Rüschen im Trend

Rüschen: Ein Trend, der Wellen schlägt

Rüschen sind so 70er? Stimmt nicht ganz. Sie sind sogar 80er, 90er und insbesondere ganz aktuell das wohl angesagteste Detail in Sachen Materialveredelung. Seht Ihr anders? Verständlich. Aber wir zeigen Euch die 14 schönsten Gründe, die Euch mit Sicherheit vom Gegenteil überzeugen werden.

Eines vorweg: Rüschen und Volants waren der textilgewordene Albtraum meiner Kindheit. Während meine Mutter ihre ausgeprägte DIY-Ader mit unermüdlicher Begeisterung auslebte, profitierte ich – aus ihrer Sicht – von einem ganzen Arsenal an selbst gestrickten Wollpullis, die nicht nur eine optische Herausforderung waren, sondern auch höllisch kratzten.

Eigentlich ein Argument, das mich aus dieser DIY-Opfer-Falle hätte befreien können. Eigentlich. Aber meine Mutter wäre nicht meine Mutter, wenn sie nicht schon damals  ein textiles Ass im Ärmel gehabt hätte: Rüschenblusen, die „hübsch und adrett“ kurzerhand als Kratzschutz dienten. Schön war aber – zumindest für mich – immer noch anders. Was nicht zuletzt daran lag, dass der wallende Rüschenkragen 80er Jahre-konform über dem Pulli drapiert wurde. Bestärkt wurde das modische Trendgefühl meiner Mutter zudem noch durch begeisterte „Ah!“-und-„Oh!“-Rufe meiner vorwiegend weiblichen Ü-60-Verwandtschaft. Widerstand also völlig zwecklos.

Top mit Rüschen von Stradivarius

©Stradivarius

Wie gut, dass ich irgendwann aus den Rüschen herausgewachsen war. Zumindest dachte ich das damals, denn dass jeder Trend irgendwann einmal sein Comeback feiert, kam mir nicht in den Sinn. Und somit ist es wohl nicht zuletzt dem 70er-Revival geschuldet, dass Rüschen und Volants aktuell angesagter sind, als mein 8-jähriges-Vergangenheits-Ich es sich einst hätte erträumen können.

Aber, wie einst Sprachakrobat Bushido ausnahmsweise folgerichtig bemerkte: Zeiten ändern dich! Und somit ist es wohl weniger verwunderlich, dass der einstige Stoff meiner kindlichen Albträume heute das gleiche „Ah!“ und „Oh!“ bei mir auslöst, wie vor etlichen Jahren bei meiner detailverliebten Verwandtschaft.

Bluse mit Rüschen von Stradivarius

©Stradivarius

Mein Sinneswandel ist nicht zuletzt der Erkenntnis geschuldet, dass Rüschen nicht gleich Rüschen sind. Denn das aufgebauschte Design der vergangenen Jahrzehnte übt sich aktuell in romantisch-verspielter aber auch gleichzeitig dezent-femininer Zurückhaltung. Zudem sitzen sie nicht mehr nur Harkelin-mäßig in Kragenweite, sondern sind seitlich, quer oder auch lässig in Ärmelnähe angebracht. Mit Boots und Bikerjacke lässt sich das Ganze sogar noch downgraden.

Bluse mit Rüschen von Asos

©Asos

Und im Handumdrehen sowie einem zugegebenermaßen ausgeprägtem Hang dem ein oder anderen nostalgisch angehauchten Trend zu verfallen, habe ich mein Kindheitstrauma nach mittlerweile drei Jahrzehnten überwunden. Vielen Dank also für die textile Vergangenheitsbewältigung! Geht es Euch genauso? Dann leiste ich gerne hierzu einen modisch-therapeutischen Beitrag und zeige Euch in unserer Bildergalerie die schönsten Exemplare für einen rüschenhaften Neuanfang!