rosmarinwasser
Haarpflege

Rosmarinwasser für die Haare: Der Hype um schnelleres Haarwachstum

Auf TikTok und Instagram wird Rosmarinwasser weiterhin als Geheimtipp für kräftigeres, dichteres Haar gefeiert. Besonders jetzt im Herbst klingt das natürliche Beauty-Ritual verlockend, doch wie viel steckt tatsächlich hinter dem Hype um das duftende Kräuterwasser?

Rosmarinwasser gilt als Geheimtipp für kräftiges Haar

Rosmarin kennen die meisten aus der Küche. Doch die aromatische Pflanze hat längst ihren festen Platz in der Beauty-Welt gefunden. Vor allem Rosmarinwasser sorgt für Aufmerksamkeit, denn das selbst gemachte Haarwasser soll das Haarwachstum anregen, Haarausfall reduzieren und die Kopfhaut pflegen. Klingt nach einem unkomplizierten Beauty-Trick, der wenig kostet und sich mühelos in die Haarpflege integrieren lässt.

Rosmarin enthält verschiedene Pflanzenstoffe, denen unter anderem beruhigende und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben werden. Außerdem soll die Pflanze die Durchblutung der Kopfhaut fördern. Die Idee dahinter: Eine gut durchblutete Kopfhaut bietet günstige Bedingungen für gesundes Haarwachstum. Ob Rosmarinwasser dabei tatsächlich einen spürbaren Unterschied macht, ist allerdings noch nicht ausreichend erforscht.

Der Hype um das Haarwachstum hat einen Haken

Dass Rosmarin bei Haarausfall helfen könnte, ist keine reine Erfindung von Social Media. Eine Studie aus dem Jahr 2015 lieferte erste interessante Hinweise. Dabei wurde Rosmarinöl mit einem bekannten Mittel gegen Haarausfall verglichen. Nach sechs Monaten zeigte sich bei beiden Gruppen eine Zunahme der Haaranzahl.

Das klingt zunächst vielversprechend. Allerdings nahmen an der Studie lediglich 100 Personen teil. Außerdem untersuchten die Forschenden Rosmarinöl und kein Rosmarinwasser.

Und genau hier liegt der entscheidende Unterschied. Während Rosmarinöl die Duftstoffe der Pflanze in konzentrierter Form enthält, ist Rosmarinwasser ein deutlich milderer Aufguss. Die beiden Produkte lassen sich deshalb nicht einfach miteinander vergleichen.

Dass Rosmarinwasser die Haare schneller wachsen lässt oder Haarausfall stoppen kann, ist bisher nicht wissenschaftlich belegt. Wer das Kräuterwasser verwendet, sollte deshalb keine Wunder erwarten.

rosmarin in wasser

Rosmarinwasser punktet mit seiner leichten Textur

Auch ohne nachgewiesenen Haarwuchs-Effekt hat Rosmarinwasser seinen Reiz. Vor allem für Frauen mit feinem Haar oder einem schnell fettenden Ansatz kann das leichte Spray eine angenehme Alternative zu reichhaltigen Haarölen sein.

Es lässt sich direkt auf die Kopfhaut sprühen, ohne die Haare unnötig zu beschweren. Außerdem hinterlässt es bei sparsamer Anwendung normalerweise keinen fettigen Film. Das macht es besonders unkompliziert für die tägliche Beauty-Routine.

Ob Rosmarinwasser gereizte Kopfhaut beruhigt oder Schuppen reduziert, ist allerdings ebenfalls nicht ausreichend untersucht. Trotzdem kann die Anwendung als kleines Pflegeritual angenehm sein, solange die Kopfhaut das Kräuterwasser gut verträgt.

Rosmarinwasser selber machen ist ganz einfach

Für das DIY-Haarwasser braucht es weder besondere Beauty-Tools noch teure Zutaten. Frischer oder getrockneter Rosmarin und etwas Wasser reichen bereits aus.

So funktioniert die Zubereitung:

  • Zwei bis drei Rosmarinzweige in etwa 250 Milliliter heißes Wasser geben und zugedeckt 15 bis 20 Minuten ziehen lassen.
  • Anschließend den Aufguss vollständig abkühlen lassen, die Zweige entfernen und das Rosmarinwasser in eine saubere Sprühflasche füllen.

Wichtig ist, nur kleine Mengen herzustellen. Da selbst gemachtes Rosmarinwasser keine Konservierungsstoffe enthält, können sich darin schnell Keime vermehren. Deshalb gehört der Aufguss in den Kühlschrank und sollte möglichst innerhalb eines Tages verbraucht werden.

Wer sich die Zubereitung sparen möchte, findet inzwischen auch fertige Haarwasser und Kopfhautsprays mit Rosmarin im Handel.

Mit der richtigen Anwendung wird Rosmarinwasser zum Beauty-Ritual

Am einfachsten lässt sich Rosmarinwasser nach der Haarwäsche auftragen. Dazu die Haare scheitelweise abteilen und das Spray direkt auf die Kopfhaut sprühen. Anschließend mit den Fingerspitzen sanft einmassieren.

Auch zwischen den Haarwäschen kann das leichte Haarwasser verwendet werden. Ausspülen ist normalerweise nicht nötig.

Wie häufig Rosmarinwasser angewendet werden sollte, ist nicht wissenschaftlich geklärt. Für den Anfang reichen zwei bis drei Anwendungen pro Woche, um zu sehen, wie die Kopfhaut darauf reagiert.

Wer empfindliche Haut hat, sollte das Haarwasser zunächst an einer kleinen Stelle ausprobieren. Denn auch natürliche Inhaltsstoffe können Juckreiz, Rötungen oder Hautreizungen auslösen.

Bei Haarausfall reicht ein Kräuterspray nicht aus

So unkompliziert Rosmarinwasser in der Anwendung auch ist, bei echtem Haarausfall stößt der Beauty-Trend an seine Grenzen. Denn dünner werdendes Haar kann viele Ursachen haben. Hormonelle Veränderungen, Stress, Nährstoffmangel oder eine erbliche Veranlagung gehören zu den häufigsten Auslösern.

Wenn plötzlich deutlich mehr Haare ausfallen, der Scheitel immer breiter wird oder kahle Stellen entstehen, ist ein Besuch beim Hautarzt sinnvoll. Je früher die Ursache gefunden wird, desto gezielter lässt sich etwas dagegen unternehmen.

Rosmarinwasser kann die gewohnte Haarpflege ergänzen. Eine Behandlung gegen Haarausfall kann es jedoch nicht ersetzen.

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Titelbild: ©Giovanna Kamimura on Pexels