Chats der jungen 2000er Jahre waren, spielt sich inzwischen auf Facebook, Instagram und WhatsApp ab. Doch nicht nur im geschriebenen, sondern auch im gesprochenen Wort haben die Akronyme längst Einzug gehalten.

abkürzung bff

©iStockphoto | Vadzim Kushniarou

AKRONYME VON „BY THE WAY“ BIS „MYSTERY OF MISSING OUT“

Du verstehst mal wieder nur Bahnhof im Abkürzungs-Dschungel? Wir haben einige der urbanen Codes für euch aufgeschlüsselt:

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OT = Off Topic (Abseits des Themas)
Gemeint ist, wenn man vom Thema abkommt und kurz über etwas anderes schreibt oder spricht.

IRL = In real life (Im echten Leben)
Diese Abkürzung weist darauf hin, dass etwas im wahren Leben passiert. Etwa wenn zwei Stars einer Serie auch privat liiert sind, also „IRL daten“.

BTW = By the way (Nebenbei gesagt)
Will ausdrücken, dass etwas nur eine Nebensache und nicht wichtig ist. Ist aber auch ein gern genutzter passiv-aggressiver Einschub, um etwas zu sagen, das ganz und gar nicht nebensächlich ist. Zum Beispiel: „BTW war ich immer für ich da.“

YOLO = You only live once (Man lebt nur einmal)
Das Motto für alle Hedonisten. Wird gerne verwendet, um unverantwortliches/unvernünftiges Verhalten zu rechtfertigen. Der Spaß und das Leben im Moment sind entscheidend. „500 € für eine Handtasche? #yolo“

BFF = Best friends forever (Für immer beste Freunde)
Wird hauptsächlich unter Frauen benutzt als Synonym für die beste Freundin, auch als Substantiv: „Das ist meine BFF Rebekka.“

BAE = Before anynone else (Vor allen anderen)
Wusstest du, das Bae kein Wort, sondern eine Abkürzung ist? In der Regel wird es für den Partner oder die Partnerin benutzt, aber auch für besonders gute Freunde. Zum Beispiel: „When bae brings you your favorite food.“

FOMO = Fear of missing out (Die Angst, etwas zu verpassen)
Eine sehr spezifische Angst, die in der Form erst durch Social Media erschaffen wurde. Beim Anblick von Social Media Posts der Freunde hat man Angst, etwas Spannendes oder Schönes zu verpassen.

JOMO = Joy of Missing out (Spaß daran, etwas zu verpassen)
Quasi das das Gegenteil der FOMO. Der Genuss und Spaß daran, etwas zu verpassen. Zum Beispiel wenn man sich die Fotos auf Social Media anschaut und es genießt, faul auf der Couch zu liegen. Auch das Genießen der eigenen, völligen Inaktivität auf Social Media kann damit gemeint sein.

MOMO = Mystery of Missing out (Das merkwürdige Gefühl, etwas zu verpassen)
Diese besonders abgedrehte Phänomen tritt auf, wenn die Freunde nichts posten und man so das Gefühl hat, nicht genug an deren Leben teilzuhaben. Es keimt oft der Verdacht, dass sie etwas Spannendes erleben und man selbst nicht dabei ist. Sozusagen eine paranoide Steigerung der FOMO.

FOBO = Fear of being compted out (Angst überholt zu werden)
Gemeint ist die Angst, dass andere besser und erfolgreicher sind, was zu Unzufriedenheit führt. Gerade durch die Schweinwelten auf Social Media und den Druck durch das Mantra „höher, schneller, weiter“ wird diese Angst befruchtet.

AFAIK = As far as I know (Soweit ich weiß)
Einschub, der gerne am Angang oder Ende eines Satzes gesetzt wird.

AFAIR = as far as I remember“ (Soweit ich mich erinnere)
s.o.

IMHO = In my humble opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)
Drückt aus, dass man sich der Unwichtigkeit der eigenen Meinung bewusst ist, aber trotzdem etwas sagen will.

TBH = To be honest (Um ehrlich zu sein)
Kündigt an, dass man eine vielleicht unangenehme Wahrheit ausspricht.

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Während viele Anglizismen inzwischen ihren Platz in der deutschen Sprache gefunden haben, kann deren inflationäre Verwendung nerven. Ein „Sorry“ kommt uns schnell beiläufig über die Lippen. Aber was tun wir, wenn das Entschuldigen zum Komplex wird? Lästern gilt als unattraktive Eigenschaft, aber Klatsch ist sogar wichtig für eine gesunde Gesellschaft.

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