Umweltbewusstsein, Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind aktuell in aller Munde und das ist auch wichtig und gut so. Gleichzeitig ist dieser Wandel mit Vorsicht zu genießen, denn er wird bei einigen Herstellern, aber auch Verbrauchern oft von einem Verdacht begleitet: Springen viele nur auf den „grünen Zug“ auf, weil es gerade in Mode ist?

KLIMASCHUTZ, NACHHALTIGKEIT UND UMWELTBEWUSSTSEIN GEHÖREN ZUM ALLTAG

Ökologisch, nachhaltig, bio, Fairtrade, klimaneutral produziert – es gibt einige Schlagworte, die sich inzwischen auch in Form von Zertifikaten auf vielen Produkten finden. E-Mails enden oft mit einer mahnenden Frage à la: „Muss diese E-Mail wirklich gedruckt werden?“ oder „Think before you print“ in der Signatur, und bei den meisten Bäckern können wir inzwischen ganz selbstverständlich unsere eigenen Kaffeebecher mitbringen.

ein hand hält ein netz mit obst und gemüse

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Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen und werden schon lange nicht mehr klischeehaft mit Birkenstocksandalen tragenden Hippies assoziiert. Während diese Entwicklung bei authentischer Umsetzung durchweg zu begrüßen und lobenswert ist, lädt die neue „grüne Welle“ doch auch zur kritischen Betrachtung ein: sehen vor allem Unternehmen Umweltbewusstsein und Klimaschutz nur als Trend und gewinnbringende Buzzwords, mit denen Marketingabteilungen jonglieren können?

VORSICHT VOR GREENWASHING UND ETIKETTENSCHWINDEL

Das Stichwort lautet Greenwashing. Dabei handelt sich um PR-Methoden, die Unternehmen gezielt nutzen, um sich ein umweltfreundliches Image zu verleihen – ohne dass es dafür die ausreichenden Grundlagen gibt. Sind wir mal ehrlich: wir müssen uns auf die Aussagen der Unternehmen verlassen, denn oft gibt es nicht genügend Transparenz, um die Produktionsumstände und Rohstoffe wirklich unabhängig und objektiv nachvollziehen zu können. Verschiedene Gütesiegel und Zertifikate sind sicherlich ein Anfang, dennoch bleibt ein Rest an Unsicherheit.

zahnbürste aus holz in einem glas

Photo by Laura Mitulla on Unsplash

Auch wir Verbraucher laufen dabei Gefahr, in die Glaubwürdigkeitsfalle zu tappen und zwar in dem Moment, in dem wir unser vermeintlich vorbildliches Verhalten nicht um seiner selbst willen betreiben, sondern um es ebenso „publicity wirksam“ nach außen zu tragen. Produkte mit dem netten, grünen Siegel zu kaufen, ist für viele erst so richtig lohnenswert, wenn sie es auf den Sozialen Medien teilen und im Bekanntenkreis davon berichten können. Wie zwiespältig und emotionsgeladen diese Themen sind, zeigen ja auch die Diskussionen um die „Fridays for Future“ Bewegung und Greta Thunberg. Artikel werden auf facebook geteilt, kommentiert und mit wütenden Smileys dekoriert.

KRITISCH BLEIBEN UND AUTHENTISCHES ENGAGEMENT ERKENNEN

Diskussionen und Austausch sind wichtig, aber meine Erfahrung ist – sowohl bei Menschen als auch Unternehmen: Zu viel Werbung und Kommunikation nach außen ist verdächtig, da sie wahrscheinlich mehr dem Polieren des Images als der Sache dient. Diejenigen, sich die aufrichtig und authentisch für Umweltschutz und Nachhaltigkeit einsetzen, tragen das zwar vielleicht auch in die Welt, aber sie wissen auch, dass Worten Taten folgen müssen. Daher gilt bei Unternehmen und engagierten Umweltschützen und Nachhaltigkeitsverfechtern gleichermaßen: bleibt wachsam und hinterfragt die Dinge, um nicht einem Etikettenschwindel zu unterliegen.

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Eine negative Folge des neuen Bewusstseins sind „Hobby-Missioniare“, die über das Ziel hinausschießen und Umwelt- und Klimaschutz zum Wettkampf machen. Dabei reichen in der Praxis oft schon kleine Veränderungen. Du möchtest zum Beispiel auf nachhaltige Kosmetik setzen? Wir geben dir Starthilfe für eine „grüne Beauty-Routine“. Auch für die Plastikvermeidung haben wir 10 Tipps gesammelt, die du individuell und passend zu deinem persönlichen Alltag umsetzen kannst.

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