Bestimmt kennst du das Gefühl: Jemand hat sich mal wieder total daneben benommen, doch statt eine schicksalhafte Strafe zu erfahren, wird das Fehlverhalten auch noch belohnt. Egal ob im Job oder im Privatleben, irgendwann stellt man sich die Frage: Wann macht das Karma endlich seinen Job?

STATT MORAL STEHT OFT BERECHNUNG AN ERSTER STELLE

„Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin!“, lautet ein Spruch, den man oft auf Postkarten oder T-Shirts findet und der von pseudo-rebellischen Frauen gerne als vermeintlich cooles Lebensmotto und Legitimation für ihr Fehlverhalten genutzt wird. Versteht mich nicht falsch: Ein bisschen Frechheit hier und da, selbstbewusstes Auftreten und das Ausloten der eigenen Möglichkeiten sollten zum „Verhaltensrepertoire“ jeder Frau gehören. Doch die Grenzen sollten genau enden, wo die eines anderen verletzt werden – oder eben die Moral. Leider haben heutzutage viele vor allem zwei Dinge im Blick: sich und den eigenen Vorteil. Vielleicht mag da wieder die Zynikerin aus mir sprechen, aber gerade im Job denken trotz propagiertem #teamspirit oder Aussagen wie „When women support each other, incredible things can happen!“ letztlich viele nur an sich und gehen dabei notfalls auch über geschäftliche Leichen. Oft kommen dreiste und egoistische Menschen schneller ans Ziel, denn sie walzen sämtliche Hindernisse ohne Rücksicht auf Verluste einfach nieder. Und ja, es kann schon sehr frustrierend und demotivierend sein, wenn man eine hohe Arbeitsmoral hat, sich bemüht, immer fair und hilfsbereit zu sein, und am Ende wird der belohnt, der die besten Connections oder sich am geschicktesten bei einem wichtigen Entscheider eingeschleimt hat.

silhouette frauDAS KARMA MACHT SCHON SEINEN JOB – ES KANN NUR EINE WEILE DAUERN

Ich würde mich nicht als abergläubisch bezeichnen und auch mit dem Begriff Schicksal tue ich mich ein wenig schwer, aber auf irgendeine Art glaube ich schon daran, dass sich schließlich alles zusammenfügt und man sozusagen für „gute Karmapunkte“ belohnt wird. Daher strebe ich immer an, im Guten auseinanderzugehen, freundlich zu Fremden zu sein und zwar immer, auch wenn es keinen persönlichen Nutzen für mich hat. Denn egal ob beruflich oder privat, ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, dass das Karma seinen Job letztlich doch macht – Es dauert nur seine Zeit. Manchmal auch so lange, dass viele vielleicht gar nicht mehr daran glauben und geprägt durch unsere Leistungsgesellschaft ihre Ziele lieber schnell und radikal erreichen wollen. Doch Geduld und Weitblick lohnen sich manchmal: Der verpasste Job vor Jahren kann ein toller Kontakt in der Zukunft sein, die Hilfsbereitschaft für eine Konkurrentin im Wettbewerb ein Beweis für Teamfähigkeit und die Freundlichkeit gegenüber einem Fremden ohne Hintergedanken kann zu einer großartigen Chance, führen, von der man aktuell noch nicht mal zu träumen wagt – Einfach weil das Leben oft auf verschlungenen Wegen zum Glück führt. Das Gemeine an Karma, ausgleichender Gerechtigkeit oder wie man es auch immer nennen mag, ist: Ich persönlich habe erst gelernt daran zu glauben, als ich meine Rückschläge und Belohnungen im Rückblick betrachtet habe und das braucht nun mal Zeit und Geduld. Und natürlich bleibt da noch die bittere Wahrheit: Manchmal siegen auch einfach die Schlechten, die Berechnenden und Ungerechten. Aber gerade dann ist es wichtig, Rückgrat zu zeigen und sich und einen moralischen Werten treu zu bleiben – denn das ist am Ende des Tages schon Lohn genug.

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Sisu bezeichnet die Einstellung der Finnen, die Werte wie Beharrlichkeit, Ausdauer, Kampfgeist, Sturheit, Kraft und Geduld umfasst. Welche Verhaltensregeln gelten heutzutage immer noch? Wir haben ein Auge auf „den modernen Knigge“ geworfen. Jemand, der das sogenannte Benching betreibt, sollte das Karma vielleicht auch fürchten. Bei diesem Dating-Trend wird der Partner nämlich „auf die Reservebank gesetzt“.

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