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Lippenpflege

Peptide in der Lippenpflege: Warum der Hype kein Ende nimmt

Als Hailey Bieber 2022 ihre Skincare-Marke Rhode lancierte, war das Peptide Lip Treatment von Anfang an der Star des Sortiments. Das Produkt gewann bereits 2022 den Allure Best of Beauty Award als bester ungetönter Lippenbalsam und katapultierte gleichzeitig einen Inhaltsstoff in den Beauty-Mainstream, der bis dahin vor allem in Anti-Aging-Seren für das Gesicht bekannt war: Peptide. Seitdem sind Peptide in der Lippenpflege aus keinem Drogerie-Regal und keinem Beautyfeed mehr wegzudenken. Doch was steckt wirklich hinter dem Hype – und warum hält er so hartnäckig an?

 

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Was sind Peptide eigentlich – und warum sie für die Lippen so wertvoll sind?

Peptide sind kleine Bausteine aus Aminosäuren, die die Grundlage für Proteine bilden. Im Körper kommen sie ganz natürlich vor und spielen eine wichtige Rolle für verschiedene biologische Prozesse – unter anderem für die Struktur von Haut und Haaren. In der Kosmetik macht man sich diese körpereigenen Strukturen zunutze: Die Kosmetikbranche hat hautwirksame Peptide als Vorlage genommen und Verbindungen entwickelt, die den körpereigenen Peptiden in Funktion und Wirkung nachempfunden sind.

Für die Lippen ist das besonders relevant, denn die Haut der Lippen unterscheidet sich von der Gesichtshaut insofern, als sie dünner ist und weniger Talgdrüsen aufweist – was sie häufig anfälliger für Trockenheit oder Barrierestörungen macht, die sich in trockenen, rissigen oder empfindlichen Lippen zeigen. Ein herkömmlicher Lippenbalsam mit Wachsen und Ölen bildet zwar eine schützende Schicht, wirkt aber im Wesentlichen auf der Oberfläche.

Genau hier kommen Peptide ins Spiel. Sie können dazu beitragen, die Elastizität der Lippenhaut zu verbessern und Feuchtigkeit zu speichern, was besonders in trockenen oder kalten Umgebungen von Vorteil ist. Außerdem haben sie einen positiven Einfluss auf die Kollagenproduktion, was zur Reduzierung von feinen Linien und Fältchen auf den Lippen beiträgt.

 

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Die wichtigsten Peptide im Überblick

Nicht alle Peptide wirken gleich. Es gibt fünf Hauptkategorien von Peptiden, die unterschiedliche Funktionen in der Hautpflege erfüllen – darunter Signalpeptide, die wie kleine Botenstoffe gezielt Signale an die Haut senden und so die Produktion von Kollagen, Elastin und weiteren Strukturproteinen unterstützen.

Im Bereich der Lippenpflege mit Peptiden ist vor allem Palmitoyl Tripeptide-38 hervorzuheben: Dieses Signalpeptid regt gezielt die Kollagen- und Hyaluronsäuresynthese an und trägt dazu bei, die Lippen voller und geschmeidiger aussehen zu lassen. Weit verbreitet ist außerdem das sogenannte Matrixyl 3000, eine Kombination aus Palmitoyl Tripeptide-1 und Palmitoyl Tetrapeptide-7 – ein Klassiker in der Anti-Aging-Pflege, der zunehmend auch in Lippen-Formulierungen eingesetzt wird. Und dann gibt es noch den moderneren Ansatz mit SNAP-8: Dieser Peptidkomplex ist in der Lage, die Zellkommunikation zu beeinflussen – er wirkt dort, wo die Falte entsteht, bei der Muskelbewegung, und moduliert die Signalübertragung sanft, sodass die Lippenkontur glatter wirkt.

