Jeder kennt sie, die berühmten Altlasten. Erfahrungen, die uns geprägt haben und die wir in jede neue Beziehung oder Freundschaft mitbringen – ob wir es nun wollen oder nicht. Wie schaffen wir es, dass emotionaler Ballast aus der Vergangenheit nicht zum Störfaktor in der Gegenwart und zur Bedrohung für die Zukunft werden?

UNSERE EMOTIONALE GESUNDHEIT IST WIE EIN KONTO – WIR MÜSSEN AUF DIE BILANZ ACHTEN

Wer wir sind und wie wir mit anderen Menschen umgehen, ist ein ewiger Kreislauf, den wir trotz größter Bemühungen nur bedingt kontrollieren wollen. Unsere Erziehung und sozialen Erfahrungen prägen uns. Jeder Streit, jeder schmerzhafte Liebeskummer, aber natürlich auch all die rosaroten Zuckerwatte-Momente und Glückstänze hinterlassen ihre Spuren. Manchmal stelle ich mir unsere emotionale Gesundheit wie eine Art Konto vor: Verletzungen und negative Erfahrungen ziehen den Kontostand runter, bis eine neue Einzahlung in Form eines positiven Erlebnisses kommt.

baltt papier auf dem mindfulness steht

©Photo by Lesly Juarez on Unsplash

Natürlich ist der Kontostand auch mal niedrig oder er stürzt gar ins Minus ab – dann brauchen wir schon eine kleine Sensation, um uns wieder ins emotionale Plus zu hieven. Und so sind wir alle eine Ansammlung von Erfahrungen, die Summe vieler Entscheidungen und derer Konsequenzen und irgendwie auch Teil eines zwischenmenschlichen Schneeballsystems: Der nächsten Partner, Kollegen und Freunde müssen sich unweigerlich mit unserem emotionalen Gepäck auseinandersetzen und das bietet natürliche jede Menge Zündstoff und Potential für unfaires Verhalten.

NEGATIVE ERFAHRUNGEN KÖNNEN EINE CHANCE SEIN

Gerade in Sachen Liebe gilt: Untreue, ein Ex, der nach Alkoholkonsum cholerisch wurde, Undankbarkeit, nicht vereinbare Vorstellungen vom gemeinsamen Leben – es gibt unzählige Faktoren, die eine Beziehung zum Scheitern bringen können. Unser Selbsterhaltungstrieb verlangt dann von uns, diese schmerzhaften Erfahrungen in der Zukunft zu vermeiden. Gleichzeitig sind wir oft nicht mehr objektiv und übertragen Verhaltensmuster von unseren Ex-Partnern auf unsere aktuellen. Dass das unfair ist, wissen wir tief im Inneren, aber wir können sprichwörtlich nicht aus unserer Haut. Dabei können negative Erfahrungen durchaus auch Chance statt Bremse sein – vor allem, wenn wir offen darüber reden.

portrait einer traurigen jungen frau

©Photo by Sydney Sims on Unsplash

Sie sensibilisieren dazu, vorsichtig zu sein und vielleicht in manchen Situationen zu Recht die Notbremse zu ziehen. Außer im Fall von ernsthaften Traumata, die professionell aufgearbeitet werden müssen, haben wir ja sowieso keine Wahl: Wir müssen mit unserem Chaos Cargo leben. Um die Schatten der Vergangenheit nicht zum Fluch für die Gegenwart und zur Bedrohung für die Zukunft zu machen, hilft nur, diese anzunehmen und sie offenzulegen. So hat das Gegenüber wenigstens die Chance, die Gründe für unser Verhalten zu erfahren. Klar werden Eifersucht, Generalverdachte und Co. dadurch nicht besser, aber zumindest leichter nachvollziehbar. Und letztlich hilft vielleicht am meisten die Erkenntnis, dass wir mit unseren Altlasten nicht allein sind. Im Zweifel ist daher die einfachste Lösung eine mathematische: Wenn man eine Last teilt, wird sie für den Einzelnen auch ein bisschen leichter.

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Oft hilft bei Altlasten auch eine Art emotionaler Reset, zum Beispiel mit der Mental Cleanse Challenge. Null Toleranz sollte bei toxischen Beziehungen herrschen, die dich langfristig kaputt machen. Wir haben Tipps, wie du dich daraus befreist. Du fühlst dich nie gut genug und glaubst, dass deine Erfolge eigentlich immer nur Zufall sind? Vielleicht leidest du an dem Hochstapler-Syndrom.

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