Menopause neu denken: Warum Healthy Aging schon in der Lebensmitte beginnt
Die Wechseljahre sind längst mehr als ein Gesundheitsthema: Sie verändern den Körper, das Hautbild, den Stoffwechsel und oft auch das eigene Körpergefühl. Gleichzeitig sind viele Frauen auf diese Lebensphase kaum vorbereitet. Der World Menopause Day am 18. Oktober schafft Anlass, die Menopause neu zu betrachten – nicht als Verfall, sondern als wichtigen Moment, Gesundheit und Wohlbefinden bewusster in den Fokus zu rücken.
Uta Boellinger: „Die Wechseljahre sind ein Übergang, kein Verfall.“
Für Uta Boellinger, Ernährungsexpertin und Gesicht von Ancient + Brave, beginnt ein gesunder Umgang mit der Menopause mit Wissen. Die Perimenopause kann bereits bis zu zehn Jahre vor der letzten Periode beginnen – viele Frauen sind darauf jedoch kaum vorbereitet.
„Frauen in der Lebensmitte wird oft gesagt, dass Erschöpfung, Brain Fog etc. einfach zum Älterwerden gehören. Da widerspreche ich entschieden. Das sind Signale, die der Körper sendet und mit der richtigen Strategie können sich die meisten Frauen deutlich besser fühlen. Die Wechseljahre sind ein Übergang, kein Verfall“, so Boellinger.
Ernährung kann dabei Schlaf und Stimmung unterstützen und zum Erhalt der Knochendichte beitragen. Auch der sinkende Östrogenspiegel wirkt sich auf die Kollagensynthese aus und kann Veränderungen an Haut, Gelenken und Knochen begünstigen. Für Boellinger gehört deshalb auch Krafttraining zu den wichtigsten Bausteinen: Es unterstützt Muskulatur, Knochendichte, Stoffwechsel und mentale Klarheit.
„Es geht dabei nicht darum, das Altern rückgängig zu machen. Es geht darum, gut zu altern.“
Dr. Med. Viyan Sido: „Prävention muss früher beginnen.“
Dr. med. Viyan Sido betrachtet die Menopause vor allem als wichtigen Zeitpunkt für Prävention. Als Fachärztin für Herzchirurgie und Präventionsmedizinerin setzt sie sich für eine moderne, geschlechtersensible Medizin ein und beschäftigt sich insbesondere mit Prävention und gesundem Älterwerden von Frauen. Ihre langjährige Expertise teilt sie auch in ihrem neuen Buch Die Longevity-Strategie für Frauen, das wissenschaftlich fundierte und alltagstaugliche Impulse für ein gesundes weibliches Älterwerden gibt. „Die Menopause ist ein ganz natürlicher Lebensabschnitt bei uns Frauen. Gleichzeitig ist sie ein guter Zeitpunkt, die eigene Gesundheit einmal umfassender zu betrachten und kardiovaskuläre Risikofaktoren früh zu erkennen.“
Gerade in der Lebensmitte verändern sich Stoffwechsel, Körperzusammensetzung und kardiovaskuläres Risikoprofil. Blutdruck, Blutfette, Blutzucker, Bewegung und Muskelmasse sind für Dr. Sido wichtige Stellschrauben, die Frauen aktiv beeinflussen können. Besonders die Herzgesundheit sollte dabei nicht aus dem Blick geraten.
„Die Menopause selbst ist keine Erkrankung, sie kann vielmehr eine gute Gelegenheit sein, genauer hinzuschauen: Wie steht es um mein Herz-Kreislauf-Risiko, meine Muskulatur, meinen Schlaf, meinen Stoffwechsel und meinen Hormonhaushalt?“
Für Dr. Sido beginnt Healthy Aging deshalb deutlich früher, als viele denken: „Was wir Frauen mit 40 und 50 Jahren für unsere Gesundheit tun, beeinflusst wesentlich, wie wir später altern. Prävention muss deshalb deutlich früher beginnen, als viele denken.“
Zwei Expertinnen, zwei Perspektiven – eine gemeinsame Botschaft: Die Menopause ist kein Schlusspunkt. Sie kann der Moment sein, die eigenen Bedürfnisse neu zu verstehen und die Weichen für gesundes Älterwerden zu stellen.
Text/Bilder: PR | Ancient + Brave