Auf der INCI-Liste sind Peptide meist weit am Ende positioniert, da sie in sehr niedrigen Konzentrationen wirksam sind – in der Regel deutlich unter der 1%-Marke. Erkennbar sind sie am Wortstamm „Peptide“, zum Beispiel Palmitoyl Tripeptide-1. Wer also wissen möchte, ob ein Produkt tatsächlich Peptide enthält, sollte einen Blick auf die vollständige Zutatenliste werfen und nicht allein dem Marketing auf der Verpackung vertrauen.

Der Plumping-Effekt – was dahinter steckt

Volle, pralle Lippen ohne Spritze – das versprechen viele Lippenpflegeprodukte mit Peptiden. Und tatsächlich ist dieser Effekt keine reine Werbebehauptung, wenn auch die Mechanik dahinter differenziert betrachtet werden sollte. Der sogenannte Plumping-Effekt entsteht durch eine Kombination verschiedener Wirkstoffe: Während Hyaluronsäure Feuchtigkeit bindet und die Lippen dadurch praller erscheinen lässt, können Peptide dazu beitragen, die Lippenoberfläche zu glätten. Im Zusammenspiel unterstützen diese beiden Wirkstoffe vollere und prallere Lippen – ganz ohne invasive Eingriffe.

Das ist auch einer der Hauptgründe, warum Lippenpflege mit Peptiden so gut zu dem breiten gesellschaftlichen Wunsch nach natürlich wirkenden Ergebnissen passt. Lippenpflege mit Peptiden ist besonders empfehlenswert für Menschen mit reiferen Lippen, da die Kollagenproduktion im Laufe der Zeit abnimmt – grundsätzlich kann aber jeder von Peptiden in der Lippenpflege profitieren.

Tipps für die richtige Anwendung

Damit die Lip Treatments ihre volle Wirkung entfalten können, lohnt es sich, ein paar einfache Regeln zu beachten. Erstens: Regelmäßigkeit ist entscheidend. Peptide wirken nicht über Nacht – ihre Effekte auf die Kollagensynthese und Hautstruktur zeigen sich bei konsequenter Anwendung über mehrere Wochen. Sie können mehrmals täglich auf die Lippen aufgetragen werden.

Zweitens: Als Basis unter Lippenstift einsetzen. Das Lip Treatment ist eine perfekte Basis für Lippenstift oder Gloss – es pflegt die Lippen und sorgt für ein geschmeidiges Auftragen der Farbe.

Drittens: Nachts intensiv pflegen. Die Nacht ist die beste Zeit für regenerierende Wirkstoffe, da die Haut im Schlaf besonders aufnahmefähig ist. Eine großzügige Schicht Peptid-Lippenpflege vor dem Schlafen kann über Wochen hinweg spürbare Ergebnisse bringen.

Beim Kauf sollte man außerdem auf hochwertige Begleitinhaltsstoffe achten. Produkte, die Peptide mit Sheabutter, Vitamin E, Hyaluronsäure oder Cupuaçu kombinieren, bieten eine deutlich umfassendere Pflege als solche, die Peptide nur als Marketingargument in minimaler Menge beigeben.

 

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Warum hält der Trend immer noch an?

Was Peptide in der Lippenpflege so dauerhaft interessant macht, ist ihre wissenschaftliche Grundlage. Vor einigen Jahren war man gegenüber Peptiden in der Kosmetik noch skeptisch – doch die Studienlage hat sich verdichtet und viele Peptide haben sich in der Hautpflege bewährt. Das unterscheidet sie von kurzlebigen Beauty-Trends, die auf reinen Versprechen basieren. Peptide sind ein Wirkstoffprinzip, das mit dem wachsenden Interesse an wissenschaftlich fundierter, sogenannter „Science-backed“ Beauty perfekt harmoniert.

Scrollt man durch die Beautyecken der sozialen Medien, kommt man derzeit kaum an Peptiden vorbei – in Lippenpomaden, Seren und Cremes feiern sie ihren großen Auftritt. Und solange das Bedürfnis nach Produkten besteht, die echte Pflege mit sichtbaren Ergebnissen verbinden, werden Peptide – gerade in der Lippenpflege – relevant bleiben.

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Titelbild: ©Cottonbro on Pexels