Die könnte ich auch mal anrufen“ oder „Was der wohl macht?“, sind Fragen, die man sich als Erwachsener irgendwann stellt und dabei an Menschen denkt, mit denen man früher oft Tag und Nacht verbrachte. Haben Freundschaften eine Art Verfallsdatum und sind sie je nach Phase, in der sie geschlossen wurden, bereits zum Scheitern verurteilt?

BFF – BEST FRIENDS FORGOTTEN?

In der Kindheit und Jugend haben die meisten von uns einen Freundeskreis und diese eine oder zwei besten Freundinnen, mit denen man den Alltag verbringt und die so selbstverständlich Teil unseres Lebens sind, dass es unwirklich erscheint, dass das mal anders sein sollte. Anna von Gegenüber, mit der man sich auf dem Heimweg von der Schule vom Taschengeld eine Tüte „buntes, gemischtes Gummizeug“ kauft oder die Clique, mit der man den ersten Vollrausch erlebt. Schulhofromanzen zwischen Blue Curaco und dem ersten Joint. Dann wird man älter, die Weichen werden auf Zukunft gestellt und bereits hier trennen sich oft die Wege. Es kommen Menschen – zufällig am gleichen Ort oder im gleichen Studiengang versammelt – dazu und aus Kommilitonen werden Freunde, nur um sich ein paar Jahre später wieder zu trennen. „Wir bleiben in Kontakt“ oder „Lass‘ und doch mal treffen“ sind gefühlt Lügen, die man sich gegenseitig erzählt, damit der Abschied nicht so schmerzt. Manchmal hat man vielleicht wirklich den Vorsatz, in Kontakt zu bleiben, aber dann dominieren ein neuer Alltag und neue Menschen das Leben.

drei freundinnen

©Katy Anne/iStock

FREUNDSCHAFTEN ENTSTEHEN DURCH GEMEINSAME LEBENSUMSTÄNDE

Es ist ganz natürlich, dass sich Freundschaften entwickeln, wenn es eine Schnittmenge aus räumlicher Nähe, Interessen und Lebensumständen gibt und wieder lösen, sobald einer oder mehrere dieser Komponenten wegfallen. Man hat dann die Wahl: Entweder man akzeptiert das und geht weiter oder man nimmt etwas Anstrengung auf sich, um die Freundschaft zumindest in irgendeiner Weise aufrechtzuerhalten. Das ist schwierig, manchmal auch unmöglich, aber hat letztlich auch etwas mit der Wertschätzung der Person und schlicht mit „emotionaler Disziplin“ zu tun. Gerade heute ist es dank sozialer Medien, Messenger-Diensten und zu guter Letzt dank des Telefons und Flatrate nicht schwer, Kontakt zu halten – auch über die Distanz hinweg. Ein regelmäßiges, wöchentliches Update lässt einen schon am leben des Anderen teilhaben. Oft habe ich aber den Eindruck, dass gerade durch unsere schnelllebige Gesellschaft und die allgegenwärtige Unverbindlichkeit auch eine gewisse Gleichgültigkeit entstanden ist. Natürlich soll eine Freundschaft keine Pflicht sein, aber wenn einem wirklich etwas an jemandem liegt, muss man ihn oder sie zur Priorität machen und vielleicht auch mal eine Zug- oder Autofahrt in Kauf nehmen. Die Belohnung können lange Gespräche mit Schwelgen in Erinnerungen sein. Ob die Freundschaft dadurch bis ans Lebensende reicht? Höchstwahrscheinlich nicht, aber den Versuch ist es allemal wert!

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Wir alle kennen die Weisheit: Um eine gute Beziehung zu anderen zu führen, muss man zuerst mit sich selbst im Reinen sein. Wir geben dir Tipps, wie es mit der mit der Selbstliebe klappt. Du möchtest ganz persönlich Kontakt halten? Wie wäre es mit einer schönen Postkarte oder einem Brief statt einer Whatsapp? Leider gibt es auch Freunde und Verbindungen, die uns eigentlich gar nicht guttun. Steckst du vielleicht in einer toxischen Beziehung?

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