Wenn der Kleiderschrank aus allen Nähten platzt und Ihr dennoch „nichts anzuziehen habt“, dann wird es höchste Zeit auszumisten. Wir sagen Euch, wie es mit dem Kleiderschrank-Detox am besten klappt und wie auch der Nachhaltigkeitsgedanke dabei nicht zu kurz kommt.

In den deutschen Kleiderschränken lagern Millionenwerte an teilweise sogar ungetragener Kleidung und es wird trotzdem immer mehr gekauft – das löst jedoch nicht nur das klassische „Ich-habe-nichts-anzuziehen-Problem“ nicht, sondern ist darüber hinaus auch alles andere als nachhaltig. Was also tun?

1. AUSMISTEN

First things first: Alles raus aus dem Schrank und einen Überblick über den Klamotten-Bestand verschaffen. Das Problem liegt nämlich oftmals nicht darin, dass man nichts anzuziehen hat, sondern, dass man bei der Masse an Kleidung den Überblick verliert. Schaut Euch Eure Kleidung ganz genau an und entscheidet, was bleiben soll und was weg kann. Wurde ein Teil länger als ein Jahr nicht getragen, kann es mit großer Wahrscheinlichkeit weg, denn auch künftig wird es nur Platz wegnehmen. Passt ein Kleidungsstück nicht mehr, dann raus damit, denn es wird auch in Zukunft nicht passen. Hängt am Modell immer noch das Preisschild, ist es ein klassischer Fehlkauf gewesen und kann ebenfalls weg. Ein Kleidungsstück gefällt einfach nicht mehr oder kleidet nicht (mehr) vorteilhaft, kann es ebenfalls weg.

junge frau probiert vor dem spiegel kleidung an

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2. FÜR ORDNUNG SORGEN

Die Kleidung, die weiterhin bleiben darf, wird wieder ordentlich einsortiert. Um künftig den Überblick zu behalten, sollten alle Kleidungsstücke sichtbar sein, sodass Ihr immer wisst, wo sich welches Teil befindet. Am einfachsten gelingt das übrigens, wenn jedes Kleidungsstück einen festen Platz bekommt und nach dem Tragen auch wieder an diesen Platz zurück gelegt wird. Auch das Sortieren nach Farben ist eine gute Möglichkeit und wirkt besonders ordentlich. Stapel sollten möglichst klein gehalten werden – das verhindert unnötiges Wühlen. Accessoires, Strümpfe, Unterwäsche und Co. können in Boxen angeordnet werden. Kleidung, die nicht zur Jahreszeit passt, wird ordentlich gefaltet und erstmal außer Sichtweite geräumt.

3. VERKAUFEN, TAUSCHEN, SPENDEN

Nur weil Ihr keine Freude mehr an bestimmten Kleidungsstücken habt, heißt es nicht, dass es anderen auch so geht. Second Hand Shops sind wieder ganz groß im Kommen – egal ob Online oder in einem Laden vor Ort. Gut erhaltener, gebrauchter Kleidung kann man so ganz leicht ein zweites Leben schenken und nebenbei auch noch Geld verdienen. Eine andere Möglichkeit sind sogenannte Tauschabende mit den Freundinnen, bei denen jede die Kleidung mitbringt, die sie nicht mehr tragen möchte und gerne tauschen würde. Oder aber Ihr spendet Eure Kleidung. Altkleider-Container sind allerdings nicht immer vertrauenswürdig, deshalb solltet ihr die Sachen lieber direkt bei Kleiderkammern, in sozialen Einrichtungen oder in Sozialkaufhäusern abgeben.

zwei junge frauen sehen sich kleidung an

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4. RE- UND UPCYCLING

Jedes Jahr werden Tonnen an Kleidung im Müll entsorgt. Dabei gibt es auch eine andere Lösung: Kleidung, die sich weder zum Weiterverkauf noch zum Spenden oder Tauschen eignet, kann recycelt werden. Aus alten Textilien können Dämmstoffe hergestellt oder neue Garne gesponnen werden. Unternehmen wie zum Beispiel H&M nehmen getragene Kleidung (ganz gleich welcher Marken) an, um sie zu recyceln – im Gegenzug erhält man einen Rabattcoupon auf den nächsten Einkauf. Auch Zalando, Mango und &Other Stories bieten ähnliche Re- und Upcycling-Konzepte.

5. ORDNUNG HALTEN

Nehmt Euch vor, Euren Kleiderschrank regelmäßig auszumisten. Das kann zum Beispiel ein Mal im Monat, im Quartal, halbjährlich oder eben jährlich geschehen. In der Zwischenzeit sollten Frustkäufe, Sale-Eskapaden und damit erneutes Anhäufen natürlich auf ein Minimum beschränkt werden. Kauft nichts, was Euch nicht zu hundert Prozent gefällt, Euch nicht steht, von der Größe nicht passt oder eine so schlechte Qualität hat, dass es schon nach kürzester Zeit abgetragen aussieht. Ein gut sortierter Kleiderschrank sollte aus (hochwertigen) Basics bestehen, die niemals aus der Mode kommen und sich problemlos kombinieren lassen, aus Lieblingsstücken, ohne die Ihr einfach nicht leben könnt, sowie aus einigen aktuellen Trendteilen, an denen ihr wirklich Freude habt und sie nicht nur kauft, weil sie gerade Trend sind. Übrigens: Es lohnt sich, in Second Hand Shops nach neuen Lieblingsstücken zu stöbern und gebrauchter Kleidung ein zweites Leben zu schenken – das schont die Umwelt und den eigenen Geldbeutel.

junge frau sitzt auf einer couch und betrachtet kleidung an kleiderstange

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DAS WIRD EUCH AUCH INTERESSIEREN

Eine konsequente Reduzierung der Garderobe könnte eine dauerhafte Lösung für jegliches Kleiderschrank-Dilemma sein, denn weniger ist bekanntlich mehr. Beim Project 333 schafft man eine minimalistische Garderobe aus nur 33 Kleidungsstücken, mit denen man drei Monate lang auskommen soll. Eine andere Möglichkeit ist das Prinzip der 5 Piece French Wardrobe. Hier werden qualitative Basics mit hochwertigen Trendteilen, edlen Designer-Stücken und geliebten Vintage-Pieces kombiniert. Wer in Zukunft nachhaltig kaufen und gut erhaltener Kleidung ein zweites Leben schenken möchte, sollte sich diese Second Hand Online-Shops mal genauer anschauen.

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