MYNE setzt auf maßgefertigte BHs per Smartphone-Scan
Standardgrößen, unbequeme Passformen und hohe Retourenquoten gehören für viele Frauen zum Alltag. Das Schweizer Fashion-Tech-Unternehmen MYNE verfolgt einen anderen Ansatz: Statt BHs nach klassischen Größen zu entwickeln, entsteht jedes Modell individuell auf Basis eines KI-gestützten Body-Scans. Das Ergebnis ist eine On-Demand-Produktion, die Passform, Technologie und Nachhaltigkeit miteinander verbindet.
Mehr als jede zweite Frau trägt Studien zufolge einen BH, der nicht richtig passt. Für MYNE ist das kein individuelles Problem, sondern die Folge eines Systems, das seit Jahrzehnten auf standardisierten Größen basiert. Zwei Frauen mit derselben BH-Größe können völlig unterschiedliche Körperformen, Proportionen und Bedürfnisse haben – dennoch arbeitet die Branche bis heute mit starren Größenrastern, die ursprünglich für die industrielle Massenproduktion entwickelt wurden.
Vom Körper statt von der Größe aus gedacht
Gegründet wurde MYNE von der Textilingenieurin Linda Durisch und dem Industriedesigner Mathias Durisch.
Gemeinsam entwickelten sie einen Produktionsprozess, bei dem nicht mehr die Konfektionsgröße den Ausgangspunkt bildet, sondern der individuelle Körper. Die Vision: Kleidung künftig nicht mehr nach Standardgrößen, sondern nach realen Körperformen zu fertigen. Der BH bildet dabei den Auftakt einer Plattform, die sich langfristig auf weitere Produktkategorien übertragen lässt.
Smartphone-Scan ersetzt Maßband und Anprobe
Der Bestellprozess erfolgt vollständig digital. Kundinnen erstellen im Webshop einen Body-Scan über die Kamera ihres Smartphones, Tablets oder Laptops – ohne App und ohne Maßband. Das System erfasst dabei über 100 Körpermaße und erstellt daraus mithilfe eines Algorithmus ein individuelles Produktionsfile. Jeder BH wird anschließend speziell für diesen Körper konstruiert und in Europa on demand gefertigt. Standard-Schnittmuster oder Lagerware kommen dabei nicht zum Einsatz.
Auch der Datenschutz spielt dabei eine zentrale Rolle: Gesicht und Hintergrund werden automatisch entfernt, übermittelt wird ausschließlich ein anonymisierter Datensatz. Die Körperdaten dienen ausschließlich der Fertigung des Produkts und werden weder für Werbezwecke genutzt noch an Dritte weitergegeben.
Komfort als Ausgangspunkt
MYNE stellt den Tragekomfort bewusst in den Mittelpunkt. Statt klassischer Metallbügel setzt die Marke auf eine flexible Silikonverstärkung, die Halt bietet, ohne Druckstellen zu erzeugen. Aktuell umfasst die Kollektion die beiden Modelle Mia und Ella, jeweils in unterschiedlichen Ausführungen und sechs Farben. Ergänzt wird das Sortiment durch maßgefertigte Slips. Produziert wird derzeit bis Größe 90D.
Viele Kundinnen berichten laut MYNE, dass sie erst durch den individuell gefertigten BH bemerkten, wie unbequem ihre bisherigen Modelle gewesen seien. Besonders eindrücklich beschreibt das Unternehmen die Rückmeldung einer 89-jährigen Kundin, die nach eigenen Angaben erstmals in ihrem Leben einen wirklich passenden BH gefunden habe.
Individualisierung und Nachhaltigkeit
Da jeder BH erst nach Bestellung produziert wird, entfallen Lagerhaltung, Überproduktion und die Vernichtung unverkaufter Ware. Verarbeitet wird Econyl®, ein regeneriertes Nylon aus recycelten Fischernetzen und Textilien. Gleichzeitig wirkt sich die individuelle Passform auch auf die Retouren aus: Während im Fashionhandel Rücksendequoten von bis zu 50 Prozent üblich sind, liegt sie bei MYNE nach Unternehmensangaben unter einem Prozent.
Fashion-Tech statt klassische Lingerie-Marke
MYNE versteht sich nicht ausschließlich als Lingerie-Label, sondern als Technologieunternehmen für individualisierte Bekleidung. Im Mittelpunkt stehen algorithmische Passformberechnung, automatisierte Fertigung und digitale Körpererfassung. Seit dem Marktstart im März 2025 zählt das Unternehmen in der Schweiz nach eigenen Angaben über 1.000 Kundinnen; rund 45 Prozent davon bestellen erneut.
Mehr Informationen findet ihr unter https://its-myne.com.
Text/Bilder: PR | MYNE






